Car Wash

Es war heute wenig zu fahren, 90 Kilometer von Loreto nach El Requeson. Da wir innerhalb unserer Gruppe eh immer diejenigen sind, die als letzte vom Platz fahren und meist die letzten sind, die ankommen, haben wir uns auch heute Zeit gelassen.
In der Straße in der auch der Campground gelegen war, gab es einen Platz zum Autowaschen. Nachdem wir schon gestern die Dienstleistung des Wäschewaschens in Anspruch genommen haben, durften wir heute zusehen, wie zwei nette junge Männer unser Wohnmobil von Hand gewaschen haben. Einer kletterte behende über das Ersatzrad am Wagenende auf das Dach, um die Dachfenster und die Solaranlage vom Schmutz zu befreien. Mit anschließendem Trockenreiben. Die Scheiben rund um das Auto glänzen nun, jeder Spalt und jeder Dreck wurde rund um die Spiegel und die Front entfernt. Für uns wurde noch eine Autorückbank in den Schatten geschoben, sodass wir bequem das Treiben beobachten konnten. Es ist schon merkwürdig, wenn andere für einen arbeiten, aber unangenehm ist es auch nicht. Nach gut einer Stunde, inzwischen hatte ich einige Süßstückchen beim Bäcker um die Ecke für die fleißigen Jungs und uns geholt, war das Auto fertig. Inklusive Trinkgeld kostete es keine 20 Euro. Die etwas niedrig hängende Stromleitung wurde kurzerhand mit Hilfe eines Besens angehoben und schon konnten wir uns mit eine blitzblanken Auto auf den Weg nach El Requeson machen.

Die Straße war nett angelegt, kurvig, aber mit Aussicht auf Kakteenwälder und dahinterliegende Berge. In einer Kurve verabschiedete sich unsere zweite Schublade, die mit lautem Gerumse aus der Schiene sprang, da sich der Verschluss gelockert hatte. So langsam stellen sich schon einige Dinge ein, die nach dieser Reise dringend überholt werden müssen. Die bisher nicht nur auf guten Straßen gefahrenen knapp 30.000 Kilometer verlangen ihren Tribut.

Dafür wurden wir in El Requeson von einem überaus reizvollen Strand empfangen. Wir stehen hier auf einer sandigen Halbinsel, die in eine Lagune ragt. Das Wasser ist relativ flach und eignet sich nicht zum Schwimmen, dafür aber zum Spazierengehen. Auch im Wasser, aber Obacht, es soll hier kleine Stachelrochen geben und wenn man auf die tritt, kann es ziemlich schmerzhaft werden. Aber ich hatte mir ja bei Walmart ein paar Badeschuhe gekauft.

Heute Abend haben wir den morgigen Tag besprochen und gleichzeitig erfahren, wie Tequila schmeckt und wie er hergestellt wird. Patrick hatte eine Flasche der Klasse Reposada gekauft, was bedeutet, dass der bernsteinfarbene Tequilla zwischen 3 Monaten und einem Jahr im Eichenfass gereift ist. Das nimmt ihm das Spritige des ansonsten durchsichtigen weißen Tequilla, der überwiegend in Drinks verwendet wird. Tequilla wird aus dem Herz der blauen Agave gewonnen, wobei die Pflanze zwischen 8 und 9 Jahren alt sein muss und dann 50 bis 80 Kilogramm wiegt. Dieses Pflanzenherz wird dann zerkleinert, gekocht, abgekühlt und der auslaufende Sirup wird fermentiert und dann gebrannt.
Mezqual ist der Oberbegriff für diese Art von Alkohol, aber nur der aus der blauen Agave hergestellte, darf sich Tequilla nennen. Prost.
Und weil es so schön war, hat Patrick für uns mit Einbruch der Dunkelheit ein Feuer am Strand entzündet und so saßen wir noch lange bei milden Temperaturen gut gewärmt um den Feuerring und hatten einen ganz entspannten und unterhaltsamen Abend. Und die Tequilla-Flasche konnte er später auch entsorgen. Danke Patrick für die tolle Organisation.

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