Eine Strecke von 40 Kilometern war heute zurückzulegen, die kürzeste unserer ganzen Tour. Das bedeutete, dass wir uns am Playa Requeson Zeit lassen konnten. Es war zwar etwas bedeckt, aber mit 25 Grad Celsius ganz schön warm. Das besondere an der Lagune Requeson ist, dass man ganz nahe an der Wasserlinie stehen kann. Wenn man also morgens aufwacht und aus dem Fenster schaut, sieht man smaragdgrünes Wasser, weißen Sand, Kakteen und ein paar Berge im Hintergrund. Nicht, dass meine Aussicht in Hamburg aus dem Schlafzimmer schlecht wäre, aber das hier ist schon eine Liga für sich.
Am morgen kamen verschiedene Händler vorbei und boten frischen Fisch, Garnelen, Gemüse, Schnitzereien, Armbänder und Teppiche an. Ein kleiner Spaziergang führte uns aus unserer Bucht um einen kleinen Bergrücken herum in die nächste Bucht. Man kommt an vielen trockenen und struppigen Pflanzen und Kakteen vorbei, die es offenbar gewohnt sind, ohne viel Wasser auszukommen. In der nächsten Bucht gab es auch weißen Strand, blaues Meer, keine Leute, dafür aber jede Menge Seevögel und ganz viele verschiedene Kakteen.
Diese Strände wie der in Requeson haben den Reiz der Unbeschwertheit, der Anarchie oder des Reisens, ohne viel Geld haben zu müssen. Dem „Host“ gibt man 100 Pesos und schon entfaltet sich vor einem das Paradies. Leider aber hatte auch das Paradies so seine Schattenseiten. Und hier bedeutet es, dass auf der dem Meer abgewandten Seite jede Menge Schrott und Sperrmüll liegt. Und da es keine ordentliche Versorgung mit Toiletten gibt – die zwei Dixiklos machten schon von weitem keinen vertrauenserweckenden Eindruck.
Aber genug davon, schön war es schon am Strand. Und immer wieder nett sind die Unterhaltungen mit anderen Touristen.
Gegen Mittag haben wir uns dann doch auf den Weg nach Mulegé gemacht. Hier stehen wir nun auf einem Platz, an dem es vor zwei Tagen geregnet hat. Auch das gibt es wohl und für uns ist das vielleicht die Gelegenheit, später auf unserer Reise noch blühende Kakteen zu sehen.