Colorado, New Mexico und Texas an einem Tag

Wieder ein Fahrtag. Das Land ist einfach riesig groß. Aber zuerst haben wir ein wenig mit Oma Stockheim telefoniert, um zu erfahren, was es Neues gibt. Dabei stellten wir fest, dass in Colorado heute Nacht die Uhren auf Sommerzeit um eine Stunde vorgestellt wurden. Und dann ging es auf die Straße. Der erste Teil der I-25 über Waisenburg bis nach Trinidad war wirklich scenic. Die Straße gewann in weiten Kurven wieder an Höhe. Es machte richtig Spaß. In Trinidad, was für ein Name, gab es den ersten Cappuccino für heute. Die Stadt ist wie viele im Westen von rührender Gestrigkeit. Man versucht den historischen Stadtkern zu revitalisieren und in die alten Geschäftslokale ziehen Boutiquen, Cafés und Restaurants ein. Hier gab es noch einen Shop, namens Strawberry Fields mitten in der Mainstreet. So einen hatte ich schon mal neben einer Tanke an der Autobahn gesehen. Ich hielt ihn in seinem rosa Outfit für einen Sex-Shop. Aber heute klärte sich auf, dass hier Cannabis verkauft wird. Offiziell heißt dieser Laden „Strawberry Fields Medical Dispensary“. Gegenüber befand sich der örtliche Liquor Store. So war für jeden gesorgt. In den USA ist die „freie“ Verfügbarkeit von Cannabis von Staat zu Staat anders geregelt. In Texas, wo wir heute auch waren, gibt es keine Shops, hier bietet ein Anwalt seine Dienste an, wenn man Probleme mit dem Cannabis Konsum hat.
Wir kamen heute durch drei Staaten: Colorado, New Mexico und Texas. Denn nach Trinidad überquerten wir den Raton-Pass und bogen in Raton dann ab auf die 64 zum Capulin Volcano National Monument. Nach dem Pass weitet sich die Landschaft wieder zu einer gewaltigen Hochebene. Nur wird der Blick nicht mehr durch Bergketten links und rechts der Autobahn gehalten. Hier geht der Blick bis zur Erdkrümmung. Nur ab und an gibt es sanfte Erhebungen, die von vulkanischer Vergangenheit zeugen. Die höchste Erhebung ist der Capulin Vulkan. Und den kann man natürlich erlaufen, aber auch ganz amerikanisch erfahren. Am Visitor Center am Fuß des Vulkans muss man sich anmelden und dann darf man, wenn oben am Kraterrand Parkplätze frei sind, hinauffahren. Die Straße führt steil hoch, ist am Abgrund nicht gesichert und man hat einen fantastischen Blick über die Hochebene. Kurz unter dem Kraterrand führt ein Spazierweg eine Meile am Kraterrand entlang, man kann aber auch in den Krater einsteigen. Das ist schon eine tolle Sache, aber der freie Blick auf das ringsum flache Land und den dramatischen Himmel, das hat uns schon gefallen. Nach einer Brotzeit im WoMo ging es dann steil wieder nach unten und weiter über die 64 und 87 bis nach Dalhart. Diese 100 Meilen sind wirklich zum Gähnen langweilig. Flach, flach, flach. Geben tut es nichts, außer Rinder, Weiden, Rinderweiden, die Eisenbahn, Getreidespeicher, groß wie Kathedralen, wirklich abgewirtschaftete kleine Ortschaften und dort, wo es Wasser gibt, riesige Getreidefelder.
Wir stehen jetzt in Dalhart, Texas. Hier erwartet man ja eigentlich nichts. Um so überraschter waren wir, dass das Büro des Campgrounds in ein riesiges und aufwändig eingerichtetes Wohnzimmer integriert war, wo im Hintergrund auf einem Monster-Bildschirm eine Show mit Oprah Winfrey lief. Bedient wurden wir von einer echten Texas Lady, der Großmutter des Besitzers, freundlich, aber bestimmt.

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