Der Grand Canyon ist ja eine Welt für sich. Weltkulturerbe? Keine Ahnung, aber es tummeln sich viele Besucher aus allen Kulturen der Welt dort. Und jetzt ist noch absolute Nebensaison. Nach einem Frühstückskaffee auf der Market Plaza, die für solch eine Touristenattraktion ein erstaunlich schlechtes Internet bot, haben wir uns auf den Weg zu Hermits Rest gemacht. Dies ist ein Aussichtspunkt am Ende der Hermit Road, die vom 1. März bis zum 30 November für den Individualverkehr gesperrt ist. Entlang dieser Straße gibt es einige Aussichtspunkte, die einen atemberaubenden Blick in den Grand Canyon erlauben. Vom Trailview Overlook kann man Teile des Bright Angel Trailhead sehen, einem von zwei Wegen, die auf den Grund des Grand Canyon führen. Für den Abstieg werden 4 bis 5 Stunden veranschlagt, für den Aufstieg, je nach Kondition 6 bis 8 Stunden. Man braucht einen Permit, für den man sich vier Monate im Voraus bewerben muss. Heute war wunderbares Wanderwetter, Sonnenschein und 10 Grad Celsius. Und obwohl Nebensaison ist, waren doch nicht wenige Wanderer auf ihrem Weg nach unten und nach oben zu beobachten. Man kann auch mit einem Maultier diesen Weg bezwingen, wir haben aber keine gesehen. Aber wir haben gehört, dass für reitunkundige Personen, auch diese Art der Beförderung kein reines Vergnügen ist. Von der Parkverwaltung wird dringend geraten, den Abstieg und den Aufstieg auf zwei Tage zu verteilen und genügend Wasser mitzuführen. Man kann in der Sohle des Grand Canyon auf einem Campground übernachten.
Martin und ich haben uns an der Aussicht erfreut. Am Mohave Point kann man über einen felsigen Weg ziemlich weit in den Abgrund sehen. Die Absperrungen sahen Gott sei Dank recht stabil aus. Auch den Colorado kann man streckenweise von hier sehen. Bei Hermits Rest, einem Parkplatz mit Aussicht gibt es einen Souvenirshop und für uns war damit die Erkundung des South Rim abgeschlossen.
Vor dem Südeingang des Parks liegt Tusayan. Ein Ort, ausgelegt, um den Besuchermassen, die keine Übernachtung im Park ergattern konnte, hier eine Schlafstätte zu bieten. Außerdem gibt es einige Restaurants, Souvenirshops und von hier starten auch die Hubschrauber und Kleinflugzeuge zu den Rundflügen über den Grand Canyon. 30 Minuten kosten ca. 180 Dollar pro Person. Das ist bestimmt sensationell, zumal der Grand Canyon so abgelegen ist, dass man so schnell nicht noch einmal herkommt. Aber irgendwie hatten wir nun genug gesehen.
Auf der I-40 ging es dann für 3 Stunden nach Westen. Wir übernachten nun in einem Ort mit den netten Namen Kingman. Wüste, Steppe und rund um unseren Platz stehen große und dunkelgrüne Oleanderbüsche. Es ist schon erstaunlich, was man mit Wasser erreichen kann.