Danke Herr Zetsche

Salt Lake City wartet. Dachten wir. Aber nach einer kalten Nacht, meldete sich heute morgen mit lautem Warnton der Atego und vermeldete Verlust des Kühlwassers. Also Auto wieder aus, nachsehen, und ganz klar, es fehlte Kühlwasser. Ein Leck? Bei der Tanke erst einmal Kühlflüssigkeit gekauft und nachgefüllt. Parole? Im Auge behalten. Also rollten wir die knapp 4 Kilometer nach Downton Salt Lake City. Immer der North Temple entlang bis fast zum Historic Temple Square. Ja, schon an der Namenswahl der Straßen und Plätze merkt man gleich, hier gehts zum Vatikan der Mormonen. Die Stadt zeigte sich von ihrer schönen Seite. Sonnenschein und weißer Schnee und nicht den graubraunen Modder, den es nach einem Tag Schnee in Hamburg auf den Straßen gibt. Aber, wo sind die Menschen? An einem Montag Vormittag möchte man doch meinen, den einen oder anderen auf der Straße zu sehen? Fehlanzeige. Ein paar Penner und ein paar Stadtpolizisten. Also schlenderten wir weiter am Museum of Church History and Art vorbei. Die ausgehängten Themen zogen uns nicht so an, aber ein außen aufgestelltes Pioneer Log Home fanden wir dann doch interessant. Dieses kleine Blockhäuschen war vielleicht so groß wie eine Garage und war eingerichtet mit zwei Betten, einem Tisch, einem Ofen, ein paar Stühlen und ein paar Regalen. Das Leben der ersten Siedler war nicht besonders komfortabel.
Über die Straße erreicht man den mit einer hohen Mauer umgebenen Historic Temple Square.

Wenn Salt Lake City schon einen geleckten Eindruck macht, hier kann man ohne jede Angst vom Boden essen. In einer parkartigen Anlage stehen mehrere Gebäude, unter anderem der Mormonen Tempel, die Hauptkirche der Latter Day Saints. Außerdem der Tabernacle, wo der bekannte Mormon Tabernacle Chor aufsehende Konzerte gibt. An zwei Infocentern kann man sich Führungen anschließen, haben wir aber nicht. Und dann springen natürlich nette und freundliche junge Männer und Frauen herum, die einen ansprechen, sobald man mit fragendem Blick stehen bleibt.
Wir aber wendeten uns nun der Haupteinkaufsstraße zu, durch die wie in Mannheim eine Straßenbahn führt. Aber auch hier war wirklich nichts los.
In mehreren Reiseführern wurde beschrieben, dass Salt Lake City eine merkwürdig langweilige Stadt sei. Ich weiß nicht ob langweilig, eher aseptisch. Supersauber. Unamerikanisch. Und rund herum grüßen die schneebedeckten Berge.
In die wollten wir nun fahren, denn Park City ist nur 45 Minuten entfernt. Und was passiert da? Der Daimler Atego fängt wieder an zu mucken. Warnton. Kühlwasser fehlt. Also doch irgendwo ein Leck. Also ab zum Warner Truck Center, einem Freightliner und Westernstar-Händler. Die gehören ja jetzt zu Mercedes. Und nun stehen wir hier bei schönstem Sonnenschein und warten, dass wir morgen, am Dienstag, um 6.30 Uhr bedient werden. Sprich, dass das Leck gefunden wird und wir weiterfahren können.
Danke hierfür an das Management von Daimler Benz, Abteilung Trucking. Campground kann ja jeder. Aber der Hof einer LKW-Werkstatt, das ist doch mal exklusiv. Die Versorgung hier besteht im angeschlossen Trucker Gourmet-Restaurant nicht aus Currywurst Schranke oder klodeckelgroßen Schnitzeln mit Petersilien-Krümeln aus der Dose, sondern aus schönen Hamburgern mit Pommes.
Das ist nun nach unserem Erlebnis bei Daimler in Florida wegen eines defekten Thermostates der zweite Stopp in der wunderbaren Erlebniswelt von Daimler Benz. Danke, Herr Zetsche für diese außergewöhnlichen Erlebnisse.

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