Heute ist unser zweiter Strandtag in Los Barriles. Was gibt es da zu tun? Rein alterstechnisch wäre da heute für uns Kite-Surfen oder Windsurfen angesagt gewesen. Hier gibt es wohl regelmäßig viel Wind, um diesem Hobby nachzugehen. Und im Januar/Februar viele sportliche Greyheads, die schon in jüngeren Jahren gelernt haben müssen, sich elegant und schnittig auf dem Wasser zu bewegen. Wenn man am Strand steht und den ein oder anderen Könner auf seinem Brett bewundert, wie flott gewendet und gehalst wird, dann ist man doch manchmal überrascht, dass die wendige Dame oder der wendige Herr die 60 schon einige Tage hinter sich gelassen hat. Mit Werbung für Rollatoren braucht man denen nicht zu kommen. Wirklich beeindruckend.
Wir waren heute schwimmen, hingen ein bisschen am Meer herum, haben gelesen und sind ein wenig spazieren gegangen. Gegen Mittag gab es ein Briefing mit Waffeln und Kaffee. Die Waffeln hat Uli mit Unterstützung ihres Mannes Günter gebacken. Und sie waren superlecker. Danke dafür.
Vibeke hat mich heute mit interessantem Lesestoff versorgt. Zum einen mit der Gringo-Gazette und zum anderen mit den Angeboten eines örtlichen Immobilien-Maklers.
Wenn man den Strand von Los Barilles so betrachtet, gibt es noch Potential hinsichtlich einer touristischen Entwicklung. Ob das aber immer so ein Segen ist, sei dahingestellt. Denn am Strand geht es mit den Kite-Surfern ziemlich lässig zu, der Strand ist breit und nicht verbaut und die Strandbars verdienen auch diesen Namen. Auch die ATV-Fahrer gehen einem nicht auf die Nerven, weil sich ihre Anzahl noch in Grenzen hält. Los Barriles ist also eher ein ruhiger Ort. Die Immobilienpreise scheinen aber eher auf künftiges Wachstum ausgerichtet zu sein. Neben einigen Wohnungen in bewachten Resorts werden auch hübsche Villen zu Preisen von 399.000 USDollar bis zu 1,5 Millionen Dollar angeboten. Grundstücke sind dagegen vergleichsweise günstig zu erwerben. Allerdings glaube ich, dass es ganz schöne Nerven kostet, bis auf dem Lot dann eines Tages auch ein Haus steht. Man kann nach Cabo San Luca oder La Paz fliegen und dann hat man noch jeweils gute zwei Stunden mit dem Auto. Ich hebe den Prospekt mal auf, falls Interesse besteht.
Aber noch interessanter war die Gringo-Gazette (www.gingogazette.com). Gringo ist ja die etwas abschätzige Bezeichnung für Amerikaner in Mexiko. Aber es schein genügend von ihnen hier zu geben, dass sich ein Anzeigenblättchen lohnt. Neben so wichtigen Themen, wo man in Cabo recyceln kann und wie die Situation bezüglich der Wasserversorgung ist, werden im hinteren Teil der Zeitung die interessanten Themen abgehandelt: wie hoch ist die Grundsteuer in Mexiko, welche Events gibt es im Februar, wie bereitet man das mexikanische Gericht Tamales zu und ganz wichtig: Wer war der „Fish Killer of the week“? Die Antwort auf den Angelteil kann ich beantworten: es war der Rentner Larry Friesen, ein Feuerwehrmann aus British Columbia. Die Zubereitung von Tamales lest besser im Internet nach und bei den Steuern kann man diverse Nachlässe bekommen, je nachdem wie alt man ist und ob man seine Steuern auf einen Schlag bezahlen möchte.
Alles in allem, es war ein interessanter und entspannter Tag.