Östersund – Trondheim

Bei strahlendem Sonnenschein und ziemlich starkem Wind machten wir uns auf den Weg. Die ersten 100 km führten durch eine tief verschneite Landschaft. Eine geschlossene Schneedecke ließ uns einigermaßen zügig vorankommen. Wir wunderten uns ein wenig über die relativ vielen Autofahrer, die uns entgegenkamen. Und dann in Åre wurde das Geheimnis gelüftet. Åre ist nämlich ein ziemlich großer Skiort. Der Berg Åreskutan ist zwar nur 1.420 m hoch, aber schon von weitem kann man die Pisten beobachten. Da sind auch Weltcup Abfahrten dabei. Und wie in jedem bekannten Skiort, ist auf den engen Straßen eine Menge los, sodass wir schnell weiterfuhren. Nach Åre kommt wieder 100 km eigentlich nichts als eine schön eingeschneite Landschaft. Rechts liegt das Berggebiet Tröndelag. Und kurz vor der schwedisch-norwegischen Grenze bei Storlien gibt es wahrscheinlich wegen des Preisgefälles ein Einkaufszentrum mit einem großen Coop. Wir aber fuhren zügig weiter nach Trondheim. Der WoMo-Parkplatz liegt fußläufig zur Innenstadt. Auf dem Weg dorthin kommt man an einer Häuserzeile vorbei, die stark an die Fassaden der Hafenstraße oder der Schanze erinnern. Aber schon 300 Meter weiter schlägt auch hier die Gentrifizierung zu und Wohnquartiere ähnlich der Hafencity mit Sportboothäfen bestimmen das Stadtbild. Spazierengehen macht hungrig und so gönnten wir uns ein Abendessen beim Italiener. Wir durften im gut geheizten Wintergarten Platz nehmen. Denn auch in Norwegen dürfen Hunde in viele Restaurants nicht hinein. Das Schnitzel Milanese zu schlanken umgerechnet 80 Euro haben wir dann aber nicht gewählt.

Östersund again

Heute Nacht hatte es schön geschneit und es versprach ein sonniger Tag zu werden. So beschlossen wir, heute noch einen Tag in Östersund zu bleiben. Die Stadt liegt am See Storsjön und der war natürlich dick zugefroren. Der Stadt gegenüber mit einer Brücke verbunden, liegt die Insel Frösön mit dem Gustavsbergsbacken, einem Hausberge zum Skilaufen. Davor, auf dem zugefrorenen See war heute allerhand los. Schlittschuhläufer in unterschiedlichen Profigraden, die, um längere Strecken zu absolvieren, mit langen Kufen fahren. Aber auch Freunde de klassischen weißen Schlittschuhe zum Eistanzen waren dabei und natürlich Väter und Söhne mit Eishockey-Schlittschuhen. Spaziergänger mit und ohne Hund und Kind. Schlittenschieber. Am Ufer qualmten drei Feuerstellen vor sich hin, an denen Würstchen gegrillt wurden. Und dann gab es noch einen Stand, an dem über dem offenen Feuer in Pfannen mit überlangen Stilen Pfannkuchen zubereitet wurden. Es mutete an wie eine moderne Ausgabe von Pieter Bruegels Winterlandschaften. 

Wir wollten aber auch die Stadt erkunden. Zuerst zog es uns in die 1924 gegründete Konditori Wedemar. Der Cappuccino war super, die Süßstückchen, die wir Kopenhagener nennen, auch. Die Einrichtung ist wahrscheinlich noch original von 1924 mit dunklem Holz und Kronleuchtern. Angeblich wurde hier auch Anfang der 1960 er Jahre die Smörgåstårta erfunden, eine Art Butterbrottorte. Der Konditor kam auf die Idee, zwischen mehrere Brotschichten Zutaten wie Lachs und Krabben, aber auch Wurst und Käse mit Gurken zu schichten. Angeblich gilt diese Butterbrottorte in ganz Schweden als Spezialität. 

Nachdem es nun nach 11.00 Uhr morgens war, hatten inzwischen auch die Geschäfte geöffnet. Auch das Café Hamngatan, eine Kombination von Einrichtungsladen und  charmanten Hippie-Kaffee, haben wir besucht. Dort hatten wir eine nette Unterhaltung mit einer Südafrikanerin, die der Liebe wegen seit einigen Jahren hier lebt. Aber sie meinte auch, dass sie nach Weihnachten erst einmal ein paar Wochen nach Südafrika muss, denn 6 Monate Schnee sei schon ganz schön hart für jemanden, der die Wärme gewohnt war. Das konnten wir gut nachvollziehen, denn inzwischen war ein scharfer Wind aufgezogen und trotz Sonnenschein wurde es auf einmal ganz schön kalt.

Örnsköldsvik – Östersund

Minus 5 Grad Celsius, Sonnenschein, blauer Himmel, Schnee und zugefrorene Ostsee – so macht das Aufstehen Spaß und der morgendliche Hundespaziergang auch. Nachdem wir gestern eine wirklich leckere Pizza bei Saltmagasinet Mat & Dryck (www.saltmagasinet.com) gegessen haben, musste heute noch ein Abschieds-Cappuccino mit auf die Fahrt. Der Besitzer des Restaurants stammt aus Sizilien und er hat seine Küche nicht schwedisiert. 

Über enge und teilweise vereiste Straßen ging es zunächst nach Lollefteå. Ein kleiner Wintersportort, wobei das Pistenleben irgendwie nicht mit Bayern, Österreich oder Italien vergleichbar ist. Bei bestem Wetter waren am Freitag Mittag vielleicht drei Skifahrer auf der Piste zu entdecken. 

Weiter ging es durch eine tief verschneite Landschaft. Wenige Ortschaften, viele zugefrorene Seen und ab und an ein offenbar nur im Sommer genutztes rotes Häuschen. Wir stehen nun in Östersund, einem beliebten Wintersportort. Jede größere Stadt wie Sundsvall oder Umeå  ist 200-400 km entfernt. Mit gut 50.000 Einwohnern ist diese mitten in Schweden liegende kleine Großstadt vielleicht noch wegen ihrer Biathlonwettbewerbe als Teil des Weltcups bekannt. Aufgefallen sind uns auch hier die Birkenalleen, die wir schon in Umeå gesehen haben und die angeblich als natürlicher Schutz bei Feuer helfen sollen. Birken können bis zu 400 Liter Wasser pro Tag aufnehmen und in ihren Ästen und Blättern speichern und so als natürlicher Brandschutz wirken. Im Augenblick schneit es in Östersund und wir sind gespannt, wie hoch morgen früh der Schnee liegt.