DeLand

Heute morgen sind wir wieder früh aufgestanden, um noch einmal nach den Manatees zu sehen. Nachdem die Nacht ziemlich kühl war, hofften wir wieder auf ein paar Exemplare und wir wurden nicht enttäuscht. Wenn man so früh unterwegs ist, macht auch die Stille, mit der man diese entspannten Tiere beobachten kann, einen Teil des Reizes aus. Nachdem auch wieder der Ranger unterwegs war und wir schon auf dem Rückweg waren, haben wir unsere Campnachbarin Annika getroffen. Eine sehr nette, hübsche und smarte junge Frau, die ein bisschen Deutsch spricht (Austausch in Rheda-Wiedenbrück), aus Neuseeland stammt und seit einiger Zeit durch die USA reist. Zwischendurch arbeitet sie online und verbringt den Tag dort, wo es Internet gibt (Starbucks?). Dann gibt es wieder reine Reisephasen. Wir wünschen ihr viel Glück.

So und dann wollten wir ja heute nach DeLand, eine Kleinstadt nördlich von Orlando. Ein Tipp, den wir über Dieter bekommen haben. Und wirklich, diese Stadt ist so, wie man sich Florida Ende der Sechziger Jahre vorstellt. Eine hübsche Mainstreet mit einem Opernhaus von 1902, einem eindrucksvollen Gerichtsgebäude und vielen netten Geschäften, Cafés und Restaurants. Und einem Barber, dem besten in Florida. Kein alter Frisörladen, nein ein durchaus sorgfältig gestylter Ort, wo Mann fachgerecht den Bart gestutzt bekommt, wo mit dem Messer rasiert wird und noch die Haare geschnitten werden. Was den Damen die blonde und gelockte Friseurin, ist den Herren der vollbärtige und tätowierte Barber. Während Martin sich also diesem männlichen Vergnügen hingab, bin ich ein bisschen durch DeLand gebummelt.
Danach gab es ein köstliches Mittagessen bei De La Vega, einem mexikanischen Restaurant.

Ja, und eigentlich wollten wir noch in südlich von Kissimmee zu Gatorland, das haben wir aber leider nicht mehr geschafft und so stehen wir in Kissimmee auf einem Campground und werden vermutlich morgen die Alligatoren besuchen. Wir hatten kurz überlegt, ob wir zu Epcot oder Disney wollen, uns aber nur für Gatorland entschieden. Wenn man die I-4 entlangfährt, gibt es überall Hinweise auf Themenparks. Da gibt es zum Teil die abstrusesten Dinge. Besonders gut hat uns „Holyland Experience“ gefallen. Wir sind noch am Rätseln, ob man dort mit ganz oben in Kontakt kommen kann.

Manatees

Der Ranger beim Einlass in den Park hatte uns gestern erklärt, dass die Manatees im Blue Spring Park nur morgens bis 9.30 Uhr zu beobachten sind. Also sind wir um 7.30 Uhr los, um Manatees zu beobachten. Man möchte meinen, dass solche eine Sensation alle Campingplatz-Besucher frühmorgens aus dem Bett scheucht. Aber weit gefehlt. Wir waren fast die einzigen, die mit Fotoapparat bewaffnet im Park unterwegs waren. Und obwohl heute keine Sonne scheint, war die Stimmung schon ein wenig magisch. Gesäumt von schönen alten Bäumen, an denen auch hier das Spanische Moos herunterhängt, führt ein Boardwalk an einem glasklaren Gewässer entlang und ermöglicht sehr schöne Ausblicke auf die Blaue Quelle. Zunächst sahen wir wirklich große Fische. Man kann bis auf den Grund schauen, man sieht Wasservögel, allein das fanden wir schon gut. Und dann entdeckten wir eine Gruppe von Mantees am gegenüberliegenden Ufer. Sie lagen träge im Wasser und bewegten sich kaum. Manchmal tauchten sie ein wenig auf, um zu atmen und dann fielen sie schon wieder in Zeitlupe unter die Wasseroberfläche. Da das Wasser aber kristallklar ist, konnte man sie gut beobachten. Und dann tauchte ein Ranger auf, der von einem Angelboot aus jeden einzelnen Manatee filmt. Dazu hält er, wenn er einen entdeckt hat, eine Kamera unter Wasser und sucht so den ganzen Flusslauf ab. Er spricht leise mit den Manatees und die scheinen ihn zu kennen und so tauchten auf einmal vielleicht 12 Manatees nacheinander auf. Das war wirklich sehr schön zu beobachten. Für alle, die das auch mal sehen möchten: www.savethemantee.org/livecams. Live sind sie hier von November bis März zu sehen, weil sie dann den kälteren St. John’s Fluss verlassen, um sich hier im wärmeren Blue Springs aufzuhalten.

PS: Anmerkung des Fotographen: Tiere im Wasser sind eine echte Herausforderung

Nikolaus

Der Tag versprach brütend heiß zu werden. Das Ersatzteil war auf dem Weg zu Mercedes in Daytona und wir auch. Auf Wiedersehen Du schöner Campground in New Smyrna Beach und beste Grüße an die Hostlady, die vor mehr aus 30 Jahren aus Meisenheim eingewandert ist.
Und dann natürlich noch beste Grüße an Nia, die heute Geburtstag hat.

Also los ging es. Es waren 30 Kilometer zu fahren. Schon nach 10 km hatten wir die 100 Grad erreicht. Die Warnlampe auf gelb. Also an den Randstreifen der Autobahn und abwarten. Da es aber um 10.00 Uhr schon 26 Grad Celsius Außentemperatur hatte, kühlte so schnell am Motor nichts ab.
Bei 97 Grad Motortemperatur fuhren wir weiter. Nach weiteren 2 km wieder Stopp. Vorbei am Daytona Beach Race Center. Rückwärtig dazu gab es einen Möbelladen mit einem schattigen Parkplatz. Also wieder Pause. die Zeit haben wir genutzt, um uns wuchtige Sofas und gemütliche Betten anzuschauen. Ein kurzer Blick auf die Tribüne des Race Centers. Aber sehen konnte man nichts, dafür aber das gewaltige Brummen riesiger Motoren hören, hier wurden offenbar Trainingsrunden gefahren.
Auf der Terrasse eines nebenan liegenden Restaurants saßen die drei Damen, die sich prächtig unterhielten und sich auch gerne fotografieren ließen.
Bei 85 Grad Motortemperatur ging es weiter. Wieder fünf Kilometer geschafft und wieder zu heiß und wieder eine Pause. Das Navi zeigte an, noch zwei Kilometer bis zum Ziel. Und das haben wir dann auch ziemlich angespannt erreicht.
Das Ersatzteil, ein Thermostat war inzwischen angekommen, der Mechaniker stand bereit und los ging es. Etliche Schrauben des Verbindungsbalgs lösen (kennen wir ja inzwischen vom Glühbirnen-Wechseln), Fahrerhaus kippen, Kühlwasser ablassen und auffangen, reparieren. Dann alles zurück, zwei Probefahrten und alles war wieder gut. Das Ersatzteil kostete 20 Euro, die Schnellfracht mit UPS und die Reparatur einiges mehr. Aber gut.
Unser Ziel heute ist der Blue Spring State Parks, wo man Manatees beobachten kann. Wir kamen um 17.00 Uhr an, machten noch einen kleinen Spaziergang zum Wasser, aber die Manatees waren schon weg. Also morgen früh.

Wiener Schnitzel

Was ist heute passiert? Eigentlich nichts. Da wir bis morgen auf unser Ersatzteil warten müssen, haben wir den Vormittag, bevor wir an den Strand gefahren sind, plaudernd mit diversen Nachbarn verbracht.
Nachbarpaar 1 kommt aus Ohio, steht seit 14 Jahren jedes Jahr für ein paar Monate auf diesem Platz in New Smyrna Beach. Über Weihnachten fahren sie mit dem Auto nach Hause, um mit ihren Kindern und Enkelkindern zu feiern, spätestens am 2. Weihnachtstag sind sie wieder hier. Sie ist 66, er ist wahrscheinlich ähnlich alt. Immer wieder fällt uns auf, wie früh hier viele in Rente gehen.
Paar 2 hat auf dem Finanzamt gearbeitet, sie ist 55, er 57 und nun auch in Rente. Bleiben ein paar Monate hier. Leben im Sommer etwas nördlich von Boston.

Allen Gesprächen gemein ist oft der Wunsch nach Geschichte, nach historischer Einordnung. Der persönlichen Geschichte spürt man gerne nach, aber auch der des Landes. Wir bekommen oft Tipps zu Historic Landmarks, die wir unbedingt besuchen sollten. Haben wir auch ein paar Mal gemacht. Die Präsentation von einer alten Mühle, einem alten Schulhaus, den Überresten einer Baumwollplantage und ähnlichem ist oft mit viel Herzblut präsentiert, aber meist ohne historischen Einordnung.

Wir aber schauen in die Zukunft. Und da ist morgen der Besuch in der Mercedes-Werkstatt wichtig. Und um uns ein bisschen abzulenken und zu trösten, gab es heute die besten Wiener Kalbsschnitzel westlich des Atlantiks. Und das ist kein Fake.

Der Strand ruft

Mon Delice Frenche Bakery war heute unser erstes Ziel. Die Croissants, die Baguettes, die Süßstückchen, einfach lecker. Mit Brot und einem Kartönchen Gebäck bewaffnet, fuhren wir zu unserem Strandplatz, um dort mit Blick aufs Meer Kaffee zu trinken und Croissants zu essen. Das Warten auf das Ersatzteil ist also nicht allzu hart. Am Montag hat es per UPS Heide verlassen und sollte also am Mittwoch in Daytona Beach sein. Bis dahin müssen wir uns hier ein bisschen bräunen, am Strand rumhängen, lesen und Kaffee trinken.

Auf dem Campground in der Old Mission Road 1300 wohnen vor allem Langzeit Überwinterer. Martin und ich sind hier mit die Jüngsten. Normalerweise bekommt man bei der Ankunft auf einem Campground einen Plan ausgehändigt, auf dem vermerkt ist, auf welchem Platz man nun steht, wo die Waschmaschinen stehen, wo die Toiletten/Duschen sind, wohin der Müll gehört, wie schnell man fahren darf, was die Attraktionen in der näheren Umgebung sind. Der Prospekt hier hat noch eine Besonderheit. Hier werden die Local Churches gelistet, 6 an der Zahl: Glenocoe Baptist, First United Methodist, Sacred Heart Catholic, Church of Nazarener, Trinity EV Lutheran und First Presbyterian. Ich bin mir nicht sicher, gibt es bei uns auch solch eine Auswahl?
Schon hoch im Norden in Neufundland haben wir uns oft gewundert, dass die Parkplätze der kleinsten Kirchen in den kleinsten Orten am Sonntag voll waren. Das hat sich ein bisschen relativiert bis auf die Höhe von Washington, aber hier im Süden sind die Kirchen am Sonntag wieder voll. Bei unserem Besuch in Georgia haben wir erfahren, dass wenn man Mitglied in einer Gemeinde ist, mit Eintritt in die Gemeinde einen Packen Umschläge bedruckt mit der eigenen Mitgliedsnummer erhält. Danach wird erwartet, dass jeden Sonntag ein gefüllter Umschlag im Gottesdienst abgegeben wird. So wird gesehen, ob man in der Kirche war und der Pastor, der ja in gewisser Weise sein eigener Unternehmer ist, stellt so sicher, dass Geld in die Kasse kommt. Andererseits wird die sonntägliche Dienstleistung des Pastors mit Herzblut abgeliefert. Zusätzlich unterhalten die Kirchen viele Kommittes, z.B. Blumenschmuck, Feste, Betreuung von Älteren, etc., und da gehört es zum guten Ton, sich hier zu engagieren. Gerade in ländlichen Gegenden bieten die Kirchen gesellschaftliches Leben. Trotzdem ist die soziale Kontrolle ganz schön stark. Das wird dann noch besonders offensichtlich, wenn die Kirche auch noch eine private Schule unterhält. Neben dem Schulgeld, das dann zu entrichten ist, werden die Eltern dann auch noch genötigt, in die entsprechende Kirche einzutreten. Kirche ist hier also mehr Business als bei uns.

Strandtag 2

So heute am 1. Advent haben wir kein Lichtlein entzündet, aber zwei unserer Fensterscheiben mit Weihnachtsornaments geschmückt.
Danach sind wir wieder zum Strand gefahren. Ein kleiner Spaziergang und schon mussten wir uns erschöpft in unsere Strandstühle fallen lassen. So wie die beiden, die wir auch fotografiert haben. Nach zwei Stunden Baden und Krimi lesen hatten wir aber genug und machten uns auf den Weg in die City. Dort in der Flagler Avenue reihen sich Kneipen, Cafés, Souvenirgeschäfte, T-Shirt-Läden und Schmuckgeschäfte aneinander. Am Sonntag Nachmittag waren besonders die zur Straße hin offenen Kneipen und Restaurants gut besucht, da Football übertragen wurde. In einem Hinterhof fanden wir ein nettes Café, die ganz ordentlichen Cappuccino serviert haben. Danach machten wir uns auf den Weg, um einen Deko-Flamingo zu erstehen. Auf dem Campground und vor einigen Ferienhäusern hatten wir schon ganz respektable Ausgaben gesehen. Jetzt haben wir auch einen ca. 30 cm hohen Flamingo aus Blech, der aus unserer Holzwand im Garten von St. Peter Ording etwas ganz besonderes machen wird.
Ziel für unser Abendessen war die Treehouse Bar der Norwood´s Eatery and Wine Shop. Um eine alte Eiche ist ein Restaurant/Kneipe gebaut. Und besonders im 1. Stock hat man den Eindruck, in einem Baumhaus zu sitzen. Bei angenehmen 20 Grad Celsius konnten wir dort das Fehlen des Adventskranzes gut verschmerzen.

Am Beach – New Smyrna Beach

Echtes Florida-Wetter. Es ist warm und schwül. Aber darf man meckern? Nein, denn in Hamburg ist es kalt und feucht.

Da wir nun bis mindestens Dienstag warten müssen, bis das Ersatzteil (Thermostat) aus Deutschland zu Mercedes in Daytona geschickt wird, vertreiben wir uns jetzt die Zeit am Beach. Das Auto wird binnen 10 km zu heiß, aber zum Strand können wir immer noch rollen. Ähnlich wie in St. Peter-Ording darf man hier für 10 Dollar Gebühr auf den Strand fahren. Dann muss man nur noch die Strandstühle hervorholen, den Cooler und den Sonnenschirm und der Tag wird wunderbar. Am Samstag trifft man viele Familien, junge und ältere Paare, ein paar durchtrainierte Beachbumbs, aber figürlich auch das ganze Gegenteil davon. Allen ist gemeinsam, dass niemand vom anderen Notiz nimmt. Sehr angenehm. Es geht ganz langsam flach ins Meer, wobei die Brandung heute schon nicht schlecht war. Dass nichts passiert, darauf passt ein Nachfolger von David Hasselhoff auf.

Die Küstenlinie ist dicht bebaut und man sieht überall (nicht nur hier) die Schäden, die Irma angerichtet hat. Bei Einzelhäusern ist oft der ganze Unterbau weggespült, bei Appartementanlagen müssen an vielen Stellen die Balkons und Fensteranlagen neu gemacht werden. Einer der vielen, mit denen wir uns am Campground immer unterhalten, erzählte, dass er sein Haus im Norden Floridas nach einem der Vorgänger von Irma gerade wieder in Stand gesetzt hatte und dann kam Irma und wieder war alles hinüber. Nun hat er das Haus verkauft und reist erst einmal mit dem Trailer durch die Gegend, bis er sich neu niederlässt.
So, und dann gibt es noch jede Menge Seevögel, die es am Strand auch ganz nett finden und die vor den Menschen relativ wenig Scheu haben. Es ist auf alle Fälle kurzweilig, sie zu beobachten.

Maschine kaputt

Heute haben wir die ganze Nacht das Meer rauschen hören. Das war wirklich wunderbar. Aber die Plätze am Strand sind in Florida auch gewaltig teuer. Also haben wir uns entschieden heute weiter nach New Smyrna Beach zu fahren. Auf dem Weg dahin wollten wir eigentlich noch beim Marineland auf Florida, einem Delphinpark, halten.

Aber da meldete das Kühlwasser „zu heiß, zu heiß, Hilfe 100 Grad Celsius“. Auch langsameres Fahren half nicht. Also blieben wir auf einem Walmart Parkplatz stehen, um nach Ferndiagnose der Werkstatt aus Heide mit der LKW eigenen Druckluft die Lamellen der zwei Kühler zu reinigen. Eine Menge Schmutz flog weg, aber dem Auto war es immer noch zu warm.
Wir fuhren also zu Mercedes in Daytona. Ein sehr schicker Laden. Wir wurden zuvorkommend begrüßt und Joe Drewes und Frank Kosiba setzten alles in Bewegung, dass unser Auto noch einmal in der Werkstatt untersucht wurde. Aber auch hier konnten erneute Reinigungsarbeiten an den Kühlerlamellen nichts am Problem ändern. Das Auslesen der Fehler war mangels Lizenz der LKW Software nicht mit Erfolg gekrönt. Vorsichtig fuhren wir also weiter zu unserem Campground in New Smyrna Beach. Hier haben wir nun in Heide einen neuen Thermostat bestellt und wir hoffen, den möglichst bald wieder in Daytona eingebaut zu bekommen.

Die Werkstatt von Mercedes war wirklich sehr nett und gut ausgestattet. Es gab Kaffee, Wasser, Obst, frische Cokkies und Eiscreme. Reichlich. Und mit Frank Kosiba noch eine nette Unterhaltung über die Pfalz und den Dürkheimer Wurstmarkt, die er jedes Jahr gerne besucht.

So, inzwischen ist es dunkel, aber wir möchten natürlich anlässlich des nahenden 2. Advent nicht versäumen zu zeigen, wie bei heute 27 Grad Celsius Weihnachtsdekoration auch aussehen kann. Wir für uns suchen noch einen Weihnachtsflamingo. Sobald wir eine gefunden haben, werden wir ihn hier vorstellen.

St. Augustine

Unser Tagesziel heute ist St. Augustine. Bei allerbestem Wetter machten wir uns auf den Weg, um erst einmal einen Cappuccino zu trinken und zwar bei Panera Bread. Dort gibt es leckeren Kuchen, Sandwiches und Kaffee. Sehr zu empfehlen.
Danach brauchten wir noch Bier. Das gibt es je nach Bundesland auch im Supermarkt. In manchen gibt es auch harten Stoff wie Whisky oder Gin, aber manchmal gibt es alles auch nur in bestimmten Liquor-Stores. Hier in Florida heißen die ABC. Also betraten wir heute einen ABC Tempel. Sehr ansprechend aufgemacht, gibt es alles, was Alkohol enthält. Gekühltes Bier, Weine aus alle Welt mit Beratung, Whisky, Gin, Wodka, etc. Das ganze ansprechend als Konsumartikel angeboten und nicht wie in Kanada oder Norwegen mit Apothekenfeeling und schlechtem Gewissen.

Die A1A entlang an Atlantic Beach, Neptune Beach, Jacksonville Beach und Ponte Vedra Beach. Man kann die einzelnen Orte eigentlich nicht auseinander halten, denn es handelt sich hier um eine Aneinanderreihung von Hotels, großen und kleinen Shopping-Centern, Tankstellen, Restaurants und pompös gestalteten Eingängen zu bewachten Wohngebieten. Besonders die kleinen Shoppingcenter beherbergen so nette Läden wie „Fluffy Cuts Pets Spa“ oder „Caddy Shack Golf Lessons“. Dann aber kommen wieder schöne und menschenleere Strandabschnitte, wie zum Beispiel „South Ponte Vedra Beach“. Hier haben wir eine kleine Pause eingelegt und den schönen Strand genossen.

So, aber das Tagesziel hieß ja St. Augustine. Diese Stadt ist die älteste nichtindianische Stadt der USA. Die Stadt wirkt sehr spanisch von der Architektur und bietet so interessante Gebäude wie das Castillo de San Marcos, die Bridge of Lions, das Oldest Wooden Schoolhouse und das Colonial Quarter. Letzteres wirkt wie die Drosselgasse auf spanisch/amerikanisch. Eine Fußgängerzone zieht sich durch kleine historisierende Häuser, in denen der übliche Touristen Schnickschnack verkauft wird. Unterbrochen von Restaurants, wo man den üblichen Touristenschmaus bekommt. Besonders schön war aber das Flagler College. Dieser Prachtbau mit Türmen, Innenhof und eindrucksvoller Eingangshalle wurde 1888 als Hotel Ponce de Léon eröffnet. 1968 wurde aus dem Luxushotel ein College. Das gegenüberliegende ehemalige Alcazar Hotel beinhaltet heute das Lightner Museum. Ein ganz kleines bisschen sieht man aber noch die Pracht, die in St. Augustine herrschte, als Eisenbahnmogule wie Herr Flagler Hotels für die vermögenden Sommerfrischler aus dem Norden baute, die mit seiner Eisenbahn nach Florida reisten.
Auch hier in St. Augustine geht es nun auf Weihnachten zu, was man an den teils überbordenden Weihnachtsdekorationen sieht. Und auf uns wirkt ein Schneemann, auch wenn er aus Plastik ist, bei 25 Grad Celsius zumindest merkwürdig. Wir übernachten bei fast Vollmond südlich von St. Augustine direkt am Meer. Wir hören es rauschen. Ist das nicht großartig?

Hallo Florida

Heute morgen war es in Brunswick ganz schön warm. Um 10.00 Uhr schon 22 Grad Celsius. Richtig schnell vom Platz kamen wir auch nicht, da nach und nach ein paar Jungs vorbei schlenderten, um das „Rigg“ zu bewundern. Da man um diese Zeit viele Langzeitcamper trifft, muss man auch helfen, deren Langweile zu mildern.

Dann erfährt man ein Passant eine Menge aus dem Leben unterschiedlicher Amerikaner. Da gibt es wie immer die mit deutschen Wurzeln oder Erfahrungen bei der Armee im Auslandseinsatz in Deutschland. Das war meist in den 1980er Jahren, liegt also schon ein paar Tage zurück, aber in den Erzählungen ist es, als wäre es gestern gewesen. Einer der Jungs von heute erzählte, dass er sein Haus in Kentucky verkauft habe, nun in einem Fifthwheeler wohnt, weil seine Frau einen Job in Brunswick gefunden habe. Er selbst sei schon Rentner. Wieder einer der gut aussehenden Mitfünfziger, der bei der Armee beschäftigt war. Ein anderer hat erzählt, dass er im Norden der USA wohnt, aber den Herbst in Florida verbringt, den Winter aber zu Hause ist, weil er gerne Ski fährt. Leider aber gibt es in den letzen Jahrzehnten kontinuierlich immer weniger Schnee. Da liegt an den natürlichen Zyklen, die es schon immer gegeben hat und die es immer geben wird. Global Warming, nein daran glaube er nicht.
Manchmal trifft man auch Familien mit Kindern im schulpflichtigen Alter. Auf die Frage, warum die Kinder nicht in der Schule sind, kam ein paar Mal die Antwort, dass die Kinder Home Schooling machen und von den Eltern unterrichtet werden. Home Schooling ist hier in den USA einfach zu praktizieren. Es gibt Online-Foren, Gruppen, die sich zusammentun und manchmal auch Kontakte zu Schulen, die ihre Labors zur Verfügung stellen. Man kann aber auch durch die Gegend reisen und die Kinder unterrichten. Es gibt also keine Vorgaben. Einzig an den offiziellen Prüfungen muss man teilnehmen und dadurch nachweisen, dass man etwas gelernt hat. Die Gründe für diese Art der Schule liegen nach unseren Beobachtungen in weltanschaulichen, religiösen oder aber in praktischen Gründen.

Nachdem wir nun wieder um allerlei Lebensweisheiten reicher waren, fuhren wir nach Amelia Island. Es gibt dort nur eine kleine Stadt, Fernandina Beach. Der Fernandina Beach Historic District wirkt wie eine Stadt aus dem 19. Jahrhundert, als sie Exporthafen für Zypressenholz war und man hier eine Blüte erlebte. Aber schlecht geht es der gepflegten Stadt nicht, es gibt viele nette Restaurants, Cafés und Geschäfte, die am Mittwoch nachmittag auch nicht schlecht besucht waren. Der Palace Saloon von 1878 ist angeblich die älteste Kneipe Floridas. Wir waren nicht drin, denn für ein Bier war es uns zu warm. Übernachten wollten wir im nahegelegenen Fort Clinch State Park. Da wir aber keine Reservierung hatten, bekamen wir keine Platz, da alles schon belegt war. Schade. Also machten wir uns auf den Weg der Küsten entlang und die Anwesen und Gated Communities, an denen wir vorbeifuhren, ließen auf eher wohlhabende Amerikaner schließen. Sehr schick. So rollten wir gemütlich auf der A1A weiter Richtung Jacksonville. Im Norden von Jacksonville gibt es einen großen Marine-Stützpunkt. Heute stand das starten und landen von Hubschraubern auf dem Ausbildungsprogramm. Das konnten wir beobachten, solange wir auf die Fähre über den Intercoastal Waterway warteten. 20 Dollar für 8 Minuten Fahrt und schon waren wir auf der anderen Uferseite. Dort übernachten wir nun im Kathyn Abbey Hanna Park, einem ziemlich großen Statepark.
Was uns seit Brunswick mehr oder weniger stark begleitet, ist der Geruch von einigen Papierfabriken, an denen wir vorbeigefahren sind. Papierfabriken haben wir auch schon in Kanada gesehen und gerochen, aber in den USA muss es davon ganz viele geben.