Överkalix – Pello

Kleiner Nachtrag zum gestrigen Polar-Lichter-Festival. In dem schönen Hotel, das für Schweden ungewöhnlich hundefreundlich war, wurde durch die überaus aufmerksame Rezeptionistin sogar ein Hundesitting angeboten, damit wir Essen gehen konnten. Wie wir unser Menü genossen, sprang auf einmal das halbe Restaurant auf und eilte auf die Terrasse. Polarlichter-Alarm wurde ausgerufen. Und es wurde eine Polarlichter-Nacht, die ihres Gleichen suchte. Die ganze Nacht bauten sich immer wieder Lichtbogen und Lichtvorhänge auf. Es war wirklich ganz besonders und als uns draussen richtig kalt wurde, konnten wir das ganz besondere Himmelsschauspiel sogar durch unser Dachlukenfenster bequem vom Bett aus betrachten. Im Hotel erfuhren wir dann, dass diese Polarlichternacht die beste der bisherigen Saison war. Glück gehabt.

Heute Nacht war es wieder ganz schön kalt, aber der Morgen begann sonnig und so machten wir uns auf zu einem Spaziergang über den See, wo wir diverse Hotelgäste beim Langlaufen und Eisfischen beobachten konnten. Zeit scheint hier keine so große Rolle zu spielen, entsprechend sind die Leute entspannt und haben immer Muße für einen kleine Plausch, der sich meist über unseren Hund anbahnt.

Nun aber gingen wir auf die Bahn. Pello in Finnland hieß das Ziel. Die Grenzüberquerung war europäisch und mehr als ein blaues Schild wies nicht darauf hin, dass wir nun, übrigens zum ersten Mal, in Finnland waren. Als nächstes überquerten wir ein weiteres Mal den Polarkreis. Unsere Reise windet sich in West-Ost-Richtung mehr oder weniger am Polarkreis entlang. Der von uns geplante Campingplatz in Pello hatte anscheinend doch geschlossen und so stehen wir nun an einem zugefrorenen See unterhalb einer Lodge namens Valkea (https://valkea.net). Meine Vermutung, dass dies die finnische Übersetzung von Walküre ist, war falsch. Valkea bedeutet weiß. Also finnisch ist für uns nicht zu verstehen. Unsere Nachbarn sind nette, kälte-resistente Finnen, die auch bei -8 Grad Celsius am selbst entfachten Lagerfeuer stehen und ein kaltes Bier zu sich nehmen. Alhaalta ylös.

Gällivare – Kiruna

Die Nacht war ganz schön stürmisch. Wir übernachteten in Gällivare auf einem kleinen Stellplatz direkt am zugefrorenen Fluss. Mit dem Wind kam die Wärme und der Schnee schmolz. Aber da es zuvor solche Massen an Schnee gab, war die Welt immer noch weiß, aber matschig bis eisig. Das machte sich auch auf der E10 nach Kiruna, unserem heutigen Etappenziel bemerkbar. Die gut 100 km waren als Fahrer anspruchsvoll, als Beifahrer konnte man die Landschaft genießen. 

Der erste Eindruck von Kiruna ist schon der, dass hier Bergbau betrieben wird. Es soll hier die weltgrößte Förderung von Eisenerz sein. Sichtbar ist dies an den riesigen Abraumbergen. Es wird unter Tage abgebaut und wenn man möchte, kann man an einer Führung teilnehmen, die einen bis 500 Meter in die Tiefe führt. Aber wir beide haben es nicht so mit Höhlen und Tiefen. Das lassen wir mal besser.

Unser Campingplatz heisst Camp Ripan. Man kann hier auch nette kleine Häuschen mieten, es gibt ein Restaurant und einen Aurora-Spa-Bereich. Apropos Aurora. Wir können heute Abend melden: Mission accomplished. Wir haben Nordlichter gesehen. Ausgestattet mit Stirnlampe (danke Fabio) und Fotoapparat ging es in einen kleinen dunklen Wald hinter dem Campingplatz. Licht stört, um sich das Himmelsschauspiel zu betrachten. Unsere App „Aurora“ hatte Recht und so können wir heute schöne Bilder vom Nachthimmel über Kiruna veröffentlichen.