Saskatchewan – 6. Provinz unserer Kanadareise

Brandon in Manitoba haben wir dann auch links liegen lassen und haben uns auf einem holprigen Highway schnell der Provinz Saskatchewan genähert. Ohne besonders viel von Manitoba gesehen zu haben, hat uns die industriemäßige Landwirtschaft, der kerzengerade Highway und das Nichts dazwischen nicht allzu sehr gefallen. Irgendwie fühlten wir uns an alte DDR-Autobahnen nach Berlin (West) erinnert. Wäre ein Intershop aufgetaucht, wir hätten uns nicht gewundert.

Wie in Kanada immer an Werktagen stand zu Beginn einer Baustelle mit wechselndem Verkehr nicht eine Ampel, sondern eine ein Stoppschild schwenkende Person. Wir nutzten die Pause zu einem kleine Schnack. Wie lange er denn hier stände, wollten wir wissen. „So 16 Stunden“, war seine Antwort. Aber er beruhigte uns, dass der Job ja nicht zu schlecht sei. Immerhin habe er alle zwei Stunden eine Pause von 15 Minuten. Ein Klappstuhl und eine Kühlbox sei ja auch in Reichweite. Wir finden, der Typ sah ganz entspannt aus. Das Jammern liegt den Kanadiern irgendwie nicht.

In Saskatchewan sah die Landschaft gleich anders aus. Viele Kanadier und viele Reiseführer warnten vor der Ödnis der Landschaft. Wir fanden es hier aber netter und in vielerlei Hinsicht ähnlich wie auf dem Weg von Heide nach St. Peter-Ording. Weiden, Kühe, Rinder, kleine schilfumwachsene blaue Teiche, Getreidefelder (natürlich größer als in Schleswig-Holstein), aber irgendwie angenehm für das Auge. Völlig anders waren da nur die riesigen Getreidesilos, die wie Kathedralen in der Landschaft auftauchen.

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Trucks – nur für Männer

Die Prärie in Saskatchewan bietet nur begrenzte Abwechslung. Als Beifahrer (!) durfte ich heute auch einige LKWs fotografieren, die in Saskatchewan auch als “double bed” (mit zwei Aufliegern) mit 110 km/h unterwegs sind. Dem geneigten Betrachter werden sich die Unterschiede der Fahrzeuge schnell erschliessen.

Kommentare sind willkommen!

 

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Winnipeg, Manitoba

Crystal Lake Campground in Vermilion Bay haben wir heute morgen bei bestem Wetter verlassen. Wir folgten der 17 weiter entlang einer wunderbaren Landschaft, deren Seen so schöne Namen trugen wie Granite Lake oder Caribou Lake. Das Wasser tiefblau, umrandet von rundgeschliffenen Granitfelsen oder aber geschmückt mit unzähligen Seerosen. Man konnte sich gar nicht satt sehen. Nordwest-Ontario mit seinen unzählbaren kleinen Seen hat uns sehr gefallen. Kurz hinter Kenora kommt man dann nach Manitoba.

Die Landschaft verändert sich ziemlich schnell und man durchfährt weite Felder mit Raps, Sonnenblumen, Kartoffeln und Weizen. Beim Tanken kurz vor Winnipeg und auf der Hälfte unserer Kanadadurchquerung wurden wir von zwei Deutschen angesprochen, die aus Paderborn stammten und seit fünf Jahren in Manitoba lebten. Kurzer Schnack, gute Reise und nun nach Winnipeg.

Begrüßt wurden wir durch das Gebäude des Canadian Museum for Human Rights. Ein Bau, der mehr als 310 Mill. Dollar gekostet hat, dessen Fertigstellung sich nach zwei Baustopps um zwei Jahre verzögerte und der doch eindrucksvoll daherkommt. Eröffnung soll nun in diesem Herbst sein. Ein Schelm, wer dabei an die Elbphilharmonie in Hamburg denkt. Unser Besuch im Exchange-Distrikt erinnerte uns an das Schanzenviertel in Hamburg, ein bisschen schräg, ein bisschen schmuddelig, aber in künstlerischer Entwicklung. Vielleicht findet Ihr ja auf der Homepage des Ladens haberdashery.ca. was wir gekauft haben. Kommentare erwünscht.

Ab dann ging es schnurgerade und ich meine schnurgerade entlang des Highway 1 nach Brandon. Felder so lange das Auge schauen kann. Links, rechts und vor Dir die Sonne und der Highway. Da freuten wir uns sehr, dass wir vor Brandon hinter einer Tanke Gast beim griechischen Koch Albert wurden. Er konnte kochen und nicht nur aufwärmen. Danke Albert.

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Anregung für eine ganze Generation (small print)

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Thunder Bay Look Out

Als Hamburger kennt man ja den Regen. Aber vergangene Nacht war ich wirklich sehr froh, in einem Wohnmobil und nicht in einem Zelt zu übernachten. Gegen morgen nieselte es nur noch und wir machten uns auf zum Sleeping Giant Thunderbay Look Out. Zu diesem atemberaubendem Aussichtspunkt kommt  man über eine gravel road, eine geschotterte Straße. Hier konnte man über eine Besucherplattform über die Steilhänge hinaus gehen und durch ein Gitter etwa 100 m unter sich sehen (Gänsehaut) und außerdem die Aussicht auf die Thunder Bay genießen. Der Tag begann also vielversprechend.

Dann ging es weiter in den Ort Thunder Bay und man hat nichts versäumt, wenn man ihn nicht gesehen hat. Vergammelte Industrieanlagen, die übliche Ansammlung von Supermärkten, Tankstellen und Schnellrestaurants. Also nichts wie weiter. Wir wollten möglichst weit in Richtung Winnnipeg kommen. Aber letztendlich sind wir noch vor Kenora auf einem Campingplatz an einem der unzähligen klaren Seen gelandet. Merkels Camp vor Dryden lag leider zu weit vor unserer Tagesetappe. Aber interessant hätten wir es doch gefunden, zu Gast bei unserer Kanzlerin zu sein.

Den vorgeblich langweiligen Highway 17, vor dem uns jeder gewarnt hat, empfanden wir als scenic. Insbesondere der weite Himmel hatte es uns angetan. Dazwischen kommen so gut wie keine Orte und wir freuen uns inzwischen über Tim Horton. Ein Hort der Gastlichkeit und des freien Wi-Fi.

Tiere des Tages: Zwei Squirrel und ein Hirsch (nur von Martin gesichtet).

Ganz speziell für Manfred und Barbara: Die releave-driverin Katrin grüßt Euch ganz herzlich. An einem Bild vom Chef-Fahrer Martin arbeiten wir noch.

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Sleeping Giant Provinzial Park

Der Sonntag begann sonnig und sollte ein spannender Tag zu werden. Vom White Lake Provinzial Park sollte es zum Sleeping Giant Provinzial Park kurz vor Thunder Bay gehen. Die Route entlang der Nordwestküste des Lake Superior war wirklich schön. Tolle Ausblicke über den See und kleine nette Städtchen, wie Terrace Bay, wo der hübsche Leuchtturm stand, es Free Wifi und einen Kaffee gab. Außerdem trafen wir hier zwei unserer persönlichen Helden des Highways. Diese beiden fahren mit dem Fahrrad quer durch Kanada. Sie schaffen im Schnitt 150 km und geschlafen wird wild „in the bushes“. Auf die Frage, ob sie keine Angst vor wilden Tieren hätten, antworteten sie, dass ihr Platz immer mit Schnüren und Glöckchen gesichert ist und man einen Verjag-den-Bär-Spray dabeihabe. Gestartet sind sie in Vancouver. Ihre Idee ist es, einen Film darüber zu drehen, wie unterschiedlich sich Kanadier in den einzelnen Provinzen ernähren, wenn man unterstellt, dass sie lokal kaufen. Näheres unter www.goingslowmovie.com. Ein kurzes Winken und wir fuhren weiter in den Westen in den Sleeping Giant Nationalpark. Unsere wilden Tiere bisher hier: ein weiteres Stinktier und 2 Streifenhörnchen. Bisher haben wir immer noch keinen Elch und keinen Bären gesehen.

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White Lake Provincial Park

Samstag. Auch heute Nacht gab es keine wilden Tiere. Dafür später am Tag Squirrels und Streifenhörnchen, die gerne unser Schokokekse probierten. Martin sichtete noch ein Stinktier und ansonsten gibt es hier jede Menge Vögel. Heute war Nichtstun angesagt in der Wildnis eines Provincial Parks. Also Fahrrad fahren, baden, chillen und grillen. Und natürlich Lagerfeuer. Bei bestem Sonnenwetter fragen wir uns natürlich, wie es wohl in drei Monaten aussieht am kältesten Ort Kanadas. Der Schnee liegt hier dann meterhoch, die Highways sind zum öfter gesperrt und das Eisangeln ist dann die Freizeitbeschäftigung vieler Einwohner.

Übrigens noch ein Nachtrag zum Essen. Hier auf dem Land kauft man nicht viel Fleisch, denn die meisten gehen im Herbst zur Jagd auf Elche. Ein Elch wiegt ca. 1 Tonne und 400 kg davon werden verwendet. Davon macht man Wurst, Jerky und friert natürlich viel ein. Damit sollte man über den Winter (siehe oben) kommen.

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On the road to … White Lake Provincial Park

Unser Weg führte uns weiter an die Old Woman Bay. Und da so heute so wunderbares Wetter war, musste ich unbedingt im klaren und recht kühlen Wasser baden. Diese Erfrischung musste bis Wawa reichen. Wir wollten „die“ Gans sehen. Jeder Kanadier aus Ontario kennt diese Gans, die vor dem Besucherzentrum steht und die an die Fertigstellung des Highway 17 im Jahr 1960 erinnert. So und jetzt wurde es wirklich still auf dem Highway. Außer zwei Tankstellen und einigen eher marode wirkenden Motels gab es nichts zu sehen. Der White Lake Provincial Park, der heute unser Etappenziel ist, bietet Kanada, wie ich es mir vorgestellt habe. Einsame Plätze mit eigenem Seezugang, Lagerfeuer, einen Ranger, der eigentlich Opernsänger ist und einen Nachbarn, der in einer Goldmine arbeitet.  Besonders schön finden wir, dass wir auf unserer Reise mit den verschiedensten Menschen ins Gespräch kommt und einen kurzen Einblick in ganz unterschiedliche Lebensumstände bekommt.

Gute Nacht und mal sehen, was es heute für wilde Tiere gibt.

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Agawa Rock Pictographs

Die Nacht ist überstanden. Der Bär kam nicht. Es kann weitergehen. Mit unserer Reise und mit dem Blog. Von Sault St. Marie ging es heute zügig den Highway 17 entlang der Ostküste des Lake Superior nach Norden. Eine schöne Strecke entlang romantischer Buchten, Wälder, bergauf und bergab in sanften Kurven und schon hängt man seinen Gedanken nach. Die Straße führt durch den Lake Superior Provincial Park. Erster Stopp war bei den Agawa Rock Pictographs. Über einen kurzen, abenteuerlich steilen und steinigen Weg gelangt man ans Seeufer und kann Felsenbilder von Tieren und Menschen in rotem Ocker gemalt sehen, die 150 bis 400 Jahre alt sind. Das Wasser des Sees ist wunderbar klar und die Stimmung ist einzigartig.

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… schon in der Wildnis

Greater Sudbury, dem wir heute noch einen Besuch abstatteten ist vergleichbar mit Gelsenkirchen, also Ruhrgebietsregion. Hier wird Nickel und Kupfer im großen Stil unter Tage abgebaut. Da stand Dynamic Earth ganz oben auf unserer Liste. Zum einen um den „Big Nickel“ eine 9 Meter hohe 5 Cent Münze zu bestaunen und um eine simulierte  Dynamit-Sprengung unter Tage zu erleben. Erlebniswert: Naja. ABER: auch aus wenig kann man eine Menge machen. Die Professionalität der Veranstaltungen ist immer wieder beeindruckend.

Von da ging es nach Sault St. Marie. Auf 310 km war der Höhepunkt der Kaffee bei Tim Hortons. Sault St. Marie liegt zwischen Lake Huron und Lake Superior und um das Gefälle auszugleichen, gibt es hier und auf amerikanischer Seite große Schleusen. Man darf sogar das Schleusentor begehen.

Die Rezeption unseres heute am Waldrand liegenden Campgrounds meinte, dass man diesen Sommer noch keinen Bären gesichtet habe. Also der Blog hat gute Chancen, weitergeführt zu werden.

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Ab in die Wildnis

Heute widme ich unseren Blog zwei Claudias, meiner Schwester Claudia und meiner Freundin Claudia aus Gilching – siehe unten.

Unser Tag führte uns zunächst nach Orillia, einer dieser vielen kleinen netten Orte mit Restaurants, Cafés, Banken, Klamottenläden (naja) und großartigen Geschäften für Outdoor-Kleidung. Oft wird die Hauptgeschäftsstraße, wie auch hier, mehr oder weniger originell, gekonnt oder weniger gekonnt, aber immer ambitioniert dekoriert. Das können bemalte Wände sein oder wie hier ein gestrickter grüner Frosch, der an einem umhäkelten Baum schaukelt. Ja, Claudia aus LU, ich weiß, das hättest Du auch fotografiert.

Und was machen wir immer, oder fast immer bei unseren Zwischenstopps? Essen. Heute gab es ein typisches besseres Fastfood-Lunch mit ungesüßtem Eistee. Irgendwo müssen die Kalorien gespart werden.

Nach Ankunft am Platz sollte Martin draußen Grillen. Kaum war das Fleisch auf dem Grill, kam ein fürchterlicher Regenschauer. In diesem Fall müssen wir unseren Lotus Grill aus Ludwigshafen loben, denn der verrichtetet die Arbeit auch bei Regen – unter dem LKW, etwas verloren hinter dem Hinterrad. Und Frau Schaffer, es war aber trotzdem lecker, zusammen mit kleinen Kartoffeln und Salat. Und es gab natürlich ein Budweiser.

Jeden Tag nehmen wir uns vor, eine große Strecke zu schaffen, aber noch sind wir Gänseblümchenreisende, die immer wieder etwas entdecken, was es lohnt anzusehen. Das empfinden wir auch als Luxus. Nichtsdestotrotz war unser Ziel heute entlang der Geogian Bay Greater Sudbury. Der Highway wurde zur Landstraße und da hätte man vor Langeweile wirklich sterben können. Links und rechts Bäume, auf jeden Kanadier kommen 3.500 aber mir kam es vor wie 35.000. Die Straße wurde durch Gestein geschlagen und am Straßenrand standen in unregelmäßigen Abständen kleine Steinmännchen. Wenn es nichts gibt, wird auch das Profane großartig.

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