Gerade komme ich von unserem abendlichen Lagerfeuer, das Patrick für uns auf dieser Reise schon mehrmals angezündet hat. Das sind immer ganz entspannte Abende mit schönen Gesprächen und Gedanken. Wir sind wieder mitten in den Bergen inmitten einer variantenreichen Kakteenlandschaft und schauen in einen sagenhaften Sternenhimmel. Da es so gut wie kein Streulicht gibt, leuchten die Sterne umso intensiver. Der große Platz in Cataviña, auf dem wir stehen gehört zu einer Ranch und es gibt kein Wasser und keinen Strom. Es ist einfach still und schön. Und da außer uns nur noch drei weitere Fahrzeuge hier stehen, gibt es auch keinen Lärm durch Generatoren, die von kanadischen und amerikanischen Campern auf trockenen Plätzen gerne verwendet werden.
Den Nachmittag haben wir mit einer kleinen Wanderung verbracht. Ein Mitglied der Rancherfamilie hat uns durch die felsige Kakteenlandschaft geführt und uns die Besonderheiten der einen oder anderen Pflanze erklärt. Die struppigsten Büsche werden teilweise für die Herstellung von Tee oder Salben verwendet, die gegen allerlei Beschwerden helfen. Es gibt aber auch Früchte, die Beschwerden bereiten, wenn man sie konsumiert. Es hilft also, sich ein wenig auszukennen. Aber wenn man mit offenen Augen durch solch eine Landschaft spaziert sieht man natürlich viele schöne Dinge, die vom Auto aus gar nicht zu erkennen sind. Die Blüte eines Busches fand ich besonders toll, denn sie sah aus wie aus roten Federn gemacht. Die sandige und felsige Umgebung lässt die Pflanzen aber auch besonders wirken, jeder Steingärtner hätte hier seine Freude.
Schon gegen 17.30 Uhr sind wir hier zum Essen bei der Rancherfamilie gewesen. Diese bieten ein Gericht an: Zwei Tacos mit einem Enchilada zusammen mit Reis und Bohnen. Sehr lecker. Teller und Besteck bitte mitbringen. Dafür kostet das authentische Essen mit einer Büchse Bier nur 120 Pesos (6,50 Euro).
Der Weg von Guerrero Negro nach Cataviña war nicht ganz so nett, denn die MEX-1 ist über weite Teile in überaus schlechtem Zustand. Neben dem Umstand, dass die Fahrbahn eng ist und ohne Bankett angelegt ist, ist sie von Schlaglöchern der Klasse exquisit durchzogen. Solange kein Gegenverkehr kommt, kann man dem einen oder anderen Loch noch elegant ausweichen, aber wenn dann etwas entgegenkommt, bleibt nur noch Zähne zusammenbeißen und mit dem Auto mitleiden, wenn die Reifen mit lautem Rumms über die Löcher fahren. Schnell fahren kann man auch nicht, aber dadurch, dass es die letzten Tage geregnet hat, hatte man den Eindruck, dass die Kakteen vom Staub befreit schön grün waren. Das ganze in der Kombination mit Felsen, Sonne und klarem blauen Himmel macht einfach gute Laune. Und so waren wir schnell in Cataviña und konnten den Samstag wie oben beschrieben genießen.