nach Whistler, BC

Der Tag begann busy. Wir mussten mal wieder einen Schweißer aufsuchen, da die schon mehrmals reparierte Aufhängung vorn links am LKW erneut gebrochen war. Und wir fanden Chap´s. Eigentlich eine Autowerkstatt, die Unfallautos repariert. Ihr Motto war „We meet a lot of nice people by accident“. Sie hatten ein Einsehen mit uns und reparierten unser Auto besonders sorgfältig. Die Chefin bewirtete uns sehr herzlich mit Kaffee. Und dann bekamen wir noch eine Tasse mit dem oben genannten Firmenmotto, ein paar Stifte und die besten Wünsche mit auf unsere Weiterreise. Vielen herzlichen Dank.

Unser Weg führte uns heute nach Whistler. Durch Cattle Country an Orten mit so wunderbaren Namen wie 70 Mile House, 100 Mile House und 150 Mile House vorbei. Diese Entfernungen beziehen sich auf die Entfernung zum Ort Lilloet, denn es war als Mile 0 der Cariboo Wagon Route während der Zeit des Goldrausches eine der größten Städte nördlich von San Franzisko. Heute ist es ein kleiner Ort und liegt über dem tief eingeschnittenen Fraser River in einer sehr trockenen Umgebung. Nur dort, wo bewässert wird, blitzen grüne Spots in der Landschaft auf. Ansonsten ist das Land karg und überzogen von Salbeibüschen. Hinter Lillioet passiert man den grünen Seton Lake und dann geht es südwärts auf der Duffey Lake Road in unendlich vielen Kurven die Berge rauf und runter. Gefühlte 1500 Schaltvorgänge auf 150 km. Die Anstiege und Abfahrten haben es teilweise ganz schön in sich mit Steigungen von bis zu 14 Prozent. Jetzt sind wir ganz schön müde und haben uns in Whistler eingemietet. Morgen fahren wir nichts und erkunden Whistler zu Fuß.

Bella Coola und zurück

Wir wollten heute die 450 Kilometer zurück nach Williams Lake schnell hinter uns bringen. Also waren wir für unsere Verhältnisse früh um 9.00 Uhr auf der Straße. Außerdem wollten wir noch unseren Bärenplatz von gestern „Bär an Martin, alles roger“ erneut besuchen. Um 9.45 Uhr waren wir da. Der eingezäunte Beobachtungsposten war gut besucht von Bärenliebhabern ausgestattet mit Fotoapparaten und Teleobjektiven 500mm plus. Und kein Bär war zu sehen. Natürlich wurden wir belehrt, dass heute Morgen schon mehrere Bären zu sehen waren, aber dann muss man natürlich um 7.00 Uhr da sein und nicht erst jetzt. Und als wir darüber hinaus feststellten, dass wir mit Jeans und Poloshirt nicht wie die anderen wanderbeige gekleidet waren, war uns klar „wir gehören nicht dazu.“ Und in einem Punkt muss ich mich korrigieren. Ich erwähnte, dass ich keinen Grund sähe, erneut nach Bella Coola zu reisen. Das stimmt nicht für jeden und auch nicht für das deutsche Bärenspotterpaar, das wir trafen. Sie waren schon zum dritten Mal hier, nur um Gevatter Bär zu beobachten.

Also schnell weiter, The Hill wartete auf uns. Nun mit bis zu 18 Prozent Steigung. Das haben unser kleiner Mercedes und sein Teufelsfahrer Martin mit Bravour erledigt. Ich hätte das nicht fahren mögen. Ganz im Ernst. Weder runter noch rauf. Und dann ging es weiter durch die Prärie des Chilcotin. Das Land ist ziemlich trocken und verbrannt.

Heute hatte es noch 32 Grad Celsius und war recht windig. Um die vielen Rinder durch den Winter zu bringen, muss er Farmer für Heu sorgen. Und das schafft er nur, wenn er Graswiesen wässert. Das sieht dann ähnlich aus, wie die amerikanischen Golfplätze in der Wüste. Alles braun außen herum und dann eine grüne Oase. Aber abgesehen von diesen grünen Spots kennt jeder von uns diese Landschaft aus alten Cowboyfilmen. Das Licht hier lässt die einzelnen Bäume und Büsche gestochen scharf erscheinen, obwohl die weiter weg liegenden Berge immer wie mit einer Farbfolie überzogen aussehen. Interessant ist, wie viele unterschiedliche Arten von Zäunen es gibt, um die Kuh auf der Weide zu halten. Die auf den Fotos haben uns besonders gefallen.

Nicht gefallen haben uns einzelne Behausungen, die umgeben sind von alten Autos, Schrott und Sperrmüll. Das sieht man auf dem Land schon öfter. Offensichtlich kostet Land mitunter so wenig, dass man nicht sehr sorgsam damit umgehen muss. Und wo etwas war, dass man nicht mehr braucht, baut man neu daneben und lässt das Alte einfach verkommen.

Kurz vor Williams Lake überquert man den Fraser River, ein Habitat für Lachse, das es zu schützen gilt. Ein Witz, wenn man überlegt, wie viele Fischer ihnen nachstellen. Aber vielleicht gibt es ja so viele. Wir wissen es nicht.

 

Bella Coola, BC

Heute Nacht standen wir ohne irgendein Außenlicht direkt am Clearwater Lake und ich kann berichten, dass man aus unserem Dachfenster einen wunderbaren klaren Sternenhimmel bewundern konnte. Der Tag begann sonnig und mit einem schönen Frühstück in der Lodge und dann ging es los. Bella Coola, der Ort, an dem die Straße endet. Über eine Schotterpiste befährt man den Heckmans Pass und dann, wenn man auf 1524 m Höhe ist, beginnt „The Hill“. In mehreren Serpentinen und Gefällstrecken von bis zu 18 Prozent geht es hinab ins Tal. Selbstredend, dass es keine Leitplanken gibt und es seitlich tief, ganz tief nach unten geht. „Ruhig Blut und kleiner Gang“ und dann geht das schon. Das ist der Thrill.

Und dann ist man im Bella Coola Valley. Ich möchte nicht so weit gehen, wie der Autor des Lonely Planet Autors des Kanada Reiseführers, der von einem Shangri-La ohne Mönche spricht und spirituelle Orte sieht. Vielleicht abends nach dem fünften Canadian. Also wir sahen eine schöne durch hohe Zedern führende Straße und ab Hagensborg links und rechts schöne Häuser. Die Berge ragen dahinter steil auf. Und dann standen wir in Bella Coola und was gibt es dort zu sehen? Nichts. Der Ort selbst bietet original nichts, was diese lange Anreise lohnenswert machen würde. Er liegt am Ende eines langen Fjordes, den zu erkunden man aber eine Fährverbindung mit BC Ferries buchen müsste. Das aber wiederum ist weitgehend reizlos, da die Fähre jetzt nur freitags fährt und man also eine Woche hier verbringen müsste, wo es nichts gibt, es sei denn man möchte fischen.

Aber das Wetter ist heute toll. Sonne und blauer Himmel. Also beschlossen wir, in Hagensborg Halt zu machen und uns einen netten Samstag Nachmittag zu gönnen.

Eine Sache muss ich aber noch berichten. Kurz hinter „The Hill“ wurde durch eine Tafel am Straßenrand angezeigt, dass man hier Bären beobachten könne. Also nichts wie hin. Bei der Basisstation meldete man uns nach einer kurzen Belehrung (verbal disclaimer) mit einem Walky Talky der Besuchsstation an und dann durften wir selbstständig 8 (!) Meter zu einem mit einem Elektrozaun eingezäunten Areal gehen. Dort wurde unser Empfang mit einem Walky Talky der Station 1 zurückgemeldet. Von der Besuchsstation überblickte man den Fluss und tatsächlich waren in der Ferne ein paar Bären zu sehen. Aufgeregte Walky Talky Kommunikation setzte ein. Und dann verschwanden die Bären im Gebüsch. Das war´s. Meldung per Walky Talky und wir saßen wieder in unserem Auto.

Katrin an Martin: „Fahr los“.

 

Clearwater Lake, BC

Heute Morgen wachten wir mit Blick auf den McLeese See auf. Eines gefällt mir an unserer Reise besonders gut. Jeden Morgen haben wir einen anderen Blick aus unserem „Küchenfenster“ und jeden Tag ist er auf besondere Weise anders.

Es waren dann noch ungefähr 40 km nach Williams Lake. Das dortige Visitor Center ist in einem riesigen Blockhaus untergebracht und man kann sich wie meistens gut mit Informationsmaterial eindecken. Und fast immer bekommt man von den dort arbeitenden Damen und Herren immer noch einen besonderen Tipp, den man in keinem Reiseführer lesen kann. Heute war es der Hinweis auf einen Laden für Cowboy Boots. So und nun habe ich auch welche, braun und sehr schick. Ein Foto wird sicherlich noch folgen.

Wir waren noch unentschlossen, ob wir nun nach Bella Coola abbiegen sollten. Da kam der junge Constable Sam der Royal Canadian Mounted Police vorbei, der sich für unser Wohnmobil interessierte und uns dringend dazu riet, Bella Coola zu besuchen. Es sei einfach ganz besonders. Danke Sam, dass Sie unsere Entscheidung am Ende doch so einfach gemacht haben. Also machten wir uns auf den 450 km langen Weg. Hinter Williams Lake geht es erst einmal steil den Berg hinauf und dann fährt man mehr oder weniger auf einem Plateau weiter. Es ist zunächst ein Weg ins Land der Cowgirls und Cowboys. Auf riesigen Weiden sieht man viele Rinder, die manchmal auch ausbüxen und den niedergetrampelten Zaun für einen Ausflug auf den Highway nutzen. Ansonsten ist mal ein mehr oder weniger schönes Farmhaus zu sehen und sonst wieder nur Weiden. Und Waldstücke, aus denen schwer beladene Holztransporter fahren.

Und dann bogen wir ab zur Clearwater Lodge und Resort. Unten am See liegt idyllisch die Lodge im Blockhütten-Stil. Dazu gehören einige Cabins, ein Chalet und einige RV-Stellplätze. Diesen wunderbaren Ort haben Bernward und Gisela Kalbhenn geschaffen. Als wir die Lodge betraten, nahmen wir schon den Duft aus Giselas Küche wahr. Das war der Ort, wo wir heute bleiben wollen. Nachdem wir das Wohnmobil abgestellt hatten, gingen wir zum essen. Nach Suppe und Melone mit Schinken – zu beidem wurde selbstgebackenes Brot gereicht – gab es in Butter geschwenkte Nudeln zu einer Art Gulasch aus Lamm und Bison. Sehr lecker, sehr würzig, ganz besonders. Dazu eine nette Unterhaltung mit den Gastgebern, die auch von ihren Erlebnissen auf der Lodge erzählten. Also, wer noch unentschlossen für den nächsten Urlaub ist: www.clearwaterlakelodge.com.

 

 

Der Bär ist los!

Unseren überaus schönen Campground verließen wir, nachdem wir uns noch ein bisschen mit Rick über Kanada, Land und Leute unterhalten hatten. Unser Ziel sollte heute Barkerville sein. Barkerville war während des Caribou Goldrush für kurze Zeit eine der größten Städte im Westen Kanadas. Heute ist es eine Historic Western Town, die von der Provinz British Columbia unterhalten wird. Über 100 Gebäude wurden restauriert und werden von zeitgenössisch „verkleidetem“ Personal bespielt. Hier kann man beispielsweise im Postoffice hinter einem Gitter seien Postkarten aufgeben und abstempeln lassen. Im Saloon an der Theke kann man seinen Kaffee bestellen (es gibt keinen Alkohol, also kann man auch seinen Whisky nicht über die Theke schurren –leider). Man könnte sich Kostüme ausleihen. Im Gemischtwarenladen gibt es Kleidung, Bonbons und Haushaltswaren zu kaufen. Und man kann in einer Schule eine halbe Stunde lang lesen und rechnen wie anno dazumal lernen. Damals zu Goldrushzeiten gab es einen großen Anteil von Chinesen an der Bevölkerung. Auch dieser Tatsache wird man in Bakerville gerecht, indem die Stadt natürlich auch ein Chinesenviertel mit Restaurant, Wohnhäusern, Wäscherei und Spielhölle vorweisen kann. Die Boardwalks helfen sich vorzustellen, wie matschig die Straße bei Regen gewesen sein mag. Und letztendlich bekommt man einen Eindruck, wie die Goldgräber in ihren Hütten gewohnt, bzw. gehaust haben. Es ist sicherlich historisch nicht alles ganz korrekt, aber es ist nicht übertrieben wie bei Disney und es gibt eine interessante Idee, wie das Leben vor 100 Jahren hier war, nämlich hart und für viele bestimmt finanziell nicht erfolgreich. Gold haben wir natürlich auch noch gewaschen und ein paar Goldflöckchen waren auch am Ende auf dem Boden der Goldpfanne sichtbar. Es war ein Spaß, dessen Erfolg wir in einer kleinen Kunststoffphiole mit nach Hause nehmen durften.

Auf dem Rückweg nach Quesnel, einer Stadt, die in der Hauptsache von der Holzverarbeitung lebt, haben wir am Straßenrand eine Bärin mit ihrem Jungen beobachten können. Und in Quesnel selbst kletterten hinter der Tankstelle drei Cups in einem Baum herum und ihre Bärenmutter strolchte darunter, immer mit Blick auf ihre Kinderschar umher. Das ganze vielleicht 15 Meter von der Tanksäule entfernt. Man macht sich gegenseitig freundlich auf diese nette Sache aufmerksam, tankte und fuhr weiter. Wir auch, denn wir sind heute am McLeese Lake kurz vor der Stadt Williams Lake.

 

PS: Alles Gute zum Geburtstag lieber Alexander

 

 

Prince George

Heute nichts Neues! Ja, so kann man es sagen. Wir verließen Smithers gegen 11.00 Uhr, nicht ohne noch beim holländisch stämmigen Metzger eingekauft zu haben. Der kleine Laden roch auch nach Metzgerei und die ham sausage (Bierschinken) schmeckte außerordentlich gut. Das ist überhaupt eine Besonderheit in den kleinen Orten. Man merkt ihnen manchmal an, aus welchen Teilen der Welt die Bewohner ursprünglich kamen und wenn man Glück hat, findet sich dann noch das eine oder andere kulinarische Kleinod, dass einen an zu Hause erinnert.

Weiter ging es auf dem Yellowhead Higway an Houston, Burns Lake und Fraser Lake vorbei. Wir widerstanden der Versuchung anzuhalten, um beispielsweise die weltgrößte Fliegenfischangel, Lavafelder oder besondere Trails anzuschauen. Einzig und allein in Vanderhoof hielten wir bei? Ja, richtig: Tim Hortons. Wie immer gab es Capuchino und Honey Cruller. Für eine Spende an das örtliche Krankenhaus gab es dann noch einen Cookie extra. Haben wir doch gerne gemacht, denn dieser Blog wäre oft nicht veröffentlicht worden, gäbe es Tim Hortons nicht.

Diese sind übrigens vor kurzem an Burger King verkauft worden. Aber ich glaube, das hatten wir schon. Auf unserem Weg nach Osten gab es erst Berge, dann Seen und zum Schluss Weideland. Hier waren die Weiden denn auch mit weißen Bretterzäunen á la Dallas eingefasst. Nun sind wir im Süden von Prince George. Und der Reiseführer hatte Recht, es gibt keinen besonderen Grund hier zu halten, es sei denn, man braucht noch ein paar Lebensmittel oder Liquor.

Der Stone Creek R.V. Park ist aber in der Tat schön am Fraser River gelegen und die aufmerksamen Hosts, Rick & June, haben ihre wenigen Kunden wie persönliche Freunde mit einem kleinen Plausch und Feuerholz begrüßt. Home sweet home gibt es eben überall.

Aus der Mitte entspringt ein Fluss

Smithers liegt am Bulkley River und unser Campingplatz auch. Heute Morgen konnten wir vom Fenster aus Fliegenfischer beobachten. Mehrere Bänke luden zum gemütlichen Zuschauen bei einer Tasse Kaffee ein. Die Männer und eine jüngere Frau standen hüfthoch im Wasser und ließen ihre Fliegen mit elegantem Schwung über die Wasseroberfläche tanzen. Wir haben gelernt, dass allein das Gewicht der Schnur bewirkt, dass die leichte „Fliege“ über das Wasser gleitet und Forellen und Lachsen vorgaukelt, dass es sich um etwas Fressbares handelt. Für den Zuschauer haben diese fließenden Bewegungen etwas Meditatives, ich hätte stundenlang auf meiner Bank im warmen Sonnenschein verharren und zusehen können. Aber vielleicht wurde es den Fischern zu kalt. Als sie aus dem Wasser stiegen, machten wir uns mit dem Fahrrad auf den Weg, um Smithers zu erkunden.

Smithers wirkt in der Mainstreet ein bisschen alpenländisch und mittendrin steht eine Holzfigur, die ein Alphorn bläst. Outdoor Aktivitäten werden hier groß geschrieben, es gibt mehrere gut sortierte Fahrradgeschäfte fürs Mountainbiken, Skifahren kann man hier, Hiken und natürlich Fliegenfischen. Im bemerkenswerten Anglergeschäft war alles auf diese Art des Fischens ausgerichtet und man konnte die raffiniertesten Fliegen erstehen. Das Binden ist eine Kunst. Bis in den Oktober kommen jetzt Fischer aus der ganzen Welt, um die Steelhead-Forelle zu fangen. Diese muss man aber wieder in das Wasser zurückwerfen. Hier geht es eben um den „Sport“.

Und irgendwie ließ uns das Thema Fischen/Angeln heute nicht los. Am Nachmittag schnackten wir noch mit zwei Männern aus Süddeutschland, die drei Wochen unterwegs waren, um an den unterschiedlichsten Orten in Kanada Lachse zu angeln. Leider kann ich nicht wiedergeben, wie viele unterschiedliche Arten von Lachsen es gibt, aber mehr als ich bis heute Morgen kannte. Aber ich weiß, dass sie morgen mit 20 kg tiefgekühlten Lachs zurück nach Deutschland fliegen. Petri heil – Petri dank.

 

 

Smithers, BC

Heute sind wir in Smithers gelandet, einer Kleinstadt mit 6000 Einwohnern und einem Tim Hortons. Das sind uns die liebsten Kleinstädte.

In Steward sind wir heute Morgen bei bestem Sonnenschein erst mal wieder zu einem Handyman gefahren der schweißen konnte. Denn gestern ist erneut die schon einmal geschweißte Aufhängung des vorderen Korflügels gebrochen. So jemanden zu finden, ist in Kanada im kleinsten Nest möglich. Man weiß sich einfach zu helfen. Danke dafür.

Nun konnte es losgehen. An der Brücke unweit des toll gelegenen Provincial Park Campgrounds Meziadin Lake standen einige Fotografen, die (Geheimtipp) wussten, dass dort Bären nach Lachsen angeln. Ja, es gab Lachse lebendige und stinkende tote und es gab keine Bären zu sehen. Da wir nicht warten wollten, denn hinter unserem Rücken donnerten schwer beladene Holzlaster vorbei, fuhren wir hurtig nach Hazelton. Der Kenner weiß natürlich zwischen New Hazelton, South Hazelton und Old Hazelton zu unterscheiden. Nur zu letztem führt eine sehenswerte Hängebrücke über den Hawwilget Canyon des Bulkley River. In Old Hazelton waren heute am Nachmittag die Bürgersteige hochgeklappt, denn alle Einwohner, die laufen konnten, kamen uns schon auf dem Weg in die City auf einem Charity-Walk entgegen. Einzig und allein die Verkäuferin der ortsansässigen Boutique (Damen, Herren und Kinder – Countrystyle) machte Inventur.

Aber zu unserer Unterhaltung hielt erneut der betagte Buick mit dem netten älteren Ehepaar, das seinen holländischen Besuch durch B.C kutschierte und das wir schon ein paar Mal getroffen haben.

Beim Moricetown Canyon, eine Verengung des Bulkley Rivers wurden wir Zeuge einer „jahrhundertealten“ Fangmethode der Moricetown Indiander. Dieser dürfen an dieser engen Stelle mit hakenbewehrten Stangen Lachse stechen. Unser Indianer schien eher auf Anweisung des Touristoffice zu handeln, denn er fing mit einem an einer langen Stange befestigten Cacher recht geschickt Lachse, die er aber sogleich, obwohl sie groß waren, wieder in den Fluß zurückwarf. So hatte der eine seinen Job getan, der Lachs freute sich auch und der Tourist hatte zumindest eine Ahnung, wie man Fische in Canyons fängt. Alles war gut.

In Smithers waren es 20 Grad Celsius und bei einem Lagerfeuer lassen wir den Tag heute ausklingen.