Wetterkapriolen

Es ist doch schon merkwürdig. Jetzt sind wir ein halbes Jahr unterwegs und hatten gefühlt fast immer gutes Wetter. Der Herbst war bunt und mild, Weihnachten war es in Florida auch eher warm, auf der Baja auch und von Florida bis hier in Virginia eher vorfrühlingshaft. Klar, es gab auch ein paar Ausreißer, besonders erinnere ich mich an die Herbstwinde in Nova Scotia und das Schneechaos am Donnerpass. Aber nun wird es leider noch einmal richtig schlecht. Gestern Abend saßen wir noch an unserem Lagerfeuer und heute regnet es bei 2 Grad Celsius, was vom Himmel kommt. Heute Nacht soll es schneiden. Na danke. Eine Vorbereitung auf zu Hause, wo, wie wir gelesen haben, der Frühling auch auf sich warten lässt.
Wir sind seit heute wieder in Virginia. Die Tourist Trap in Pigeon Falls haben wir hinter uns gelassen und haben uns auf den Weg nach Wytheville gemacht. Auf dem Weg nach Süden sind wir schon einmal durch Virginia (is for lovers) gekommen. Damals sind wir über den Blue Ridge Parkway gefahren. Aber heute war das Wetter zu schlecht, als dass es sich gelohnt hätte über den Bergrücken des Appalachen-Gebirges zu fahren. Also haben wir eine Pause am Besucherzentrum von Virginia gemacht und eine in Wytheville. Dort haben wir uns nett mit einem älteren Herrn unterhalten, der in den 50er Jahren mit der amerikanischen Armee in Würzburg stationiert war. Er erwähnte, dass er es damals schön gefunden habe, wie freundlich die Deutschen zu den Amerikanern gewesen wären. Da erzählte ihm Martin, dass seine Mutter noch heute von den Amerikanern und ihrer Hershey-Schokolade schwärmt. Da musste er lachen. Da er keinerlei Bezug zur Gegenwart herstellte, vermieden wir es aus Gründen der Höflichkeit, ihm zu sagen, dass man heute mit Hershey-Schokolade eher keine Freunde finden wird. Auch nicht mit Ednussbutter und nur partiell mit Whiskey. Vielleicht noch den einen oder anderen deutschen Zahnarzt mit einer Harley.
So, wir stehen jetzt in Max Meadows, kurz hinter Wytheville und hinter uns auf dem grünen Hügel steht eine Herde mit Schafen und wenn man sich das Meer dahinter vorstellt, glaubt man für ein paar Sekunden, man ist in Sankt Peter Ording. Das Wetter stimmt auf alle Fälle schon auf die Nordsee ein.

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