Northern Rockies

In Fort Nelson klopft leise der Herbst an. Der Himmel ist ganz klar und oktoberfestblau und die ersten Birken zeigen gelbes Laub. Heute ist unser 27. Hochzeitstag und das schönste an diesem Tag ist, dass wir nach so langer Zeit immer noch gemeinsam eine so  wunderbare Reise unternehmen.

Der durch die Northern Rocky Mountains führende Alaska Highway ist sehr abwechslungsreich und landschaftlich sehr schön. Die Straßen winden sich über Hügel und durch Wälder. Am höchsten Punkt ist der Summit Pass ca. 2.000 m hoch. Im Visitor Center von Dawson Creek, also mehr als 500 km entfernt, wurde uns die Testa River Guest Ranch empfohlen. Entfernungen sind in Kanada, wie wir nun wissen, völlig anders zu bewerten. Wer käme auf die Idee, für ein paar Törtchen von Hamburg nach Frankfurt zu fahren? Im gastlichen Hort gibt es die weit bekannten „buttered cinammon rolls“, die wir natürlich probiert haben, ebenso wie die „Spaghetti-Hamburger-Tomaten-Suppe“. Die Guest Ranch liegt einsam mitten im Wald, für Eingeweihte so etwa wie Reichenbach am Wald. Dass wir dort einem baumlangen Kerl aus Sibirien begegnet sind, der dort jedes Jahr zum Jagen hinfährt, ist nur noch eine Notiz am Rande, um zu erklären, wie weit ab diese Guest Ranch liegt.

Weiter ging es mit einem Witz von Martin, der meinte, dass es hier nur zwei Jahreszeiten gibt: Winter und Road Construction. Die Straße wurde streckenweise über Kilometer abgefräst, um sie anschließend neu zu teeren. Auch heute mussten wir an einer Stopp/Slow- Lady halten. Nun wissen wir, dass dieser Beruf Signalling heißt. Auch hier stand die Dame mutterseelenallein neben ihrem Pick-Up, um den Baustellenverkehr zu regeln. Eine Schicht dauert normalerweise 12, gerne auch mal 18 Stunden. Sie lebt in einem Trailer auf einem Campground und fährt das ganze Jahr hinter ihren Baustellen her. „Ein guter Job“, meinte sie, denn zu Hause in Victoria gäbe es nur schlecht bezahlte Stellen. Ihr 16jähriger Sohn lebt in den Ferien mit der Mutter im Trailer, der nun irgendwo im Wald stand. Was man da wohl den ganzen Tag macht? Das besondere an dieser Baustelle war noch, dass man nur mit einem „Follow-me-car“ durch die Baustelle fahren durfte. Kanada gibt auf uns acht.

Weil heute Hochzeitstag ist, zeigten sich endlich auch mal ein paar Tiere: Caribous, Rentiere und drei Bergziegen. Nicht zu vergessen die Streifenhörnchen und Mäuschen auf dem Campground.

Unser Ziel heute war die Northern Rocky Lodge am Muncho Lake. Dieser See schimmert in allen Farben von blau bis grün mit einem leichten Rotschimmer. Dies kommt von Kupferoxiden. Die Lodge gehört einem Schweitzer Paar und liegt wirklich sehr schön. Da es sonst nicht viel Tolles gibt, wird dies auch ordentlich nach schweitzer Art bepreist. Aber ich sitze nun am See und schreibe unseren Blog und solch einen Schreibtisch hat man ja nun wirklich nicht jeden Tag. Und wann kommt schon mal ein Hund vorbei, der auf den Namen Else von Brabandt (aus Lohengrin) hört? Frauchen war lange Zeit Opernsängerin in Wuppertal und bei den Festspielen in Eutin. Ihr Mann ist ab dem 1.9.2014 der neue Intendant der Oper von Anchorage. Sie siedeln gerade von New York nach Anchorage um. Wir freuen uns immer wieder über die vielen interessanten Begegnungen und Gespräche. Und wirklich oft haben wir durch unser in Kanada sehr auffälliges Auto mit den netten „Greetings from Hamburg“  uns mit vielen Menschen unterhalten können.

Alaska Highway, jetzt BC

Eine kleine Ausstellung in Dawson Creek gibt einen guten Eindruck, wie hart die Arbeit am Alaska-Highway für die Soldaten war. Große Hitze, Insekten, große Kälte, unbequeme Unterkünfte fernab der Heimat waren bestimmt nicht jedermanns Sache. Und genauso ist es heute bestimmt nicht nur nett, auf den Baustellen der Öl- und Gasförderung zu arbeiten. Auf unserem Weg von Dawson Creek nach Fort Nelson kamen wir an einigen Arbeitscamps mitten im Wald vorbei, die aus Wohncontainern, einer Tankstelle, einem Liquor-Store und verstreuten Trailerparks bestehen. Alles irgendwie hingeklatscht und nur für Männer auf Arbeit ausgerichtet. Hier wird gutes Geld hart verdient. Unterbrochen wird dieses Einerlei von Lagerstätten für Öl und Gas. Links und rechts des sich durch eine waldige Hügellandschaft  windenden Highways gehen Gravelroads ab, die zu den Förderfeldern führen. Unzählige Schilder von damit beauftragten Firmen weisen den Weg. Man kann sie nur selten von der Straße einsehen und das ist sicher auch gut so. Für die Touristen wird die Illusion der Straße durch die Wildnis aufrechterhalten. Die 350 km lange Strecke war gut in Schuss und wurde an verschiedenen Stellen verbessert, davon zeugt auch heute wieder eine Stopp/Slow- Person, die den einspurigen Verkehr regelt. Die Person heute sah aus, wie ein Mensch gewordenes Stoppschild.

Gekrönt wurde dieser Tag durch ein supergutes Essen bei Ones, dem Steakhaus in Fort Nelson und ein paar netten Gesprächen auf dem Campground. Wir schlafen heute Nacht gut bewacht von einem Nachbarhund, der mit Frauchen im „Kofferraum“ eines großen Vans schläft.

Tiermäßig war heute ein guter Tag. Es gab einen echten Bären am Straßenrand.

 

 

Scenic Route to Alaska

Also frisch ans Werk. „Scenic Route to Alaska“ stand am Ortsausgang von Hinton. Insgesamt sind wir schon 7.715 km gefahren. Heute waren es 481km, um nach Dawson Creek, dem 0-Punkt des Alaska Highways zu gelangen. Die Straße führte 150 km gerade aus nach Grande Cache durch die Wälder des Caribou-County. Ich muss nicht betonen, dass es nur gelbe Caribou-Schilder zu bewundern gab. Die echten Tiere hatten heute keine Lust, sich auf der Straße zu zeigen. Kurz vor Grande Cache qualmte es gewaltig aus dem Wald, denn dort wird Grillkohle im Industrieformat in großen Mailern gewonnen. Die Straße machte einen Knick von 90 Grad und wieder ging 180 km wieder gerade aus durch riesige Wälder nach Grande Prairie. Diese Stadt lebt von den großen, westlich vom Ort gelegenen Getreidefeldern, von der Holzwirtschaft und vom Öl- und Gasboom. Man merkt den Aufschwung irgendwie, es wird viel gebaut und man meint, dass fast alle Unternehmen mit Öl und Gas zu tun haben.

Wir aber wollten heute nach Dawson Creek. Eine kleine „Stadt“, in der staubige Pickups und unrasierte Kerle dominieren. Gerne wird au dem Pickup ein kleines Geländefahrzeug transportiert, um es im Wald mal richtig krachen zu lassen. Das sind die Freuden echter Männer in der Wildnis. Aber gleichzeitig existieren auch kleine Juwele, wie das Heimatmuseum Walter Wright Pioneer Village. Der Museumswärter konnte lebhaft erzählen, wie er als Junge die ausgestellte Einraum-Schule besucht hat. Und auch das ein oder andere nun im Museumsdorf aufgestellte Haus kannte er noch aus seiner Jugend. Alltagskultur aus einer Zeit, die noch nicht so lange vergangen ist. Die Stadt Dawson Creek wurde erst 1942 mit dem Bau des Alaska Highways gegründet. Damals fürchteten die Amerikaner, Alaska im 2. Weltkrieg nicht verteidigen zu können. Es gab keine Landverbindung von den USA nach Alaska, um im Ernstfall Truppen zur Verteidigung dorthin schicken zu können. Also wurden viele Soldaten abkomandiert, um unter großen Strapazen den Alaska-Highway zu bauen. Diese sagenhafte Straße nach Fairbanks haben wir uns nun vorgenommen. Je weiter wir kommen, desto mehr merken wir, wie riesig Kanada ist. Es ist fast so groß wie Europa, aber es leben nur 35 Millionen Menschen hier. Da viele in den Ballungsräumen wohnen, gibt es die eindrucksvollen Weiten, die einfach menschenleer sind. Für uns Europäer ist dies irgendwie sehr ungewohnt.

Tiere: Heute haben wir zwar keine Caribous, aber einen eiligen Fuchs über die Straße laufen sehen.

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Das Pendant zum Pick Up

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keine Sichtung … das Wahrzeichen von Beaver Creek

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wir bitten um Geduld!

Liebe Blog-Leser,

wir begeben uns jetzt auf den “Scenic Alaska Highway”, der gleich hinter Hinton, AB beginnt. HWY 40.

Wir befürchten, dass ab jetzt die WIFI-Dichte noch weiter abnimmt, und wir deshalb nicht mehr täglich veröffentlichen können. Wie die Kanadier sagen: “we appreciate your understanding”.

Bitte regelmässig nachsehen.

K

Von Jasper nach Hinton

Heute wollten wir es ruhig angehen lassen. Auf dem Weg nach Jasper kamen wir wieder an dem Hotel vorbei, wo gestern eine Elchkuh im Vorgarten graste. Heute Morgen war ein Schwung Kanadagänse für das Touristen-Fotoshooting im Dienst. Die Elchkuh stand 30 km weiter an der Autobahn und sorgte für gefährliche Verkehrssituationen durch bremsende Parkbesucher.

Jasper ist ein gemütlicher Bergort mit den üblichen Geschäften für Mountainbikes, Kletterausrüstung, Outdoorbekleidung und Souvenirs. Der Weg aus dem Park führte uns noch einmal an bemerkenswerten Bergszenarien, dunkel- bis türkisfarbenen Seen und rauschenden Bächen vorbei.

Der Maligne Canyon kann über fünf Brücken überquert werden und ist sehr schmal und tief. Das Wasser rauscht beeindruckend durch die tief eingegrabenen Felsen und ist bei Eiskletterern im Winter recht beliebt.

Wir verließen den Jasper Nationalpark und machten heute ein kleines Päuschen in Hinton. Lebensmittel einkaufen und Wäsche waschen war heute angesagt. Die alltäglichen Dinge müssen auch mal erledigt werden. Außerdem schauert es heute Nachmittag on und off. Und dann müssen wir noch Kraft sammeln, denn jetzt geht es nach Alaska. Die Straße von Dawson Creek bis nach Fairbanks  – und wir sind noch ein ganzes Stück vor Dawson Creek – ist 2.500 km lang.

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Icefield Parkway

Den Yoho Nationalpark haben wir für unsere Verhältnisse schon recht früh um 9.00 Uhr verlassen und sind zurück in den Banff Nationalpark, bzw. auf den Icefield Parkway zurückgekehrt. Bei schönstem Wetter war unser erster Stopp bei Lake Herbert, „the photographer´s favourite“. Das kann man bestätigen, wenn man sieht, wie schön sich die Berggipfel im See spiegeln. Ab dann gondelt man die ca. 160 km bis nach Jasper. Man hält mal hier, mal dort, überall gibt es so genannte „Look Outs“. Einige sind mit kleinen Spaziergängen verbunden, das sind die angenehmeren, wenn auch nicht unbedingt die atemberaubenden. Die Spots, die bequem mit Bussen angefahren werden können, stellten unsere interkulturelle Offenheit auf eine harte Probe. Überhaupt ist es ein schmaler Grad zwischen der Erhaltung so grandioser Nationalparks und der Möglichkeit für viele, sich daran zu erfreuen.

Wir hielten noch am Peyto Lake, am Mistaya Canyon und am Columbia Icefield. Bei letzterem großen Gletscher wird durch Markierungen deutlich vor Augen geführt, wie sehr sich der Gletscher seit 1920 zurückgezogen hat. Auf eine Gletscherwanderung haben wir ebenso verzichtet, wie auf die neueste Attraktion, den Glacier Skywalk, einen gläsernen Balkongang über einen Abgrund mit Blick auf den Gletscher. Die Landschaft, durch die man rauscht, ist immer besonders, teilweise atemberaubend. Pässe wechseln mit Hochebenen, man sieht Wildbäche in allen Breiten, mit und ohne Stromschnellen, Wälder, kahle Bergrücken, Gletscher, Schneefelder, Wiesen mit Wollgras. Mit den kleinen oben genannten Abstechern ist man nach Stunden irgendwie erschöpft. Das Auge möchte ausruhen. Das tun wir jetzt auch im Wabasso Campground im Jasper Nationalpark. Wir stehen im lichten Nadelwald natürlich mit Feuerpit. Das Lagerfeuer ist für Kanadier immens wichtig. So gibt es bei jedem Campingplatz feste Metallkörbe (oft sind das alte LKW Felgen), in denen geschürt werden darf. Das Feuerholz muss auf dem Platz gekauft werden, denn durch das Transportieren von eigenem Holz quer durch Kanada wird ein bestimmter Waldschädling immer weiter getragen. Davor wird an jedem Campingplatz gewarnt.

Getroffen haben wir heute lauter nette deutsche Pärchen und Familien, die urlaubenderweise durch den Banff- und Jasper Nationalpark touren.

Und dann haben wir heute endlich eine Elchkuh im Vorgarten eines Hotels gesichtet. Es war nicht auszumachen, ob sie dort zufällig war oder zum Personal des Hotels gehörte.

 

Anmerkung des Fotografen: für Bergfans sind die Rockies bzw. ist die Tour ein absolutes Muss. Die Berge, die Aussichten, die Bergseen, etc. sind absolut Topp. Die einzige Frage ist wann man diese Tour unternimmt um den Busladungen an Touristen an den „hot spots“ zu entgehen.

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Banff

Der Übernachtungsplatz in Kananaskis Country war sehr schön am Kananaskis River gelegen, umgeben von hochaufragenden schroffen Bergrücken. Dieser Park ist wunderschön zu durchfahren und ein echter Tipp. Für Wanderer, Radler, Skifahrer und Kanufahrer ist er ein Paradies, wobei der Fluss von einem Gletscher gespeist wird und man nach 2 Minuten schon so unterkühlt ist, dass es gefährlich wird. Umherstreifende Bären haben wir nicht gesehen, weil wir nichts haben liegenlassen. Dafür aber ein Reh und ein im Posing ausgebildetes Squerril.

Auf dem Weg nach Banff haben wir Stopp in Canmore gemacht. Garmisch Partenkirchen ist die deutsche Entsprechung von Canmore. Es gibt viele Lodges und Hotels, die auf Winterurlauber eingestellt sind. Und ein Starbucks Café, wo wir unsere Beiträge von drei Tagen mal wieder hochladen konnten. Dies ist überhaupt manchmal ein Problem. Wir schreiben jeden Tag an unserem Blog, aber manchmal gibt es kein Internet (vor allem in den Provincial Parcs), oder aber es ist so schlecht, dass man auch nicht weiter kommt. Also Geduld und auf eine Gelegenheit am nächsten Tag hoffen. Besonders ist uns in diesem Zusammenhang die Kette Tim Horton ans Herz gewachsen. Tim hat immer Wi-Fi. Danke Herr Horton.

Banff. Das entspricht Garmisch-Partenkirchen im Quadrat. Menschenmassen schieben sich durch den Ort. Kann man sich anschauen, muss man aber nicht.

Der Highway 1 führt durch den Banff Nationalpark. Er ist der älteste in Kanada und Unesco Welterbestätte. Man zahlt 17 Dollar pro Tag und schon darf man losfahren. Unser nächstes Ziel war Lake Louise. Ein toller Ausblick auf den blauen See vor einer Gletscherlandschaft. Aber ganz deutlich: Du bist nicht allein. Alle Nationalitäten, die man sich vorstellen kann, bestaunen diese Aussicht. Wir übernachten im Yoho Nationalpark, der kurz hinter Lake Louise schon in British Columbia liegt und ein „Geheimtipp“ von deutschen Automobilisten sein muss.

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Calgary

Nachdem wir uns heute von unseren vier netten Kindern aus Bonn verabschiedet haben, die zusammen mit ihren Eltern drei Wochen durch Kanada getourt sind und heute Nacht neben uns standen, war unser erstes Ziel ein Cowboyboot-Laden in Calgary. Etwas außerhalt gelegen, bietet er Boots made in Canada an. Schlichte Modelle sind dabei eher selten. Rote, grüne, gelbe, mit und ohne Stickereien, aus Rindleder, Krododil- oder Schlangenleder. Nicht jedes Modell muss einem gefallen. Aber eines gefiel dann doch.

Auf unserem Weg nach Downtown wurden wir an einer roten Ampel von einem deutsch sprechenden Passatfahrer gebeten, doch mal rechts ranzufahren. Leo lebte als Zimmermann schon über 20 Jahre in Kanada und hatte eine spannende Vita, aber irgendwie auch den Kanada-Blues. Er war aber am Ende sehr kanadisch und sehr um uns Fremde bemüht und entschied sich dafür, uns mit Regina bekannt zu machen. Also fuhren wir hinter ihm her zum Crossroads Farmers Market. Dort hat Regina hat einen Stand, wo sie Wurst und bestes Fleisch verkauft. Regina lebt schon seit 40 Jahren in Kanada, stammt ursprünglich aus Hamburg, hat sechs erwachsene Kinder und einen Mann mit indianischen Wurzeln. Diese Frau strahlte eine tolle innere Ruhe und Stärke aus, das hat uns sehr beeindruckt. Sie ist in Kanada mehr als angekommen. Ihr exzellentes Fleisch, (Regina, das Steak von heute war oberlecker), bezieht sie von ihr bekannten Farmern. Da gibt es keine Hormone, kein Kraftfutter, nichts.

Wir schlenderten dann noch ein bisschen über den Markt und ich hätte Berge von Obst und Gemüse kaufen mögen. So lecker sah alles aus. Farmer bieten an, Händler, aber auch Mennoniten, bei denen schon die Jungs mit anfassen müssen. Ein kleiner Teil des Marktes ist nicht den Lebensmitteln gewidmet. Dort werden alle möglichen Dinge verkauft. Bei der chinesischen Händlerin kann man Porzellan und Dekoartikel erstehen, die kann man sich eigentlich kaum vorstellen. Bunt. Kitschig. Überflüssig. Aber irgendwie faszinierend.

Oder Bill Baker. Er verkaufte an seinem Stand Pins. Zu Eishockey, Football, Olympischen Spielen (er hat zehn!! besucht), Autos, Polizei, Militär, Touristischen Zielen und was immer einem einfällt. Der Mann ist eingerahmt in Pins. Ich durfte mir alles ansehen und er hat mir alles freundlich erklärt. Besonders gefreut hat mich, als er mir einen Pin in Form eines weißen Cowboyhutes überreichte. Bei der Calgary Stampede gibt es jedes Jahr eine Zeremonie, zu deren Anlass der Bürgermeister einen weißen Cowboyhut an verdiente Persönlichkeiten übergibt. Ich bekam meinen heute in Form eines Pins von Bill Baker. Danke sehr.

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Dinosaur Provincial Park

Da wir ohne Kinder reisen, stand der Dinosaur Provincial Park zunächst nicht so wirklich auf unserer Agenda. Aber unsere nette Lady vom Visitor Center legte uns diesen Spot sehr ans Herz. Also, da es kein großer Umweg war, gucken kostet ja nichts. Und es hat sich gelohnt. Ich darf lonely planet zitieren, den besser kann ich es auch nicht ausdrücken: „Der Park taucht plötzlich aus dem Nichts auf, denn die Schlucht, in der er liegt, fällt ohne Vorwarnung von der grasbewachsenen Ebene in die Tiefe ab. In dieser ausgetrockneten Traumlandschaft ragen zahllose Hoodoos und bunte Felsformationen auf. Dort, wo vor 75 Mio. Jahren Dinosaurier durch eine tropische Umgebung streiften, ist heute nichts als Hitze und Dürre zu sehen.“ Ja, so ist es und es wird vor Schlangen gewarnt. Habe aber keine gesehen.

Wir übernachten heute kurz vor Calgary. Mal sehen, ob wir morgen in Cowboy-Stiefeln wieder hinausfahren.

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