Klondike Highway, Yukon

In Whitehorse regnete es, aber wir hatten noch eine Mission: Yukon Meat & Sausage. Eine Vorzeigemetzgerei wie in Good Old Germany. Ja und die Sandwiches auf Brot der Schweizer Bäckerei, sie waren ein Offenbarung auf dem regnerischen Klondike Highway.

Und da wir es nicht eilig hatten, suchten wir nach keinem handfesten Grund, um 9 km weit für eine Tasse Kaffee abseits des Highway zu fahren. Bean North Coffee Roasting Company LTD ist ein Rösterei und ein Café im leicht alternativen Stil. Dies mal wieder als Tipp für den nächsten Sonntag Nachmittag. Was uns dort auch gut gefallen hat, ist die in einen Baum integrierte Bibliothek für unterwegs, in die man gelesene Exemplare einstellen und gegen andere austauschen kann.

Und dann kam erst mal 200 km nichts. Straße, Schotterstraße, Bäume, Hügel, Seen, Flüsse, Brücken und keine Häuser. Also das Normale im Norden von Kanada.

Die einzige nennenswerte Abwechslung war die Five Finger Recreation Site. Von der Straße führt ein steiler Pfad über Treppen nach unten an die an dieser Stelle beachtlichen Stromschnellen des Yukon, die den Kapitänen früherer Zeit einige Probleme bereitet hatten. Heute gibt es Touren mit dem Kanu von Whitehorse nach Dawson City auf dem Yukon (die Entfernung auf dem Highway beträgt ca. 550 km). Leider kamen heute keine Kanus vorbei. Zu nass, zu kalt, 10 Grad Celsius.

Wir stehen heute auf einem Government Campground „Mouse Creek“ für 12 Dollar. Dafür bietet er Feuerholz so viel man möchte und komfortable Outhouses. Und die Hälfte der Gäste des Sonntag-Condor-Fliegers von Frankfurt nach Whitehorse. Also alles in allem ganz gemütlich.

Tiermäßig gab es heute ein Reh, einen Fuchs und ein Arktisches Erdhörnchen.

 

nach Whitehorse, YT

Es war kühl, 12 Grad Celsius, als wir Watson Lake verließen. Der Campground war ziemlich leer und er schließt am 15. September. Die Straße war nicht gerade spannend, das fanden wohl auch viele vor uns. Uns so wurden die Böschungen kurzerhand mit aus Steinen gelegten Botschaften verziert. Love, Tom and Lind forever, Herzchen oder einfach der eigene Name lauteten die Botschaften. Auch so kann man sich als Beifahrer die Zeit vertreiben. Nach 150 km bot sich bei den Rancheria Falls endlich eine Möglichkeit, die Beine zu vertreten. Mitten im Wald führte ein Boardwalk bequem zu einem mittelprächtigen Wasserfall. Pilzkundige Spaziergänger hätten sicherlich ihre Freude an den vielen und unterschiedlichen Exemplaren gehabt. In Teslin, einem Weiler mit 300 Einwohnern machten wir Stopp an dem üblichen Dreierlei von Tankstelle, Restaurant und RV-Park. Das Essen war erstaunlich lecker und für 1 Dollar 99 Cent konnte man Kaffee trinken, bis er aus den Ohren wieder hinausschoss. Lebende Tiere gab es heute keine, dafür aber in der dem Restaurant angeschlossenen Ausstellung der hier lebenden Wildtiere. Nun kann ich in etwa einschätzen, wie groß ein Elch und wie groß ein Grizzlybär ist. Und, ich muss es eingestehen, in ausgestopftem Zustand waren sie recht sympathisch. Weiter ging es gähnend langweilig auf dem Highway, da half die Hör-CD Hummeldumm ungemein. Und nun regnet es ziemlich, es ist kühl und wir sind in Whitehorse, die größte Stadt im Yukon Territory, das wir ich nun per Posting erfahren habe, kein Bundesstaat ist.