Der Malibu Beach RV Park war wie immer schön. Es hat schon etwas, wenn man morgens aufwacht und über den Pazifik schaut, der sich am Horizont mit dem knallblauen Himmel vereint. Nach ein paar Schnacks mit den Nachbarn ging es los. Nur ein paar Kilometer, denn schon gab es Kaffee bei Starbucks. Ein Einkaufszentrum, das, wie es sich für Malibu gehört, sehr schick und hipp war. So im Vintage-Stil, also mit grob gehobelten Brettern verkleidet. Dafür gab es dann in den einzelnen Boutiquen Strandkleidchen, Surfbretter, Skateboards, ein bisschen Interior, einen Frisör, ein Kindergeschäft und einen Supermarkt. Letzterer war gut sortiert, allein beim Wasser war ich überfordert. Aber er hatte auch eine Fleischtheke (!) und war ansonsten eher auf der teueren Seite angesiedelt.
Bei Starbucks wurde mir vor Augen geführt, was „clean eating“, der neueste Ernährungstrend ist. Also, in einer Plastikverpackung verbargen sich zwei gepellte hartgekochte Eier, ein paar Möhrensticks, Apfelschnitze und Weintrauben. Und ein ganz kleines bisschen Ziegenkäse. Dazu hatte die Kundin sich noch ein stilles Wasser (heißt bei Starbucks Ethos) geleistet. Also Verzicht ist der neue Genuss. Ich habe für Martin und mich zwei Cappuccino und ein Buttercroissant bestellt. Habe also auch auf das zweite Croissant verzichtet. Ein Anfang.
Nun ging es weiter die Küstenstraße nach Norden. Am Straßenrand wurden Erdbeeren aus Oxnard verkauft. Die schmecken wirklich süß und sahen auch sehr gut aus. Der Verkäufer meinte, dass sie bis nach Europa exportiert werden. Das wiederum fanden wir fragwürdig.
Egal, als wir durch Oxnard kamen, haben wir die vielen Freiland-Erbeerfelder gesehen. Und wie mühsam es ist, sie zu ernten. Außerdem wird rund um Oxnard Gemüse angebaut. Auch unter Folienzelten wie in Spanien. Das letzte große Obst- und Gemüseanbaugebiet haben wir im Norden der Baja California gesehen.
Unser Tagesziel war heute Santa Barbara. Ein Promi-Ort, der, wäre er nicht so geleckt, wie eine mexikanische Kleinstadt aussehen würde. Alles trés chic. Wir haben die Mission Santa Barbara besucht. Sie steht seit 1786 hier und wirkt mit ihren ockerfarbenen Säulen sehr trutzig. Sie gilt als schönste der 21 spanischen Missionen, die man in Kalifornien finden kann. In die Kirche konnten wir leider nicht, denn es war gerade Messe. Aber in den Klostergarten und den Friedhof. Es ist eine noch heute aktive Mission der Franziskaner.
In der Sonne war es recht warm, aber in den säulenbestandenen Gängen des Gartens war es gleich merklich kühler, ein Effekt, der im Sommer sicherlich von den Bewohnern und Gästen geschätzt wird. Hier entstand übrigens auch das Schattenselfie von Martin und mir, das wir Ingrid widmen. Übrigens haben wir schon mehrmals auf dieser Reise von Ingrid´s Strickkünsten profitiert, wenn es so kalt war, dass ihre selbstgestrickten Wollsocken zum Einsatz kamen. Danke dafür.
Heute Nacht stehen wir in einem Statepark etwa 30 Kilometer hinter Santa Barbara, direkt am Strand.