Der Morro Dunes Campground in Morro Bay hat uns wirklich sehr gefallen. Man wacht morgens auf und blickt auf die Dünen und auf den eindrucksvollen Morro Rock. Es ist vielleicht nicht der neueste Campground, aber sehr gepflegt und sehr nett. Zum Abschied schenkte mir Caroll, unsere Nachbarin noch einen hübschen Halbedelstein, einen Handschmeichler. Darüber habe ich mich sehr gefreut und ich werde den netten Abend mit ihr, ihrem Mann Mike und dem Freund der Familie George in bester Erinnerung behalten.
Wir wollten heute den Pazifik Highway weiter bis nach Monterey erkunden. Aber wir kamen nur bis zum Reservat Piedras Blancas, kurz hinter dem Ort Cambria. An diesem Platz gibt es eine bemerkenswert große Kolonie von Seeelefanten und Seelöwen zu bestaunen. Die Tiere lagen zuhauf am Strand und bewegten sich kaum. Manche bellten ein bisschen vor sich hin, aber eigentlich war man eher relaxt. Der Morgen begann heute schon grau und als wir bei den Seeelefanten waren, begann es ziemlich stark zu regnen. Das störte die dickhäutigen Meeresbewohner aber auch nicht weiter.
Den Ranger dort befragten wir, ob die Küstenstraße 1 weiter nach Norden befahrbar sei. Leider nicht. Kurz hinter Cambria bis Monterey ist der Highway #1 gesperrt. Leider sind somit die angeblich besten 100 Meilen dieser Küstenstraße, die auch den Bereich von BIG SUR umfasst leider nicht erreichbar. Brände, gefolgt von außerordentlich starkem Regen haben dazu geführt, dass Bergrücken abgerutscht sind und der Highway #1 über weite Strecken nicht passierbar ist. Nun ja, schade. So mussten wir zurück bis kurz hinter Campbria und die #46 nehmen, um auf die #101 zu kommen. So schlecht war das aber nun auch nicht, denn beide Highways führen durch Weinberge und an Weingütern vorbei. „It never rains in Southern-California“ ist ein Mythos, denn heute regnete es ganz schön heftig. Also haben wir das Weingut Niner besucht. Schon von weitem wähnt man sich in der Toskana. Ein hübsch angelegtes Haus mit einer Fassade aus Feldsteinen, umgeben von einem olivenbaumbestandenen Garten. Alle hübsch und pretty. Innen gab es einen geschmackvoll gestalteten Tasting-Room und ein heute leider geschlossenes Restaurant. Ein erfolgreicher amerikanischer Geschäftsmann hat sich am Ende seiner Karriere, die ihm offenbar viel Geld eingebracht hat, entschlossen, ein Weingut aufzubauen. Und das hat er mit viel Professionalität und noch mehr Geld umgesetzt. Wirklich sehr schön, auch wenn wir es merkwürdig finden, wenn über einem italienisch angehauchten Weingut die amerikanische Flagge weht. Der Wein war auf alle gut, wenn auch kein Schnapper.
Nach den Weinbergen ändert sich die Landschaft zu einer fruchtbaren Ebene, auf der Gemüse angebaut wird, soweit das Auge reicht. Wirklich im industrielle Zuschnitt. Ohne mexikanische Einwanderer könnten die Bauern hier gar nicht existieren. Mexiko ist von hier nicht weit, was man an den Ortsname Soledad und Salinas erkennen kann und im Supermarkt von Salinas auch am Angebot sehen konnte.
Der 970 Kilometer lange Weg von San Diego bis nach San Francisco entlang des Highway #101 ist der Camino Real, der königliche Weg, der alle Missionen in Californien miteinander verbindet. Am Straßenrand sieht man alle paar Kilometer einen Bellmarker, der aussieht, wie eine Glocke an einem gebogenen Wanderstab.
Wir stehen heute Nacht im Veterans Memorial Park Campground in Monterey. Hoch auf einem Hügel in Nachbarschaft zu einer Kaserne. Heute war dort Wandertag, denn eine zeitlang liefen mit schweren Rucksäcken bepackte Soldaten und Soldatinnen an unserem Wohnmobil vorbei.