Kingman haben wir hinter uns gelassen. Ein irgendwie interessanter Ort, mitten in der Wüste, helles, pastellfarbenes Licht.
Unser erster Anlaufpunkt auf dem Weg nach Las Vegas war Chloride, eine Ghost-Town. Für alle Reiseführer gilt, dass von Erkundungsreise bis zur Veröffentlichung und Verkauf eines Reiseführers einige Zeit vergeht. Also Chloride ist keinen Umweg wert, und wenn es nur 8 Meilen sind. Eine Ansammlung von heruntergekommenen Häusern, deren gewisser Charme darin liegt, dass sie windschief und umgeben von „Skulpturen“ sind, die aus dem geformt sind, was anderswo auf dem Werkstoffhof zu finden wäre.
Unser nächster Punkt war da schon aufregender. Der Hoover-Damm wurde ab 2001 neu auch hinsichtlich eines Besucherzentrums neu geplant. Und wie man Touristen unterhält, dass weiß man in diesem Land. Nachdem man eine Sicherheitsinspektion am Eingang absolviert hat, die auch einen Blick in das Innere des Wohnmobils umfasst, darf man auf eine Autobahnbrücken, von der man einen faszinierenden Blick in die Tiefe und auf den Hoover-Damm hat. Im Rücken brausen die LKW´s vorbei. Das treibt den Puls nach oben.
Anschließend sind wir über die Krone des Staudamms gefahren und haben uns die Anlage von Wasserhöhe aus angesehen. Wenn man gewollt hätte, hätte man sich auch die technischen Anlagen in einer Führung ansehen können, wollten wir aber nicht.
Wir wollten nach Las Vegas. Das Hotel Circus Circus unterhält einen RV-Platz, sodass man in Fußnähe zum „Strip“ steht. Wobei das mit der Fußnähe so eine Sache ist. Falls man wirklich vom Circus Circus den ganzen Strip erobern wollte, sind Wanderschuhe angesagt. So haben wir uns mit dem Taxi zum Bellagio fahren lassen, um uns die schöne und Musik untermalte Springbrunnenshow anzusehen. Danach waren wir im Bellagio. Dort waren die Indoor-Botanical Gardens zu bestaunen, die ganz im Motto des chinesischen Jahr des Hundes standen. In üppigen Blumenrabatten standen und sprangen Hunde aus Plüsch in manchmal überdimensionaler Größe herum. Sträuße aus Geldmünzen vervollständigten das Ganze.
Danach hatten wir Hunger und wir hatten einen Platz im Außenbereich eines mexikanischen Restaurants, von wo aus wir das Treiben auf dem Strip beobachten konnten. Es wirkt wie die überdimensionierte Ausgabe der Reeperbahn. Viele Menschen, die am Freitag Abend einen drauf machen möchten. Neben all den Normalos auch viele Alkoholisierte, Zugekiffte, „Girls“ und natürlich Touristen aus aller Welt. Die Mischung aus sehenswerten Attraktionen, Shows und Glücksspiel ist natürlich schon toll, aber die weniger schönen Seiten, die solche Orte mit sich bringen, auch.
Ein weiterer Punkt, den wir unbedingt noch sehen wollten, war das „Venetian“. Ein Hotel- und Glücksspielkomplex, der eine Einkaufspassagen unterhält, durch die man auf künstlich angelegten Kanälen mit einer Gondel gleiten kann. Inklusive Gondoliere in blau gestreiftem Hemd und Strohhut.
Danach war over. Wir hatten genug gesehen und sind zu Bett. REIZÜBERFLUTUNG.