Bevor wir von heute berichten, möchten wir unserem Neffen Björn von ganze Herzen zum Geburtstag gratulieren. Alles Gute und lass Dich heute ausgiebig von Deiner Familie feiern.
Am Morgen gab es ein letztes „Auf Wiedersehen und lass von Dir hören“ mit Joop, Helen, Kristen, Vibeke, Werner, Véronique und Patrick. Ihr wart eine tolle Truppe und die Reise hat viel Freude gemacht. Dann sprangen alle in ihre Wohnmobile und schon waren wir wieder die letzen, die in den Tag starteten.
Unser Ziel war heute der San Diego Zoo. Dieser Zoo soll der größte der USA sein und der beste. Als begeisterte Zoobesucher von Hagenbecks Tierpark wollten wir das heute überprüfen. Zum stolzen Preis von 54 Dollar pro Person waren wir drin und am Donnerstag um 10.00 Uhr morgens nicht die einzigen. Er war relativ gut besucht. Im Eingangsbereich drängen sich Café, Souvenirshop, Toiletten und Busterminal. Das Gelände ist recht groß und da versteht es sich in den USA natürlich von selbst, dass man die größeren Attraktionen vom Bus aus betrachten kann. Wer wie wir näher an die Freigehege und Käfige möchte, muss aber auch hier zu Fuß gehen. Diese sind wirklich großzügig angelegt, aber für unseren Geschmack zu clean. Und das Elefantengehege mit dem Elephant Care Center war eine einzige Enttäuschung. Es gab vier einzelne Elefanten zu sehen, die sich an einer Art „Vending Machine“ ihr Heu aus irgendwelchen Tonnen und Gittern zogen. Sie standen alle ziemlich vereinzelt, nicht wie wie wir es aus Hamburg kennen, im Familienverband. Ein Wärter war weit und breit nicht zu sehen. Es gab daher weder eine Interaktion mit den Tieren, noch mit den Besuchern. Nein, wenn ich Elefant wäre und im Zoo leben müsste, würde ich lieber in Hamburg, denn in San Diego leben.
Schön war das Wasser-Land-Gehege der Nilpferde. Hier gab es eine Mutter mit Baby-Nilpferd zu bestaunen. Und auch der Eisbär war nett anzusehen. Dann gab es noch diverse Affenbereiche, viele Volieren, Löwen, Pandas, Giraffen und einiges mehr zu sehen. Nicht schlecht, aber auch nicht supercool. Wirklich überzeugend war die üppige Fauna, deren gutes Gedeihen wahrscheinlich auch dem Klima geschuldet ist. Alles in allem ein eher disneysierter Zoo.
Was aber wirklich schön war und wo man einige Zeit verbringen kann ist die Ansammlung einiger Museen am Prado zwischen Plaza de Balboa und Museum of Man. Die mexikanisch beeinflusste Architektur ist sehenswert und schön von außen anzuschauen. Man muss nicht in die Museen gehen. Überall gibt es nette begrünte Plätze, an denen man sich ausruhen kann und die schöne Umgebung auf sich wirken lassen kann. Die Casa del Prado bietet eine hübsche Fassade, die Innenhöfe laden zum flanieren ein und wenn die Sonne allzu stark scheinen sollte, gibt es genügend schattige Laubengänge. Auf dem angrenzenden kleinen Markt, der umstanden war von kleinen Galerien, kann man gemütlich einen Kaffee trinken und dem Treiben zuschauen. Liebe Helen, lieber Joop, falls Ihr morgen noch in San Diego seid, der Balboa Park ist ein lohnenswertes Ziel. Ich habe mir nur ein Museum angeschaut, „The San Diego Museum of Art“. Hier gab es eine Ausstellung zur lateinamerikanischen Künstlern, die unterschiedliche Epochen thematisierte. Die Präsentation der übrigen Säle mag nicht übermäßig originell sein, war aber solide.
Als ich das Museum verließ, regnete es wie vorausgesagt. Das war aber nun egal, da die Füße eh schmerzten und wir noch eine knappe Stunde unterwegs nach Carlsbad waren, wo wir heute Nacht mit Meeresrauschen direkt über dem Pazifik stehen. Den Sonnenuntergang haben wir noch bei einem Glas Rotwein genossen, aber nun sitzen wir im Wohnmobil, denn draußen ist es inzwischen dunkel und ganz schön schattig.