Kiruna

Heute standen die Verabreichung einer Wurmkur für Max an, die zwischen 2 und 5 Tage alt sein darf und von einem Veterinär in Schweden bestätigt werden muss, wenn man von Schweden nach Finnland einreisen möchte. Hat der Max natürlich souverän erledigt, indem er die beiden Pillen wie Goodies direkt mit dem Maul gefangen hat und runtergeschluckt hat. Der Tierarzt hier war beeindruckt. 440 Kronen (ca. 44 Euro) später, konnten wir vom Hof rollen.

Und nun ging es zum coolsten Hotel Schwedens, dem Icehotel in Jukkasjärvi. Hier kann man ganz normal übernachten und speisen, aber auch in einem von Eiskünstlern erschaffenen Zimmer nächtigen. Diese Räume sind ganz unterschiedlich gestaltet, aber immer aus glasklarem oder milchigem Eis und immer mit einem Bett aus Eis ausgestattet. Auf dem liegt eine dünne Matte, ein paar Kissen und Rentierfelle. Gefühlte -10 Grad Celsius lassen das Eis nicht schmelzen und bescheren den Besuchern eine Idee von Iglo-Nächten. Natürlich gibt es auch eine Eisbar, wo man Wodka oder Champagner aus Eis-Gläsern trinkt. Tagsüber kann man auch als Nicht-Gast gegen eine Eintrittskarte von 39 Euro das ganze Eis-Hotel besuchen. Nachts ist es den Hotelgästen vorbehalten. Es ist schon sehr besonders und man legt hier großen Wert drauf, dass das Besondere auch etwas Exklusives ist. Auch für den Ferrari-Fahrer, der vor der Tür parkte.

Zurück zum WoMo gab es noch einen kleine Lebensmittel-Einkauf und dann ein Päuschen. Heute ist es ganz schon windig und das lässt einen bei 0 Grad Celsius ganz schön frieren. Für Einheimische, wie den Eiskletter-Trainer, der hier zum Camp Ripan gehört, ist das aber nicht so schlimm. Erst bei -12 Grad Celsius ist der Wind unangenehm und bei -20 Grad Celsius gibt es keinen Wind mehr. Dann erstarrt alles im Eis. Haben wir erlebt.

Wir verlassen morgen Kiruna. Die Stadt, die vom Eisenerz lebt und von der gerade Teile umgesiedelt werden, um weitere Erzfelder erschließen zu können. Eine Stadt, die auf einer ihrer Abraumhalden eine Skipiste installiert hat. Und in der man immerzu ein tiefes Brummen von ewig laufenden Maschinen hört. Interessant und ziemlich anders war es schon. 

Gällivare – Kiruna

Die Nacht war ganz schön stürmisch. Wir übernachteten in Gällivare auf einem kleinen Stellplatz direkt am zugefrorenen Fluss. Mit dem Wind kam die Wärme und der Schnee schmolz. Aber da es zuvor solche Massen an Schnee gab, war die Welt immer noch weiß, aber matschig bis eisig. Das machte sich auch auf der E10 nach Kiruna, unserem heutigen Etappenziel bemerkbar. Die gut 100 km waren als Fahrer anspruchsvoll, als Beifahrer konnte man die Landschaft genießen. 

Der erste Eindruck von Kiruna ist schon der, dass hier Bergbau betrieben wird. Es soll hier die weltgrößte Förderung von Eisenerz sein. Sichtbar ist dies an den riesigen Abraumbergen. Es wird unter Tage abgebaut und wenn man möchte, kann man an einer Führung teilnehmen, die einen bis 500 Meter in die Tiefe führt. Aber wir beide haben es nicht so mit Höhlen und Tiefen. Das lassen wir mal besser.

Unser Campingplatz heisst Camp Ripan. Man kann hier auch nette kleine Häuschen mieten, es gibt ein Restaurant und einen Aurora-Spa-Bereich. Apropos Aurora. Wir können heute Abend melden: Mission accomplished. Wir haben Nordlichter gesehen. Ausgestattet mit Stirnlampe (danke Fabio) und Fotoapparat ging es in einen kleinen dunklen Wald hinter dem Campingplatz. Licht stört, um sich das Himmelsschauspiel zu betrachten. Unsere App „Aurora“ hatte Recht und so können wir heute schöne Bilder vom Nachthimmel über Kiruna veröffentlichen.