auf nach Yukon Territory
Es regnete leicht, als wir den Muncho Lake verließen. Unser Ziel waren die 40 Minuten entfernten Liard River Hot Springs. In Kanadas Norden werden Entfernungen nicht in Kilometern, sondern in Zeiteinheiten beschrieben. Somit lag Liard River Hot Springs um die Ecke des Muncho Lakes. Für 5 Dollar pro Person erhielt man Eintritt in den Provincial Park. Ein Holzsteg führte über ein warmsumpfiges Gebiet und nach 10 Minuten standen wir staunend vor dem Alphapool. Ein weitgehend naturbelassener Teich, der ganz natürlich eingefasst ist von Pflanzen, Farnen und umgefallenen Bäumen. Ein bisschen wie wir uns den Urwald vorstellen. Es gibt sehr gepflegte Umkleidekabinen und Holztreppen führen in den Naturpool, der in seinem Verlauf immer kühler wird. An den heißesten Stellen kann man es kaum aushalten. Ein leichter Geruch nach Schwefel (also ein bisschen nach faulen Eiern), umweht das Ensemble, ist aber nicht störend unangenehm. Da die Saison vorbei ist, plantschten vielleicht 10 Personen dort. Der Ort war irgendwie besonders. Hier trafen wir verschiedene Reisende, die wir schon vorher mal getroffen hatten. Aber das Wasser zeigte auch Wirkung. Wir waren erst einmal ziemlich müde.
Nach einer kleinen Pause ging es frisch weiter nach Watson Lake. Heute zeigten sich zu unserer Freude Bisons. Die stehen links und rechts von der Straße, fressen Grünzeug und lassen sich nicht weiter stören.
Watson Lake , der erste Ort im Bundesstaat Yukon ist ein kleiner Ort, dessen weltberühmte Attraktion der Sign Post Forest ist. Rund um das Visitor Center werden immer neue Pfosten aufgestellt, an die man die Schilder seiner Heimatstadt nageln kann. Es sind viele Tausend und man kann eine ganze Zeit damit verbringen, sie zu studieren. Und nein, wir haben keines hingenagelt. Aber wir waren da.
Eine Sache muss ich noch kurz erwähnen. Es ist 20.15 Uhr und die Sonne scheint noch ganz hell. Einfach toll.
Northern Rockies
In Fort Nelson klopft leise der Herbst an. Der Himmel ist ganz klar und oktoberfestblau und die ersten Birken zeigen gelbes Laub. Heute ist unser 27. Hochzeitstag und das schönste an diesem Tag ist, dass wir nach so langer Zeit immer noch gemeinsam eine so wunderbare Reise unternehmen.
Der durch die Northern Rocky Mountains führende Alaska Highway ist sehr abwechslungsreich und landschaftlich sehr schön. Die Straßen winden sich über Hügel und durch Wälder. Am höchsten Punkt ist der Summit Pass ca. 2.000 m hoch. Im Visitor Center von Dawson Creek, also mehr als 500 km entfernt, wurde uns die Testa River Guest Ranch empfohlen. Entfernungen sind in Kanada, wie wir nun wissen, völlig anders zu bewerten. Wer käme auf die Idee, für ein paar Törtchen von Hamburg nach Frankfurt zu fahren? Im gastlichen Hort gibt es die weit bekannten „buttered cinammon rolls“, die wir natürlich probiert haben, ebenso wie die „Spaghetti-Hamburger-Tomaten-Suppe“. Die Guest Ranch liegt einsam mitten im Wald, für Eingeweihte so etwa wie Reichenbach am Wald. Dass wir dort einem baumlangen Kerl aus Sibirien begegnet sind, der dort jedes Jahr zum Jagen hinfährt, ist nur noch eine Notiz am Rande, um zu erklären, wie weit ab diese Guest Ranch liegt.
Weiter ging es mit einem Witz von Martin, der meinte, dass es hier nur zwei Jahreszeiten gibt: Winter und Road Construction. Die Straße wurde streckenweise über Kilometer abgefräst, um sie anschließend neu zu teeren. Auch heute mussten wir an einer Stopp/Slow- Lady halten. Nun wissen wir, dass dieser Beruf Signalling heißt. Auch hier stand die Dame mutterseelenallein neben ihrem Pick-Up, um den Baustellenverkehr zu regeln. Eine Schicht dauert normalerweise 12, gerne auch mal 18 Stunden. Sie lebt in einem Trailer auf einem Campground und fährt das ganze Jahr hinter ihren Baustellen her. „Ein guter Job“, meinte sie, denn zu Hause in Victoria gäbe es nur schlecht bezahlte Stellen. Ihr 16jähriger Sohn lebt in den Ferien mit der Mutter im Trailer, der nun irgendwo im Wald stand. Was man da wohl den ganzen Tag macht? Das besondere an dieser Baustelle war noch, dass man nur mit einem „Follow-me-car“ durch die Baustelle fahren durfte. Kanada gibt auf uns acht.
Weil heute Hochzeitstag ist, zeigten sich endlich auch mal ein paar Tiere: Caribous, Rentiere und drei Bergziegen. Nicht zu vergessen die Streifenhörnchen und Mäuschen auf dem Campground.
Unser Ziel heute war die Northern Rocky Lodge am Muncho Lake. Dieser See schimmert in allen Farben von blau bis grün mit einem leichten Rotschimmer. Dies kommt von Kupferoxiden. Die Lodge gehört einem Schweitzer Paar und liegt wirklich sehr schön. Da es sonst nicht viel Tolles gibt, wird dies auch ordentlich nach schweitzer Art bepreist. Aber ich sitze nun am See und schreibe unseren Blog und solch einen Schreibtisch hat man ja nun wirklich nicht jeden Tag. Und wann kommt schon mal ein Hund vorbei, der auf den Namen Else von Brabandt (aus Lohengrin) hört? Frauchen war lange Zeit Opernsängerin in Wuppertal und bei den Festspielen in Eutin. Ihr Mann ist ab dem 1.9.2014 der neue Intendant der Oper von Anchorage. Sie siedeln gerade von New York nach Anchorage um. Wir freuen uns immer wieder über die vielen interessanten Begegnungen und Gespräche. Und wirklich oft haben wir durch unser in Kanada sehr auffälliges Auto mit den netten „Greetings from Hamburg“ uns mit vielen Menschen unterhalten können.
- “Reichenbach a.W.”
- Auf den Spuren…
- … von Grzimek
- Der RV Park
Alaska Highway, jetzt BC
Eine kleine Ausstellung in Dawson Creek gibt einen guten Eindruck, wie hart die Arbeit am Alaska-Highway für die Soldaten war. Große Hitze, Insekten, große Kälte, unbequeme Unterkünfte fernab der Heimat waren bestimmt nicht jedermanns Sache. Und genauso ist es heute bestimmt nicht nur nett, auf den Baustellen der Öl- und Gasförderung zu arbeiten. Auf unserem Weg von Dawson Creek nach Fort Nelson kamen wir an einigen Arbeitscamps mitten im Wald vorbei, die aus Wohncontainern, einer Tankstelle, einem Liquor-Store und verstreuten Trailerparks bestehen. Alles irgendwie hingeklatscht und nur für Männer auf Arbeit ausgerichtet. Hier wird gutes Geld hart verdient. Unterbrochen wird dieses Einerlei von Lagerstätten für Öl und Gas. Links und rechts des sich durch eine waldige Hügellandschaft windenden Highways gehen Gravelroads ab, die zu den Förderfeldern führen. Unzählige Schilder von damit beauftragten Firmen weisen den Weg. Man kann sie nur selten von der Straße einsehen und das ist sicher auch gut so. Für die Touristen wird die Illusion der Straße durch die Wildnis aufrechterhalten. Die 350 km lange Strecke war gut in Schuss und wurde an verschiedenen Stellen verbessert, davon zeugt auch heute wieder eine Stopp/Slow- Person, die den einspurigen Verkehr regelt. Die Person heute sah aus, wie ein Mensch gewordenes Stoppschild.
Gekrönt wurde dieser Tag durch ein supergutes Essen bei Ones, dem Steakhaus in Fort Nelson und ein paar netten Gesprächen auf dem Campground. Wir schlafen heute Nacht gut bewacht von einem Nachbarhund, der mit Frauchen im „Kofferraum“ eines großen Vans schläft.
Tiermäßig war heute ein guter Tag. Es gab einen echten Bären am Straßenrand.
vereinfachte Route vom 16. – 20. August
Scenic Route to Alaska
Also frisch ans Werk. „Scenic Route to Alaska“ stand am Ortsausgang von Hinton. Insgesamt sind wir schon 7.715 km gefahren. Heute waren es 481km, um nach Dawson Creek, dem 0-Punkt des Alaska Highways zu gelangen. Die Straße führte 150 km gerade aus nach Grande Cache durch die Wälder des Caribou-County. Ich muss nicht betonen, dass es nur gelbe Caribou-Schilder zu bewundern gab. Die echten Tiere hatten heute keine Lust, sich auf der Straße zu zeigen. Kurz vor Grande Cache qualmte es gewaltig aus dem Wald, denn dort wird Grillkohle im Industrieformat in großen Mailern gewonnen. Die Straße machte einen Knick von 90 Grad und wieder ging 180 km wieder gerade aus durch riesige Wälder nach Grande Prairie. Diese Stadt lebt von den großen, westlich vom Ort gelegenen Getreidefeldern, von der Holzwirtschaft und vom Öl- und Gasboom. Man merkt den Aufschwung irgendwie, es wird viel gebaut und man meint, dass fast alle Unternehmen mit Öl und Gas zu tun haben.
Wir aber wollten heute nach Dawson Creek. Eine kleine „Stadt“, in der staubige Pickups und unrasierte Kerle dominieren. Gerne wird au dem Pickup ein kleines Geländefahrzeug transportiert, um es im Wald mal richtig krachen zu lassen. Das sind die Freuden echter Männer in der Wildnis. Aber gleichzeitig existieren auch kleine Juwele, wie das Heimatmuseum Walter Wright Pioneer Village. Der Museumswärter konnte lebhaft erzählen, wie er als Junge die ausgestellte Einraum-Schule besucht hat. Und auch das ein oder andere nun im Museumsdorf aufgestellte Haus kannte er noch aus seiner Jugend. Alltagskultur aus einer Zeit, die noch nicht so lange vergangen ist. Die Stadt Dawson Creek wurde erst 1942 mit dem Bau des Alaska Highways gegründet. Damals fürchteten die Amerikaner, Alaska im 2. Weltkrieg nicht verteidigen zu können. Es gab keine Landverbindung von den USA nach Alaska, um im Ernstfall Truppen zur Verteidigung dorthin schicken zu können. Also wurden viele Soldaten abkomandiert, um unter großen Strapazen den Alaska-Highway zu bauen. Diese sagenhafte Straße nach Fairbanks haben wir uns nun vorgenommen. Je weiter wir kommen, desto mehr merken wir, wie riesig Kanada ist. Es ist fast so groß wie Europa, aber es leben nur 35 Millionen Menschen hier. Da viele in den Ballungsräumen wohnen, gibt es die eindrucksvollen Weiten, die einfach menschenleer sind. Für uns Europäer ist dies irgendwie sehr ungewohnt.
Tiere: Heute haben wir zwar keine Caribous, aber einen eiligen Fuchs über die Straße laufen sehen.
wir bitten um Geduld!
Liebe Blog-Leser,
wir begeben uns jetzt auf den “Scenic Alaska Highway”, der gleich hinter Hinton, AB beginnt. HWY 40.
Wir befürchten, dass ab jetzt die WIFI-Dichte noch weiter abnimmt, und wir deshalb nicht mehr täglich veröffentlichen können. Wie die Kanadier sagen: “we appreciate your understanding”.
Bitte regelmässig nachsehen.
K
Von Jasper nach Hinton
Heute wollten wir es ruhig angehen lassen. Auf dem Weg nach Jasper kamen wir wieder an dem Hotel vorbei, wo gestern eine Elchkuh im Vorgarten graste. Heute Morgen war ein Schwung Kanadagänse für das Touristen-Fotoshooting im Dienst. Die Elchkuh stand 30 km weiter an der Autobahn und sorgte für gefährliche Verkehrssituationen durch bremsende Parkbesucher.
Jasper ist ein gemütlicher Bergort mit den üblichen Geschäften für Mountainbikes, Kletterausrüstung, Outdoorbekleidung und Souvenirs. Der Weg aus dem Park führte uns noch einmal an bemerkenswerten Bergszenarien, dunkel- bis türkisfarbenen Seen und rauschenden Bächen vorbei.
Der Maligne Canyon kann über fünf Brücken überquert werden und ist sehr schmal und tief. Das Wasser rauscht beeindruckend durch die tief eingegrabenen Felsen und ist bei Eiskletterern im Winter recht beliebt.
Wir verließen den Jasper Nationalpark und machten heute ein kleines Päuschen in Hinton. Lebensmittel einkaufen und Wäsche waschen war heute angesagt. Die alltäglichen Dinge müssen auch mal erledigt werden. Außerdem schauert es heute Nachmittag on und off. Und dann müssen wir noch Kraft sammeln, denn jetzt geht es nach Alaska. Die Straße von Dawson Creek bis nach Fairbanks – und wir sind noch ein ganzes Stück vor Dawson Creek – ist 2.500 km lang.
Icefield Parkway
Den Yoho Nationalpark haben wir für unsere Verhältnisse schon recht früh um 9.00 Uhr verlassen und sind zurück in den Banff Nationalpark, bzw. auf den Icefield Parkway zurückgekehrt. Bei schönstem Wetter war unser erster Stopp bei Lake Herbert, „the photographer´s favourite“. Das kann man bestätigen, wenn man sieht, wie schön sich die Berggipfel im See spiegeln. Ab dann gondelt man die ca. 160 km bis nach Jasper. Man hält mal hier, mal dort, überall gibt es so genannte „Look Outs“. Einige sind mit kleinen Spaziergängen verbunden, das sind die angenehmeren, wenn auch nicht unbedingt die atemberaubenden. Die Spots, die bequem mit Bussen angefahren werden können, stellten unsere interkulturelle Offenheit auf eine harte Probe. Überhaupt ist es ein schmaler Grad zwischen der Erhaltung so grandioser Nationalparks und der Möglichkeit für viele, sich daran zu erfreuen.
Wir hielten noch am Peyto Lake, am Mistaya Canyon und am Columbia Icefield. Bei letzterem großen Gletscher wird durch Markierungen deutlich vor Augen geführt, wie sehr sich der Gletscher seit 1920 zurückgezogen hat. Auf eine Gletscherwanderung haben wir ebenso verzichtet, wie auf die neueste Attraktion, den Glacier Skywalk, einen gläsernen Balkongang über einen Abgrund mit Blick auf den Gletscher. Die Landschaft, durch die man rauscht, ist immer besonders, teilweise atemberaubend. Pässe wechseln mit Hochebenen, man sieht Wildbäche in allen Breiten, mit und ohne Stromschnellen, Wälder, kahle Bergrücken, Gletscher, Schneefelder, Wiesen mit Wollgras. Mit den kleinen oben genannten Abstechern ist man nach Stunden irgendwie erschöpft. Das Auge möchte ausruhen. Das tun wir jetzt auch im Wabasso Campground im Jasper Nationalpark. Wir stehen im lichten Nadelwald natürlich mit Feuerpit. Das Lagerfeuer ist für Kanadier immens wichtig. So gibt es bei jedem Campingplatz feste Metallkörbe (oft sind das alte LKW Felgen), in denen geschürt werden darf. Das Feuerholz muss auf dem Platz gekauft werden, denn durch das Transportieren von eigenem Holz quer durch Kanada wird ein bestimmter Waldschädling immer weiter getragen. Davor wird an jedem Campingplatz gewarnt.
Getroffen haben wir heute lauter nette deutsche Pärchen und Familien, die urlaubenderweise durch den Banff- und Jasper Nationalpark touren.
Und dann haben wir heute endlich eine Elchkuh im Vorgarten eines Hotels gesichtet. Es war nicht auszumachen, ob sie dort zufällig war oder zum Personal des Hotels gehörte.
Anmerkung des Fotografen: für Bergfans sind die Rockies bzw. ist die Tour ein absolutes Muss. Die Berge, die Aussichten, die Bergseen, etc. sind absolut Topp. Die einzige Frage ist wann man diese Tour unternimmt um den Busladungen an Touristen an den „hot spots“ zu entgehen.
Banff
Der Übernachtungsplatz in Kananaskis Country war sehr schön am Kananaskis River gelegen, umgeben von hochaufragenden schroffen Bergrücken. Dieser Park ist wunderschön zu durchfahren und ein echter Tipp. Für Wanderer, Radler, Skifahrer und Kanufahrer ist er ein Paradies, wobei der Fluss von einem Gletscher gespeist wird und man nach 2 Minuten schon so unterkühlt ist, dass es gefährlich wird. Umherstreifende Bären haben wir nicht gesehen, weil wir nichts haben liegenlassen. Dafür aber ein Reh und ein im Posing ausgebildetes Squerril.
Auf dem Weg nach Banff haben wir Stopp in Canmore gemacht. Garmisch Partenkirchen ist die deutsche Entsprechung von Canmore. Es gibt viele Lodges und Hotels, die auf Winterurlauber eingestellt sind. Und ein Starbucks Café, wo wir unsere Beiträge von drei Tagen mal wieder hochladen konnten. Dies ist überhaupt manchmal ein Problem. Wir schreiben jeden Tag an unserem Blog, aber manchmal gibt es kein Internet (vor allem in den Provincial Parcs), oder aber es ist so schlecht, dass man auch nicht weiter kommt. Also Geduld und auf eine Gelegenheit am nächsten Tag hoffen. Besonders ist uns in diesem Zusammenhang die Kette Tim Horton ans Herz gewachsen. Tim hat immer Wi-Fi. Danke Herr Horton.
Banff. Das entspricht Garmisch-Partenkirchen im Quadrat. Menschenmassen schieben sich durch den Ort. Kann man sich anschauen, muss man aber nicht.
Der Highway 1 führt durch den Banff Nationalpark. Er ist der älteste in Kanada und Unesco Welterbestätte. Man zahlt 17 Dollar pro Tag und schon darf man losfahren. Unser nächstes Ziel war Lake Louise. Ein toller Ausblick auf den blauen See vor einer Gletscherlandschaft. Aber ganz deutlich: Du bist nicht allein. Alle Nationalitäten, die man sich vorstellen kann, bestaunen diese Aussicht. Wir übernachten im Yoho Nationalpark, der kurz hinter Lake Louise schon in British Columbia liegt und ein „Geheimtipp“ von deutschen Automobilisten sein muss.


















































































