Newmarket Autoshow

Auf unserem Weg, dem Highway 400 nach Norden, bogen wir zufällig im Ort Newmarket ab, um noch ein paar Lebensmittel zu besorgen. Wie immer sprach uns jemand – Paul – auf dem Parkplatz auf unser Fahrzeug an und lud uns ein, doch bei der wöchentlich stattfindenden Autoshow auf dem Parkplatz eines Imbisslokals vorbeizuschauen. Gesagt getan. Inmitten von mit Liebe hergerichteten und sehr lauten Muscle-Cars und Crom glänzenden Harleys waren wir Hamburger die Sensation. Es wurde wie auf allen diesen Veranstaltungen Benzin geplaudert, man war nett und lässig und Dmax-kundig.  Eine Erinnerungsurkunde gab es denn auch noch. Hier sagen Bilder einfach mehr als Worte.

N.B.: mit unserem “RV” wurden wir “Club Pick of the Week” der Highway 11 Cruisers C.C.

 

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Ein Chevy Chevelle war mein Studentenauto

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Toronto

To all the wonderful people we met on our trip. We are very grateful how nice, friendly, helpful, polite and supportive we were received.

Nach kleiner Wäsche im Waschsalon (auch Hausarbeit muss sein), hieß das Tagesziel Toronto. Unweit des CN-Towers, vierthöchstes freistehendes Gebäude der Welt, konnten wir für heftige 50 kanadische Dollars parken. Wir konnten uns nicht auf den Edge-Walk einigen,  einem Rundgang, bei dem man angeseilt, dicht am Abgrund den Moment nachahmt, wenn ein Basejumper vom Turm springt .

So haben wir uns eine Tour auf den Turm geschenkt, zumal zu mal wir mindestens eine Stunde hätten anstehen müssen – oben und unten, versteht sich. Also weiter, entlang der Hockey Hall of Fame, wo man den Stanley Cup bewundern kann, zur Eaton Mall und zum Dundas Square, der dem Times Square doch noch in einigem nachsteht. Die Werbetafeln sind nicht ganz so beeindruckend.  Besonders nett war es aber heute in der Art Gallery of Ontario. Dieses vom Architekten Frank Gehri gestaltete Museum zeigt wunderbare Räume europäischer und kanadischer Kunst. Und hier war sie wieder, die Group of Seven. Besonders die Gletscherbilder fand ich schön.

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Niagara Falls

Ja, was soll man dazu sagen? Wir näherten uns diesem touristischen Hotspot mit dem Fahrrad. Von Niagara-on-the-lake ging es in 15 km und brütender Hitze nach Niagara Falls. Entlang schöner Parks, gepflegter Villenviertel, Golfplätzen, netten Bed-and-Breakfast Plätzen und einfachen Hotels näherten wir uns der den Niagara-Falls. Landseitig umsäumt von wirklich riesigen Hotels kommt man zunächst an einem beeindruckenden Wasserkraftwerk vorbei. Danach kann man auf der anderen Uferseite die amerikanischen Wasserfälle betrachten. Und sorry, Amerika, was dann kommt und zu Kanada gehört, die Horseshoe-Waterfalls sind doch um einiges schöner und beeindruckender als die amerikanischen. In einem Halbrund schäumt beeindruckend viel Wasser über die Wasserkante. Und heute, da es sehr heiß war, konnte der versprühte Wassernebel uns wirklich sehr erfreuen. Und nicht nur uns. Dieses Schauspiel zieht unheimlich viele Leute an, die den Blick von diesem Naturschauspiel nicht wenden können. Und natürlich von der Inszenierung. Die Maid of the mist Boote sind gefüllt mit in rosa und hellblauen Plastiktüten gewandeten Personen, die den Wasserfällen und ihren Wassernebeln ziemlich nah kommen. Ob das so viele frisch verheiratete Paare sind, kann ich nicht sagen.

Am Nachmittag ging es zu unserer nächsten Mission. Rund um Niagara-on-the-lake gibt es viele Vineries. Und man sieht auch viele gepflegte Weingärten und Obstgärten (Pfirsiche). Also sind wir auf Empfehlung zum Ravine Vineyard geradelt. Dort gab es verschiedene Weiße und Rote. Auch Cuvees, die wir noch nie gehört haben, wie red coat und york road. Aber auch Biertrinker kamen auf ihre Kosten mit Barnraiser und Steam Whistler. Zum Essen wurden zwei wirklich leckere Pizzen mit dünnem Teig und leckerem Käse serviert. Dazu zwei Viertel und auf dem Weg nach Hause rollten die Fahrräder nur so dahin. Die Preise der Weine sind eher hoch. Die Flasche jungen Weins kostet zwischen 20 und 30 Dollar.

Was gab es dann noch so zu essen? Gestern mussten wir unbedingt ein Sandwich mit Rauchfleisch probieren. Das Beste soll es bei Schartz´s Delicatessen geben. Dort haben wir es verpasst, aber in Kingston war es auch sehr lecker. Eigentlich ist es so etwas wie Rinderschinken oder wie die New Yorker sagen, Pastrami.

Den Preis für die Auflösung von Barbe à papa geht an meine Schwester Claudia. Ich darf wörtlich zitieren: „Ihr wart noch nie auf einem französischen Jahrmarkt, bemerke ich. Barbe à papa ist nicht etwa das Haarkleid von Ludwig im Gesicht, sondern, ganz klar, Zuckerwatte. Weiß man doch.“

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Kingston, ON

Den Upper Canada Campground haben wir bei bestem Wetter früh verlassen. Etappenziel sollte Kingston sein. Es klingt irgendwie nach Karibik und karibisch waren auch die Temperaturen. Heiß und feucht.  Und so wunderten wir uns nicht über den Rasta-Man, der entspannt auf einer Bank saß. Historisch gesehen war Kingston einmal die Hauptstadt Kanadas. Aus Sicht von Königin Viktoria war aber die Nähe zu Amerika nicht geeignet, die Hauptstadt im Falle aller Fälle zu verteidigen.  So machte Ottawa das Rennen.  Die Stadt ist hübsch, aufgeräumt, Heimat eines Royal Military Colleges und „obacht“ im ganzen Land bekannt für fortschrittlichen Strafvollzug. Ob man das über München oder Landsberg auch im Reiseführer finden würde? Auf unserem Weg weiter nach Niagara-on-the-lake nahmen wir den Highway. Der wird abschnittsweise benannt, wie beispielsweis „highway oft the heroes“. Das macht zwar die Langeweile auf den Highways nicht besser, aber wir  fühlen wir uns doch gleich gut und fahren an einem neuen Lunenburg, Osnabruck oder Cobourg vorbei.

 

An diesem Wochenende ist langes Wochenende in Kanada, weil Montag ein Feiertag ist. So sind viele Leute auf der Straße und auch hier in Niagara-on-the-lake. Von hier möchten wir morgen mit dem Fahrrad zu den Niagara-Fällen fahren. Und danach geht es nach Toronto.

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First Nations (Indianer)

Das Leben der First Nations ist irgendwie auch für Besucher wie uns allgegenwärtig. 1998 entschuldigte sich die Bundesregierung offiziell für das den indigenen Völkern angetane Unrecht offiziell und ist seitdem mit einem knapp 2 Milliarden teuren Hilfsprogramm um Wiedergutmachung bemüht. Aber wichtig scheint, dass das geschichtliche Erbe bewahrt wird und immer wieder in der Öffentlichkeit zu Bewusstsein gebracht wird. In Montréal waren ursprünglich Irokesen ansässig. Von dort stammt auch die Auswahl der Fotos, die Angehörige der First Nations in ihrer Alltagskleidung und in ihrer Stammeskleidung  zeigen. Wir finden, ein vor allem für Europäer interessanter AnsatzL1003899 L1003900 L1003901

Musée d´art contemporain de Montréal

Besonders waren wir an Werken der Group of Seven interessiert.  Ab 1913 reisten die Maler der Group of Seven in die Wildnis von Kanada. Sie waren auf der Suche nach der ungezähmten Natur, die aus ihrer Sicht Kanada ausmacht. Nicht die besiedelten Küsten und Grenzen zu den USA, sondern die ungezähmte Natur des Landesinneren machten sie zu ihrem Sujet. Es sollte der Beginn einer eigenen, kanadischen Schule werden.

 

Mehr Spaß haben uns aber dann die Werke aus den aktuellen Ausstellungen gemacht, die ihr auf den Fotos sehen könnt.

 

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Montreal I

Übernachtet haben wir in Marina Louiseville, einem kleinen Nest am Lorenzstrom. In einem Nebenarm haben Martin und ich uns mal wieder im kanadischen Nationalsport, dem Kanufahren geübt. Nur so viel: es gab lots of Stechmücken. Von dort ging es entlang des Chemin du Roi bis nach Montréal, der größten französisch sprechenden Stadt nach Paris.  Die Stadt war sommerferienleer. Und es war sommerferienheiß. Also ab ins Musée d´art contemporain de Montréal. Natürlich sind wir auch ein bisschen durch das Vieux-Montréal geschlendert. Leider konnten wir die Basilique Notre-Dame nicht besichtigen, weil am Nachmittag vier Trauungen stattfanden. Uns war es eh viel zu warm und so waren wir froh, kurz hinter Chinatown im Erdboden zu versinken. Unter Montréal gibt es seit den sechziger Jahren ein 30 km langes Wegenetz, gesäumt von unzähligen Geschäften und Cafés. So ist es möglich, trockenen Fußes ohne zu frieren oder zu schwitzen vom Bahnhof bis zum Büro oder zum Hotel zu kommen. Nicht unpraktisch.

Und weiter ging es Richtung  Toronto. Unser erster Übernachtungsplatz in Ontorio ist bemerkenswert. Wir sind auf dem „exklusiven“ Upper Canada Campground. Jedem Platz sein Gartenzwerg, seine mit Solarzellen betriebene Windmühle, den angeketteten Kampfhund, und Haute Couture in Jucy Couture. Und alle sehr freundlich und entspannt. Und natürlich das abendliche Lagerfeuer. Verschürt wird alles, was brennt, wirklich alles und so wird der Platz so langsam von einer dicken Rauchwolke überzogen. Wirklich gut ist die Samstag Abend Disko mit einer Mischung aus Country und Evergreens. Auch das ist Kanada.

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Quebéc II

Die Attraktion ist heute der Marché aux vieux ports, der Viktualien-Markt von Quebéc. Gemüse, Erdbeeren, Torten, Foie Gras, Käse, Gebäck, Creme brûle mit Ahornsirup, Wein, alles lecker, alles fein. Bitte, bitte keine Hamburger mehr. Und ganz lecker: Barbe a papa (Auflösung morgen). Das Obst und das Gemüse ist knackig, schön präsentiert, aber nach unserer Einschätzung auch nicht ganz billig. Macht Euch selbst ein Bild, die Preise sind ja mit fotografiert. Und was haben wir heute zu Abend gegessen? Gefüllte Kalbfleischröllchen in einer leckeren Senf-Sahne-Soße mit gelben Bohnen (das Lieblingsgemüse von Paul und Hannah). Dazu einen Salat mit Radieschen und leckeres französisches Weißbrot, damit nichts von der leckeren Soße übrig blieb. Ja, nichts von wegen Feuertopf Texas. Wir reisen mit Stil.

 

Nebenan hatte heute der Sommer-Kunsthandwerkermarkt von Quebéc geöffnet. Wie jeder dieser Märkte, die es von Wanne-Eickel bis Quebéc gibt, konnte man die ewig gleichen Produkte erstehen: Getöpfertes, Holzspielzeug, Kleider, unter denen jede Speckrolle verschwindet (eigentlich praktisch), Filzhüte, die einen wie einen Karnevalisten aussehen lassen, Schmuck von hübschen und weniger hübschen Schmuckdesignerinnen und Ledergürtel, die riechen, wie der Hund vom Nachbarn. Leider war der Akku meines Fotos leer, also hier ist nun Fantasie gefragt.

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Quebéc I

Nach unserer Nacht auf dem vom Papst persönlich akkreditierten Platz mit Internetanschluss und strengem Webfilter, was gezeigt werden darf (bei Google News gab es viele Beiträge OHNE Bilder) starten wir nach Quebéc.

Schon die Silhouette ist vielversprechend. Über allem thront Le Chateau Frontenac, ein riesiger Hotelkomplex, der Schloss Neuschwanstein von außen in nichts nachsteht. Davor befindet sich die Terrasse Dufferin, eine Aussichtsterrasse der Extraklasse mit einem schönen Blick auf den Fluss, die Brücke. Die Terrasse selbst wurden wir aufs Beste von Gauklern unterhalten. In die Unterstadt gelangt man über die Escalier Casse-Cou (Genickbruch-Treppe). Wir haben es überlebt, genau wie die erste Begegnung mit einem Bären.

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Québec, wir kommen

In Tadoussac setzten wir mit der Fähre über den Fjord de Saguenay. Nein, wir haben keine Whale-Watching Tour mitgemacht. In La Malbaie machten wir Halt bei einer überaus empfehlenswerten Boulangerie Artisanale. Hier gab es leckeres Brot, Kuchen und Kaffee. Und dann wollten wir natürlich noch das Manoir Richelieu sehen. Ein Megahotel, das 1928 für reiche Sommerfrischler errichtet wurde, heute zur Fairmont-Kette gehört und dem Chateau Frontenac in Québec ähnelt. Leider regnete es wie aus Eimern. Aber was wir sahen, sah viel versprechend und nach wie vor edel aus. Eine kleine Trainingsrunde für meinen Fahrer Martin gab es dann auch noch. Steigungen/Gefälle von bis zu 15 Prozent und wir fuhren die Route du Fleuve vorbei an Saint-Iréne, Saint-Joseph-de-la-Rive bis nach Baie-Saint Paul. Das viel beschriebene Künstlerdorf. Das unbestritten Beste, was aus diesem Ort stammt ist wohl der hier gegründete weltberühmte Cirque de Soleil. Als wir kurz vor Sainte-Anne-de Beaupré am Straßenrand anhielten, um unser Nachtziel zu besprechen, klopfte es an die Tür und das Paar, das mit Autisten zusammenlebt, stand draußen. Direkt nebenan haben sie ihr Chalet und uns, welch großer Zufall von ihrer Terrasse aus entdeckt. Die Einladung zu einer Tasse Kaffee und einem Schnack haben wir sehr gerne angenommen. Der Garten des Chalets bot einen sehr schönen Ausblick bis nach Québec.

Jetzt stehen wir auf dem Kirchenparkplatz von Sainte-Anne-de Beaupré mit Blick auf den Lorenzstrom und erkennen, was atlantische Tiefausläufer sind. Gut oder?

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