Heute ging es relativ früh los. Noch in Los Barriles standen plötzlich magere Kühe auf der Straße, so dass wir nicht sicher waren, ob wir uns in Mexiko oder Indien befanden. Aber unser erster Punkt heute sollte der Tropico de Cancer, der Wendekreis des Krebses sein. Hier steht am 21. Juni die Sonne senkrecht am Himmel und alles südlich dieses Punktes befindet sich geografisch in der Tropenregion unseres Planeten. Der Wendekreis des Krebses ist auch der Titel eines 1934 veröffentlichten Romans von Henry Miller, das im Stil von Tagebucheinträgen philosophische Überlegungen, Alltagssituationen und sexuelle Schilderungen enthält, weshalb das Buch lange Zeit in den USA nicht veröffentlicht werden durfte. Aber damit hatte die Skulptur zum geografischen Thema heute bestimmt nichts zu tun.
Unser nächster Stopp war in San José Deal Cabo. Angeblich das kleine Cabo San Lucas. Die Straße Mijares, die von der Plaza, am Restaurant Shooter´s entlang führt, ist eine einzige Tourist Trap. Man wird an jedem zweiten Laden angegekobert, ob man nicht etwas ansehen oder kaufen möchte. Wollten wir aber nicht. Wir haben ein paar Zigarrenläden besucht, aber die Preise waren eher touristisch. Eine Hermanos Upmann, die in Hamburg unter 10 Euro kostet, war hier nicht unter 25 Dollar zu bekommen. Nein danke. Sehr schön war ein Hinterhofcafé, das neu renoviert war und dort saß es sich sehr angenehm und kühl. Wir unterhielten uns mit der Besitzerin und ihrer Tochter, die im gleichen Hof eine Bäckerei betrieb.
Unser Ziel war heute der Playa Las Viudas. Ein öffentlicher Parkplatz, der zum gleichnamigen neu gestalteten Badestrand gehört und dort übernachten wir heute. Der Strand ist ein echter Geheimtipp. Nicht sehr groß und gepflegt, eingerahmt von Felsen links und rechts, auf denen Pelikane herum lümmeln, wenn sie nicht neben den Schwimmern im Sturzflug in das Wasser eintauchen, um einen Fisch zu fangen. Das sieht schon vom Strand abenteuerlich aus, wenn man aber im Wasser schwimmt und ein Pelikan im Abstand von 3 Metern neben einem tauchen geht, findet man das schon ein wenig schräg.
Viel Zeit hatten wir aber heute nicht, um das Strandleben zu genießen. Um 16.00 Uhr ging es in Cabo San Luca auf ein Schiff von Caborey, um an einer Dinner-Cruise teilzunehmen. Um 16.30 Uhr legte das Boot ab und den Gästen wurden auf dem Sonnendeck diverse Cocktails gereicht. Das Schiff verließ den Hafen und näherte sich den Felsen vor Cabo San Lucas, wo der der Golf von Mexiko und der Pazifik aufeinander treffen. Bei Sonnenuntergang ist das wunderschön. Außerdem spielte eine Band wirklich gute Klassiker aus der Jugend der meisten Besucher. Spätestens nach dem zweiten Cocktail war die Stimmung bei allen Gästen auf dem Schiff super.
So ging es bis zum Sonnenuntergang und dann wurde zum Dinner unter Deck gebeten. Das Essen war erstaunlich gut und der Service aufmerksam. Direkt nach dem Essen begann die Show. Mexikanische Folklore, ein mitreißendes Tango-Paar, ein Sänger mit Hundeblick und Schmelz in der Stimme, der das ein oder andere schwache Herz aus dem Takt brachte und ein engagiertes Performance-Künstler-Duo, das rhythmisches Geklacker auf die Bühne brachte. Die Show war wirklich sehr unterhaltsam und der ganze Abend gelungen, was aber auch an unser überaus heiteren Gruppe lag.