Örnsköldsvik – Östersund

Minus 5 Grad Celsius, Sonnenschein, blauer Himmel, Schnee und zugefrorene Ostsee – so macht das Aufstehen Spaß und der morgendliche Hundespaziergang auch. Nachdem wir gestern eine wirklich leckere Pizza bei Saltmagasinet Mat & Dryck (www.saltmagasinet.com) gegessen haben, musste heute noch ein Abschieds-Cappuccino mit auf die Fahrt. Der Besitzer des Restaurants stammt aus Sizilien und er hat seine Küche nicht schwedisiert. 

Über enge und teilweise vereiste Straßen ging es zunächst nach Lollefteå. Ein kleiner Wintersportort, wobei das Pistenleben irgendwie nicht mit Bayern, Österreich oder Italien vergleichbar ist. Bei bestem Wetter waren am Freitag Mittag vielleicht drei Skifahrer auf der Piste zu entdecken. 

Weiter ging es durch eine tief verschneite Landschaft. Wenige Ortschaften, viele zugefrorene Seen und ab und an ein offenbar nur im Sommer genutztes rotes Häuschen. Wir stehen nun in Östersund, einem beliebten Wintersportort. Jede größere Stadt wie Sundsvall oder Umeå  ist 200-400 km entfernt. Mit gut 50.000 Einwohnern ist diese mitten in Schweden liegende kleine Großstadt vielleicht noch wegen ihrer Biathlonwettbewerbe als Teil des Weltcups bekannt. Aufgefallen sind uns auch hier die Birkenalleen, die wir schon in Umeå gesehen haben und die angeblich als natürlicher Schutz bei Feuer helfen sollen. Birken können bis zu 400 Liter Wasser pro Tag aufnehmen und in ihren Ästen und Blättern speichern und so als natürlicher Brandschutz wirken. Im Augenblick schneit es in Östersund und wir sind gespannt, wie hoch morgen früh der Schnee liegt.

Umeå – Örnsköldsvik

Über Nacht hatte es ein wenig geschneit. Das gefiel unserem Dritten Mann an Bord über alle Maßen. Das erste Ziel heute sollte der Skulpturenpark Umedalens sein. Zwischen unterschiedlichen Gebäuden einer Schule waren 43 Skulpturen aufgestellt. Besonders gut gefiel uns das Kastenhaus aus Pfandkästen, der Grill mit dem Namen „the most lonesome story ever told“,  der Stuhl-Halbkreis „Klassresa“ und die durchscheinende Figur „Nostros“. Wir parkten vor der Umeå Konst Skola. Sofort kam der Leiter der Skulpturenklasse mit zwei seiner Schülerinnen heraus  und lud uns zu einem Rundgang durch seine Schule ein. Die war nicht besonders reich ausgestattet, aber den Mangel ersetzten die dort ausgebildeten jungen Leute durch ihren Einsatz und mit viel Phantasie. Besonders lustig fanden wir, dass der überaus nette und hilfsbereite Schulleiter Hans Albertson hieß. 

Danach ging es hurtig nach Örnsköldsvik. Das Schöne an dieser Art zu reisen ist, dass man immer wieder an Orte kommt, die überaus schön sind, auch wenn man das zunächst nicht vermutet. Örnsköldsvik liegt auch am Bottnischen Meerbusen, entsprechend ist der Hafen im Winter zugefroren. Die Anlage der Häuser rund um die Hafenbucht ist ansprechend. Über der Hafenstadt trohnt eine Skisprungschanze. Von dort oben muss man den Eindruck haben, dass man nach dem Sprung direkt im Meer landet. 

Unser Platz liegt auch direkt am Hafen, schön neben einem italienischen Restaurant gelegen, dass wir heute Abend besuchen werden. Unsere Nachbarn sind Norweger und die machen es sich heute Abend am Lagerfeuer vor ihrem WoMo, dick eingepackt und warme Kleidung und Decken beim Klönschnack gemütlich. 

Wie überall in Schweden sind die breiten Fußgänger- und Fahrradwege gut ausgebaut und nachts sehr gut beleuchtet. Meist sind die Wege auch von der Autostraße getrennt geführt. Das kommt besonders den Fahrradfahrern zugute, die hier von Eisesglätte und Minustemperaturen unbeeindruckt unterwegs sind. Und nicht alle haben Spikes auf den Fahrradreifen.