Salz und Schnee

In Winnemucca war es heute morgen ganz schön kalt. Ein starker Wind und Schneeschauer. Da beschlossen wir, heute noch einmal einen Fahrtag einzulegen. Unser Etappenziel sollte Salt Lake City sein, also 560 Kilometer.
Zuerst ging es durch die Prärie, die weiterhin von schneebedeckten Bergketten gesäumt war. Manchmal öffnet sich hinter einer Erhebung wieder ein schöner Blick auf ein weites Tal. Der schönste Namen für solch ein Tal war heute das Pumpernickel Valley. Ein Schneeschauer folgte auf den nächsten. Es war nicht viel los auf der I-80. Also konnten wir entspannt unserem Hörbuch lauschen.
In Elko haben wir Rast gemacht. Eine Stadt mitten in der Pampa mit Regionalflughafen. Ein Supermarkt, ein paar Kettenrestaurants, den üblichen independent Mexikaner, Tankstellen, ein paar Hotels, kleine Casinos (ganz Nevada scheint vom Glücksspiel zu leben) und die üblichen Siedlungen nach dem Cookie Cutter Prinzip erstellt.
Weiter ging es über Hügel und Hochebenen, aber eigentlich gibt es nichts, außer den Wolken und der Autobahn. Dabei ist diese Landschaft nicht reizlos. Aber da überall Schnee lag und es auch noch schneite, kam die Diskussion auf, wie schwer es für die Trecks einst sein musste, auch bei dieser Witterung nach Westen zu ziehen. Manchmal sieht man von Weitem ein paar Ranches, und vereinzelt auch Rinder.
Und so zogen sich die Stunden dahin bei Keksen, Schokolade, Apfelschnitzen und Gatorade. So erreichten wir dann schließlich Westwendover/Wendover. Auch eine eher gesichtslose Siedlung, die von Glücksspiel lebt, schließlich ist man hier an der Grenze zu Utah und dort herrschen mit den Mormonen strengere Moralvorstellungen. 10 Kilometer hinter Wendover kommt man zu den Bonneville Salt Flats, am Rand der Great Salt Lake Desert. Hier findet im August die Speed Week statt, wo man eindrucksvolle Raketenautos bestaunen kann und wo regelmäßig Geschwindigkeitsrekorde aufgestellt werden. Eine geteerte Straße führt ein Stück weit in diese Salzwüste. Von dort hat man einen schönen Blick über die brettelebene Fläche und die heute schneebedeckten Berge dahinter. Weiß ist das Salz, weiß sind die Berge und blau ist der Himmel. Eine schöne Kombination. Links und rechts der Fahrbahn könnte man auf den Salzsee fahren, der heute aber nicht trocken, sondern matschig war, da es stark geschneit hatte. Wir verzichteten.
Von einem Aussichtsturm an der I-80 hat man noch einmal einen schönen Blick auf den Salzsee. Danach führt die Autobahn eine ganze Zeit lang durch die Salzwüste. Bis Salt Lake City gibt es keine nennenswerte Siedlung mehr. Wenn man durch die Salzwüste fährt, sieht man im Hintergrund immer wieder Bergketten, die sich gegen Abend dann auch noch dramatisch orange/rosa färbten. Ein schönes Schauspiel.
Im Dunkeln erreichten wir Salt Lake City. Das sehen wir uns dann morgen an.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert