Heute zum zweiten Advent hat es hier zwar nicht geschneit, aber es war ganz schön frisch heute morgen. 12 Grad Celsius, aber dazu ein stahlblauer Himmel und Sonnenschein.
Wir hatten heute ein Mission. Das Kennedy Space Center in Titusville. Dort waren wir schon einmal vor fast 30 Jahren. Damals regnete es in Strömen und die Bustour über das Gelände brachte keine Erhellung, da die Scheiben von innen angelaufen waren.
Heute also wettermäßig das ganze Gegenteil. Mehrere Gebäude und ein Rocketgarden verteilen sich hinter dem Eingang und beschäftigen sich inhaltlich mit unterschiedlichen Weltraummissionen seit den 50er Jahren. Wir sind zuerst bei „Heroes & Legend“ gewesen. Hier zeigt sich einmal mehr die Klasse, mit der in den USA Unterhaltung auf höchstem Niveau präsentiert wird. Gruppenweise wird man zunächst in einen Raum vorgelassen, in dem verschiedenste Astronauten unterschiedlicher Dekaden von ihrer Leidenschaft zur Raumfahrt erzählen. Danach wird man in einen zweiten Raum entlassen und hier wird ein 3D-Film gezeigt und man hat den Eindruck, man fliegt im Cockpit einer Raumkapsel mit durch den Orbit. Immer wieder unterbrochen von Kommentaren einzelner Astronauten. Nicht schlecht.
Vorbei am Rocket Garden, wo verschiedene Weltraumraketen zu bestaunen sind, ging es in das IMAX-Theater. Auch hier wurde ein 3-D Film präsentiert, der zeigte, wie das Leben auf der ISS ist, welchen Ausblick die Astronauten von hier auf die Welt haben, wie ein Austausch der Crews vonstatten geht, die hier im allgemeinen für 6 Monate leben, wie ein Aussentermin der ISS abläuft, wie der Nachschub organisiert ist. Man erfährt Details, wie Haare waschen in der Schwerelosigkeit, wie schwer man aus einem Weltraumanzug kommt, dass man Sport machen muss, um dem Muskelschwund vorzubeugen und wie Weltraum-Espresso funktioniert. Allein das fanden wir schon höchst unterhaltsam. Aber auch viele Bilder aus der ISS auf die Erde wurden gezeigt. Wie hell die Erde in entwickelten Gebieten nachts leuchtet, wie Stürme von oben aussehen, wie weit Rauchwolken von Waldbränden zu sehen sind. Überhaupt wie verletzlich die Erde ist. Eine tolle Präsentation.
Danach ging es zur Show über das Space Shuttle Atlantis. Man kommt in das entsprechend Gebäude, indem man durch einen Nachbau der Trägerrakete eintritt. Riesig groß. Danach gibt es erst einmal einen Film, danach eine Präsentation, wie es im Cockpit des Spaceshuttles aussah. Und dann geht eine Wand auf und das Original Space Shuttle Atlantis steht in einer riesigen Halle. Ich hatte nicht in Erinnerung, dass der mittlere Teil des Space Shuttle wie eine große Ladefläche konstruiert war, die man im Weltall öffnen konnte, um Dinge für die ISS zu entladen. Die Atlantis im Original zu sehen, hat uns beide sehr beeindruckt. Es gab außerdem detaillierte Modelle der Flugkanzel, des Schlafbereichs oder der Toilette. Auch so etwas will man doch wissen.
Nun hatten wir langsam genug gesehen. Die zweistündige Bustour zum Startgelände haben wir uns daher erspart. Aber es war ein toller Tag.