Hotel California

Wir wurden wieder um 7.00 Uhr morgens mit heiterer und lauter mexikanischer Volksmusik geweckt. Diese Musik erinnert in ihrem Humdada stark an bayerische Volksmusik, sodass wir uns gut vorstellen können, dass beim nächsten Oktoberfest zur Abwechslung auch mal mexikanische Volksmusikanten eingeladen werden. Gespielt wurde sie übrigens vom Servicedienst der mobilen Toiletten, die am Playa Las Viudas standen und dem Fahrer ein sonniges Gemüt bescheinigen.
Übrigens Toiletten. Auch der Camper braucht Toilettenpapier. Also habe ich beim letzten Supermarkt zu einem Paket gegriffen, dass „facial quality“ versprach. Das Versprechen wurde gehalten, aber das Coconuss-Aroma ist schon sehr speziell. Man hätte eben auch das Kleingedruckte lesen sollen „con fresco aroma“.

Bei allerbestem Sonntagmorgenwetter haben wir dann den schönsten Strand unserer Reise, den Playa Las Viudas verlassen und uns auf den Weg nach Todos Santos gemacht. Diese Stadt hat eine wechselvolle Geschichte, die mit ihrer Gründung als Jesuitenmission 1723 begann. Da es Wasser und fruchtbaren Boden gab, entstand eine agrarische Wirtschaft, die in dem Intensivanbau von Zuckerrohr gipfelte, was zuletzt zum Absinken des Grundwassers führte und damit 1974 zum Aus der Zuckerindustrie. Aber dafür nahm ab den 1980er Jahren die Tourismusindustrie Fahrt auf und irgendjemand kam auf die Idee, dass das dortige Hotel California von den Eagels im gleichnamigen Song beschrieben wurde. Ob das nun stimmt oder ein genialer Marketinggag war ist völlig gleich, denn das Hotel ist eine Institution. Hübsch und prominent in der Ortsmitte gelegen, ist es nicht nur ein Hotel, sondern auch ein Restaurant, eine Bar und ein riesiger Souvenirladen.
In den Gassen rund um die Plaza gibt es allerlei Kunsthandwerk und Souvenirs zu kaufen. Mal schöner, mal touristischer, je nach Geschmack. Hübsch anzusehen ist auf alle Fälle der Majakalender.

So und dann ging es wieder auf die Straße, um nach La Paz zu fahren, auf den gleichen Campingplatz, wo wir schon auf unserer Tour nach Süden übernachtet haben. Patrick hat seinen Grill angeworfen, so konnten wir heute leckere Steaks und Salat essen. Und zum Nachtisch haben uns Veronique und Werner zum Eisessen eingeladen. Vielen Dank, dass war eine supernette Idee. Und wie so oft endet der Abend dann mit wirklich tollen Gesprächen über „ditt und datt“.

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