Es war kühl, 12 Grad Celsius, als wir Watson Lake verließen. Der Campground war ziemlich leer und er schließt am 15. September. Die Straße war nicht gerade spannend, das fanden wohl auch viele vor uns. Uns so wurden die Böschungen kurzerhand mit aus Steinen gelegten Botschaften verziert. Love, Tom and Lind forever, Herzchen oder einfach der eigene Name lauteten die Botschaften. Auch so kann man sich als Beifahrer die Zeit vertreiben. Nach 150 km bot sich bei den Rancheria Falls endlich eine Möglichkeit, die Beine zu vertreten. Mitten im Wald führte ein Boardwalk bequem zu einem mittelprächtigen Wasserfall. Pilzkundige Spaziergänger hätten sicherlich ihre Freude an den vielen und unterschiedlichen Exemplaren gehabt. In Teslin, einem Weiler mit 300 Einwohnern machten wir Stopp an dem üblichen Dreierlei von Tankstelle, Restaurant und RV-Park. Das Essen war erstaunlich lecker und für 1 Dollar 99 Cent konnte man Kaffee trinken, bis er aus den Ohren wieder hinausschoss. Lebende Tiere gab es heute keine, dafür aber in der dem Restaurant angeschlossenen Ausstellung der hier lebenden Wildtiere. Nun kann ich in etwa einschätzen, wie groß ein Elch und wie groß ein Grizzlybär ist. Und, ich muss es eingestehen, in ausgestopftem Zustand waren sie recht sympathisch. Weiter ging es gähnend langweilig auf dem Highway, da half die Hör-CD Hummeldumm ungemein. Und nun regnet es ziemlich, es ist kühl und wir sind in Whitehorse, die größte Stadt im Yukon Territory, das wir ich nun per Posting erfahren habe, kein Bundesstaat ist.
Yukon Territory 2014
Route 21. – 23. August
auf nach Yukon Territory
Es regnete leicht, als wir den Muncho Lake verließen. Unser Ziel waren die 40 Minuten entfernten Liard River Hot Springs. In Kanadas Norden werden Entfernungen nicht in Kilometern, sondern in Zeiteinheiten beschrieben. Somit lag Liard River Hot Springs um die Ecke des Muncho Lakes. Für 5 Dollar pro Person erhielt man Eintritt in den Provincial Park. Ein Holzsteg führte über ein warmsumpfiges Gebiet und nach 10 Minuten standen wir staunend vor dem Alphapool. Ein weitgehend naturbelassener Teich, der ganz natürlich eingefasst ist von Pflanzen, Farnen und umgefallenen Bäumen. Ein bisschen wie wir uns den Urwald vorstellen. Es gibt sehr gepflegte Umkleidekabinen und Holztreppen führen in den Naturpool, der in seinem Verlauf immer kühler wird. An den heißesten Stellen kann man es kaum aushalten. Ein leichter Geruch nach Schwefel (also ein bisschen nach faulen Eiern), umweht das Ensemble, ist aber nicht störend unangenehm. Da die Saison vorbei ist, plantschten vielleicht 10 Personen dort. Der Ort war irgendwie besonders. Hier trafen wir verschiedene Reisende, die wir schon vorher mal getroffen hatten. Aber das Wasser zeigte auch Wirkung. Wir waren erst einmal ziemlich müde.
Nach einer kleinen Pause ging es frisch weiter nach Watson Lake. Heute zeigten sich zu unserer Freude Bisons. Die stehen links und rechts von der Straße, fressen Grünzeug und lassen sich nicht weiter stören.
Watson Lake , der erste Ort im Bundesstaat Yukon ist ein kleiner Ort, dessen weltberühmte Attraktion der Sign Post Forest ist. Rund um das Visitor Center werden immer neue Pfosten aufgestellt, an die man die Schilder seiner Heimatstadt nageln kann. Es sind viele Tausend und man kann eine ganze Zeit damit verbringen, sie zu studieren. Und nein, wir haben keines hingenagelt. Aber wir waren da.
Eine Sache muss ich noch kurz erwähnen. Es ist 20.15 Uhr und die Sonne scheint noch ganz hell. Einfach toll.

















