Wir haben Seward für unsere Verhältnisse recht früh um 9.00 Uhr verlassen und uns auf den Weg nach Whittier gemacht. Der Seward Highway zeigte sich von seiner besten Seite. Sonnige, Berge, blaue Seen, bemooste Felsen, ein sich herbstlich verfärbender Wald, Gletscher in der Ferne, eine gut ausgebaute Straße – da geht dem Automobilisten das Herz auf. Wir sind der Meinung, dass die Straße nach Seward eine der schönsten in ganz Alaska war. Um nach Whittier zu gelangen, muss man durch einen nur einspurigen Tunnel, durch den auch Eisenbahnschienen führen. Alle halbe Stunde wird die Richtung gewechselt. Irgendwie ungewöhnlich. In Whittier kauften wir unsere Fährtickets, denn wir wollten durch den Prinz William Sound fahren. Es war kein Problem, da wirklich keine Saison mehr ist. Die Fahrt mit der Aurora dauert 6 Stunden und ist ein Erlebnis. Man sieht vom Schiff unzählige Gletscher, unberührte Natur, Fischerboote, Wale, Seelöwen und viele Seevögel. Als Höhepunkt passiert man den 5 km breiten Columbia Glacier, der sich mit einer Geschwindigkeit von 35 m pro Tag ins Meer schiebt. Die ins Wasser brechenden Eismassen kann man schon lange, bevor man den Gletscher sehen kann, anhand der vielen kleinen vorbeischwimmenden „Eisberge“ erahnen.
Valdez ist vielen noch bekannt von der Tankerhavarie des Supertankers Exxon Valdez. Damals im März 1989 ergossen sich 41 Millionen Rohöl in den Prince William Sound. Davon ist heute nichts mehr zu sehen. Nachdenklich stimmt aber vielleicht, wenn man am eisfreien Ölhafen Valdez vorbeifährt. Dort endet die Alaska Pipeline, die in Prudhoe Bay beginnt. Und hier wird nun dieses Öl auf Tanker verladen, um es in alle Welt zu gelangen. Und hoffentlich unfallfrei.
Auf dem Schiff haben wir uns nett mit einer Gruppe aus Holland unterhalten und einem Ehepaar aus den USA, die jetzt, als Rentner nach Anchorage gezogen sind.
- Tunneleingang Whittier
- Tunnel nach Whittier


















