Letzter Tag auf der Baja California. Heute geht es zurück zu „God´s own country“, oder was Amerikaner so dafür halten. Ein letztes Tschüss zu Uli und Günter, die noch einen Tag beim Hotel California in Ensenada bleiben wollten. Wir aber fuhren über die Ruta del Vino nach Norden. Schon auf dem Hinweg haben uns die vielen Weingüter, Restaurants und kleinen Hotels gefallen. Es gibt hier wirklich sehr viele Weingüter, sodass man bestimmt einige Zeit mit dem Probieren von Wein verbringen kann. Manche Weinberge begannen schon grün zu werden, manche hielten noch tiefen Winterschlaf. Das ist heute auch kein Wunder, denn es war heute bedeckt und wirklich kalt, also so zwischen 2 und 10 Grad Celsius. Die Mexikaner, die wir aus dem Auto beobachten konnten, hatten heute Mütze, Schal und dicke Jacke ausgepackt. Glaubt man gar nicht, denn unser Bild von Mexiko ist wohl eher warmer Sonnenschein.
In Tecate, der Grenzstadt haben wir unsere letzten Pesos bei PEMEX in Diesel umgesetzt. Und dann ging es zur Grenzstation. Diese ist nicht sehr groß und unsere Hoffnung war, dass es hier nicht allzu lange dauern sollte. Wir reihten uns in eine vielleicht 300 Meter lange Schlange ein und es ging erstaunlich zügig voran. Die amerikanische Grenzbeamtin hat uns gefragt, ob wir noch Lebensmittel im Kühlschrank hätten. Die paar Dinge hätte sie sich gerne ansehen können, aber sie verzichtete darauf und so konnten wir ohne weitere Inspektion die Grenze passieren. Innerhalb von gut 30 Minuten war alles erledigt.
Unser Ziel heute ist Viejas, ein Indianer-Reservat, das hier ein Spielcasinos, Hotels und zwei Campgrounds betreibt. Ein paar Kilometer weiter ist der Ort Alpine, wo wir erst einmal bei Albertsons eingekauft haben. Wieder zu amerikanischen Preisen. Die Avocado kostete hier 1,95 Dollar pro Stück. In Mexiko gab es das Pfund zu diesem Preis. Nun ja. Überhaupt ist es erstaunlich, wie anders es auf einmal kurz hinter der Grenze aussieht. Die gleichen landschaftlichen Gegebenheiten und doch ist es hier nicht so staubig, es liegt nicht so viel Plastikmüll herum und die Straßen sind in besserem Zustand. Das liegt an der Kultur, der Mentalität, dem Bewusstsein, dem höheren Einkommen? Eine interessante Frage. Uns hat es auf der Baja sehr gut gefallen, obwohl ich zugeben muss, dass ich anfangs schon ein bisschen schockiert war. Ich hätte es mir im Ganzen touristischer vorgestellt. Aber das richtige Malle-Feeling gibt es in Cabo San Lucas und dann noch in Ensenada. Der Rest der Baja hat noch einen weiten Weg vor sich, falls man sich in Richtung Tourismus entwickeln möchte. Wir wünschen der Baja dabei aber sehr, dass nicht alles zum Ballermann wird, sondern man die Schönheiten der Halbinsel erhält. Verdient hätten es die freundlichen und höflichen Menschen hier auf alle Fälle.