Washington, wir kommen

Sonntagmorgen, Sonnenschein, leider nur 2 Grad Celsius. Heute wollen wir uns die Hauptstadt der Vereinigten Staaten von Amerika ansehen. Auch wenn ich mir gestern genau angehört habe, wie man mit Bus und U-Bahn nach downtown kommt und wir das im November vergangenen Jahres schon einmal gemacht haben, entschieden wir uns heute für die bequeme Variante und bestellten ein Uber Taxi. Binnen weniger Minuten war unsere Fahrerin da, die zwar wenig plauderte, dafür aber angenehme Musik laufen hatte. Unser Ziel war das Hirshhorn Museum and Sculpture Garden. Auch an der National Mall gelegen und auch unter der Organisation der Smithonian Gesellschaft. Diese Gesellschaft ist eine amerikanische Forschungs- und Bildungseinrichtung die alle Museen an der Mall betreibt. Die Gründung geht auf den britischen Wissenschaftler James Smithon zurück, der 1843 sein Vermögen „zur Mehrung und Verbreitung des Wissens“ der Hauptstadt der USA vermachte. Er selbst hat die USA nie gesehen.
Wie auch immer, alle Museen an der Mall kosten keinen Eintritt. Darunter findet man das National Museum of American History oder das Natural Museum of Natural History. Und natürlich das relativ neue und absolut sehenswerte National Museum of African American History and Culture, das wir schon im Herbst besucht haben und das bis August ausverkauft ist. Im Hirshhorn Museum kann man zeitgenössische und moderne Kunst hauptsächlich der letzten 30 Jahre bestaunen. Es ist nicht sehr groß, ein kreisrunder zweistöckiger Bau, den man gut erschlendern kann.
Danach ging es auf die Mall in Richtung des Obelisken. Das Wohnzimmer der USA erinnert in seiner Größe und Anlage ein wenig an das Forum Romanum. Seine Strenge wurde ihm aber heute genommen, indem auf den Rasenanlagen junge Leute Softball und eine Art Mini-Football spielten. Außerdem waren am Rand noch von der gestrigen Veranstaltung „March for our Lives“ hunderte von Dixie-Klos in Reihe aufgebaut.
Den Obelisken kann man nicht betreten. Er ist bis auf unbestimmte Zeit wegen Renovierung geschlossen. Aber ich wollte auf alle Fälle den Reflecting Pool dahinter sehen, der bis zum Lincoln Memorial reicht. Hier hielt Martin Luther King seine berühmte „Dream-Rede“ und hier sprach auch Forest Gump anlässlich seiner Auszeichnung im Vietnam Krieg.
Jetzt hatten wir langsam Hunger und wir machten uns auf den Weg in ein Café. Dutzende von Food Trucks säumen zwar die National Mall, aber so richtig lecker sah da nichts aus. Gut gestärkt bei Paul`s ging es dann zu unserem letzen Programmpunkt, dem White House. Vorbei noch am Trump Hotel in der alten Post erreichten wir den enorm abgesicherten Sitz des Präsidenten. Er war wohl vor Ort, denn die Fahnen wehten auf dem Dach, gesehen haben wir ihn aber nicht. Es ging ziemlich ruhig dort zu. Ein paar Leute demonstrierten gegen und für allerlei Dinge. Eine Rentercrew ließ sich vor dem White House fotografieren, ebenso wie ein paar Aktivisten der gestrigen Großdemo. Und dann warteten noch zwei Fernsehcrews etwas gelangweilt wahrscheinlich auf den nächsten dämlichen Tweet. Wir nicht, wir fuhren mit Uber wieder zum Campground zurück.
Heute gab es noch einmal ein Flap-Steak, ein flaches, grobfaseriges Stück Fleisch aus der unteren Lende, fettmarmoriert. Oberlecker und zart. Mit einem leckeren Sößchen und ein paar Kartöffelchen. Hmm.

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