Manchmal fällt man einfach auf Werbung rein. So erging es uns heute mit der Royal Gorge Bridge in Cañon City, Colorado (royalgorgebridge.com).Diese liegt ca. 50 Meilen westlich von Pueblo und der Web-Auftritt verspricht ein kleines Abenteuer, wenn man bereit ist, 23 Dollar pro Person Eintritt zu zahlen, um auf einer der längsten Hängebrücken der Welt über einen Canyon zu spazieren. Wir hätten gezahlt, aber, ganz im Ernst, die Veranstaltung war keine 23 Dollar wert. Bitte liebe Amerikaner und Leser dieses Blogs, wir legen Euch ganz dringend die Geierlay-Hängebrücke im Hunsrück ans Herz (geierlay.de). Kostet nichts und ist mindestens so aufregend. Allerdings, ziemlich unamerikanisch, muss man im Hunsrück ein ganzes Stück laufen, bis man über die Brücke kommt. Dafür läuft man an besten Gasthäusern mit leckerem Essen und kühlem Bier vorbei. In Cañon City hingegen fährt man bis kurz vors Kassenhäuschen. Und wer dann immer noch nicht laufen mag, der wird über die Brücke gefahren. Und im Café gibt es amerikanisches Einerlei.
Damit die Fahrt nicht ganz umsonst war, haben wir ein paar Fotos gemacht und interessiert beobachtet, wie über der gegenüberliegenden Seite des Canyons Wagemutige auf einer Art Riesenschaukel hochgezogen wurden, um dann im Ausschlag der Schaukel aus der Luft einen Blick über den Abgrund des Canyons werfen zu können. Cool, nicht?
Der Weg von Pueblo nach Cañon City hat uns aber gut gefallen. Man blickt über die Weite der Prärie und kann sich gut vorstellen, wie vor langer Zeit große Bisonherden hier heimisch waren. Jetzt sind es viele Ranches, auf die man schaut. Und man kommt, sehr interessant, an einer großen Correctional Faciliy vorbei. Nein, nicht Prison (Gefängnis), denn hier sollen ja die Delinquenten zu einem besseren Menschen erzogen werden. Das deutsche Wort Justizvollzugsanstalt ist da aber auch nicht viel besser. Wir haben auf unserer Reise durch die amerikanische Provinz viele dieser Einrichtungen gesehen und oft wird am Highway davor gewarnt, in diesen Regionen Anhalter mitzunehmen.
Nachdem wir noch unseren Wochenendeinkauf bei Albertson`s gemacht haben (hier gibt es nämlich Monopoly-Marken), fuhren wir an einigen verwaisten Stahlunternehmen vorbei. Sah ein bisschen aus wie im Ruhrgebiet. Alte Industriebrachen der Stahlindustrie. Aber das soll ja wieder werden….
Wir stehen wir nun im Süden von Pueblo auf einem Platz, der einen sehr schönen Blick auf die Weite der Plains erlaubt. Ich bin mir sicher, dass ich von hier das Lagerfeuer vom „Duke“ erkennen würde.
Am Empfang des Campgrounds wurde uns heute ein Freiexemplar der hiesigen Regionalzeitung „The Pueblo Chieftain“ (Der Häuptling von Pueblo) geschenkt. Diese Zeitung gibt es seit 149 Jahren und auf dem Titelblatt stand, dass Albertson`s in Pueblo im April dicht macht und die NRA (National Rifle Association) gegen das neue floridianische Gesetz, das Waffenbesitz erst ab 21 möglich machen soll, vorgehen wird. Was diese Zeitung aber von der Kronacher Presse, dem Hamburger Abendblatt oder dem Mannheimer Morgen unterscheidet, war die Doppelseite mit der Überschrift „Life: Faith and Religion“. Hier bieten viele Kirchen ihre Dienste an und man hätte am Sonntag die Qual der Wahl. Es ist für uns immer wieder erstaunlich zu sehen, welchen Stellenwert kirchliche Einrichtungen in diesem großen Land haben.
Hola,
w elche Abfahrt ab Baltimore habt Ihr anvisiert ?
Sputet Euch, wir verfolgen Euren blog mit Faszination, aber jetzt muss darueber auch mal geredet werden, plus Trump, Brexit, GroKo etc.
Wir freuen uns darauf
Claus