West Palm Beach

Obwohl es tagsüber so über 20 Grad Celsius hatte, sind die Nächte doch ganz schön kalt und heute morgen hatten wir sogar leichten Bodenfrost. Wir sind ja im Augenblick im Jonathan Dickinson State Park. Das Gelände ist sehr groß und umfasst einen großen öffentlichen Bereich am Fluss, wo man angelnd und Boot fahren kann. Außerdem gibt es zwei Campgrounds, einige Cabins (Ferienhütten), einen großen Bereich für Mountainbiker, einen Aussichtsturm und jede Menge Sumpf und Trockenbereiche, die überwuchert sind von Kiefern und Palmettos. Allein von unserem Campground zum Fluss sind es fast 8 km. Haben wir heute morgen per Auto in Augenschein genommen und uns dann doch entschlossen, das nahegelegenen West Palm Beach zu besuchen.
Getrennt vom Intercoastal Waterway liegt auf der Meer zugewandten Seite Palm Beach, das Mekka richtig wohlhabender Menschen. Aber schon West Palm Beach hat uns gut gefallen. In der Marina schaukeln auf den Wellen lauter nette Yachten. Es gibt einen großen Bereich an der Wasserlinie mit Restaurants und Cafés. Wir haben uns heute für das „Pistache“ entschieden, ein sehr französisches Restaurant (pistachewpb.com). Wer für den Silvesterabend noch einen Platz zum Essen sucht, kann man empfehlen. Danach sind wir zu den Anne Norton Scupture Gardens. Was wir über den Zaun gesehen haben, sah sehr viel versprechend aus. Leider haben sie nur von Mittwoch bis Sonntag geöffnet. Und heute ist Dienstag. Schade. Die Gegend, in der sich die Sculpture Gardens befinden heißt El Cid und besteht aus lauter sehr hübschen, nicht protzigen Einfamilienhäusern. So gab es doch noch etwas zu sehen.
Wir sind zurück zum Statepark gefahren, haben noch ein paar Reiseberichte hochgeladen, uns mit der Rangerin über Schlangen unterhalten und auf unserem Platz noch mit einem Paar aus Deutschland, das für 5 Monate unterwegs ist. Sie sind der Meinung, dass sie unabhängig von der politischen Führung hier netten und hilfsbereiten Menschen begegnet sind, und dass das ihre Reise auf alle Fälle unvergesslich gemacht hat. Und Reisende, die in New York in der Bronx auf der Straße am Bordstein geparkt und dort übernachtet haben, können das beurteilen.
Bei unserem Besuch des Kennedy Space Centers am Montag hatten wir uns darüber unterhalten, dass die vorgestellten Missionen alle schon ein paar Tage alt sind und es für die amerikanische Politik doch gut wäre, ein alle Amerikaner begeisterndes Zukunftsthema wie Raumfahrt auf den Weg zu bringen. Und dann lesen wir heute von der Ankündigung des amerikanischen Präsidenten, mal wieder auf den Mond fliegen zu wollen. War er am Sonntag auch im Kennedy Space Center und hat uns zugehört?

Stateparks in Florida

Heute wollten wir den Jonathan Dickinson Statepark in Hobe Sound erreichen. Also sind wir kurz hinter Cape Canaveral auf die US1 nach Süden. Hier haben wir seit langem wieder eine kleine Kaffee-Bude entdeckt, wie es sie in Kanada zuhauf gibt. Dort hatten wir eine nette Unterhaltung mit einer jungen Frau und ihrem Adoptivvater. Sie war am überlegen, ob es sich lohnt, in Deutschland zu studieren und wir haben ihr natürlich dazu geraten, wenigsten mal ein Semester in Europa zu verbringen.
Danach sind wir über die noch kleinere A1A direkt am Strand weiter gefahren. Hier wechseln sich kleinere und größere Häuser, Strandhäuser, echte Anwesen, Gated Communities, kleine Geschäfte und wieder Häuser ab. Man kommt nur schlecht an den Strand. Alle paar Kilometer gibt es mal einen kleinen öffentlichen Parkplatz. Also eigentlich ist die Küste bis Melbourne Beach ziemlich zugepflastert. Wir haben Stopp im Sebastian Inlet State Park gemacht. Dieser Park liegt wie alle Stateparks an landschaftlich interessanten Punkten. Besonders interessant fand ich den Jetty-Strom, dessen hohe Wellen direkt auf einen Fisching-Pont zuliefen. Dieser Fisching Pont war überlaufen von Anglern. Aber die 15 Minuten, die ich zugeschaut habe, hat niemand etwas gefangen. Nun ja. Aber das Wasser ist karibisch blau. Leider hatte es heute nur 19 Grad Celsius und es war recht windig.
Nun mussten wir uns etwas beeilen, um unseren Jonathan Dickinson Statepark zu erreichen. Die Plätze sind sehr begehrt und wir hatten für zwei Nächte im Voraus gebucht. Wir wurden mit einem schönen Sonnenuntergang belohnt. Den Park schauen wir uns morgen an.

Kennedy Space Center in Titusville

Heute zum zweiten Advent hat es hier zwar nicht geschneit, aber es war ganz schön frisch heute morgen. 12 Grad Celsius, aber dazu ein stahlblauer Himmel und Sonnenschein.
Wir hatten heute ein Mission. Das Kennedy Space Center in Titusville. Dort waren wir schon einmal vor fast 30 Jahren. Damals regnete es in Strömen und die Bustour über das Gelände brachte keine Erhellung, da die Scheiben von innen angelaufen waren.
Heute also wettermäßig das ganze Gegenteil. Mehrere Gebäude und ein Rocketgarden verteilen sich hinter dem Eingang und beschäftigen sich inhaltlich mit unterschiedlichen Weltraummissionen seit den 50er Jahren. Wir sind zuerst bei „Heroes & Legend“ gewesen. Hier zeigt sich einmal mehr die Klasse, mit der in den USA Unterhaltung auf höchstem Niveau präsentiert wird. Gruppenweise wird man zunächst in einen Raum vorgelassen, in dem verschiedenste Astronauten unterschiedlicher Dekaden von ihrer Leidenschaft zur Raumfahrt erzählen. Danach wird man in einen zweiten Raum entlassen und hier wird ein 3D-Film gezeigt und man hat den Eindruck, man fliegt im Cockpit einer Raumkapsel mit durch den Orbit. Immer wieder unterbrochen von Kommentaren einzelner Astronauten. Nicht schlecht.
Vorbei am Rocket Garden, wo verschiedene Weltraumraketen zu bestaunen sind, ging es in das IMAX-Theater. Auch hier wurde ein 3-D Film präsentiert, der zeigte, wie das Leben auf der ISS ist, welchen Ausblick die Astronauten von hier auf die Welt haben, wie ein Austausch der Crews vonstatten geht, die hier im allgemeinen für 6 Monate leben, wie ein Aussentermin der ISS abläuft, wie der Nachschub organisiert ist. Man erfährt Details, wie Haare waschen in der Schwerelosigkeit, wie schwer man aus einem Weltraumanzug kommt, dass man Sport machen muss, um dem Muskelschwund vorzubeugen und wie Weltraum-Espresso funktioniert. Allein das fanden wir schon höchst unterhaltsam. Aber auch viele Bilder aus der ISS auf die Erde wurden gezeigt. Wie hell die Erde in entwickelten Gebieten nachts leuchtet, wie Stürme von oben aussehen, wie weit Rauchwolken von Waldbränden zu sehen sind. Überhaupt wie verletzlich die Erde ist. Eine tolle Präsentation.
Danach ging es zur Show über das Space Shuttle Atlantis. Man kommt in das entsprechend Gebäude, indem man durch einen Nachbau der Trägerrakete eintritt. Riesig groß. Danach gibt es erst einmal einen Film, danach eine Präsentation, wie es im Cockpit des Spaceshuttles aussah. Und dann geht eine Wand auf und das Original Space Shuttle Atlantis steht in einer riesigen Halle. Ich hatte nicht in Erinnerung, dass der mittlere Teil des Space Shuttle wie eine große Ladefläche konstruiert war, die man im Weltall öffnen konnte, um Dinge für die ISS zu entladen. Die Atlantis im Original zu sehen, hat uns beide sehr beeindruckt. Es gab außerdem detaillierte Modelle der Flugkanzel, des Schlafbereichs oder der Toilette. Auch so etwas will man doch wissen.
Nun hatten wir langsam genug gesehen. Die zweistündige Bustour zum Startgelände haben wir uns daher erspart. Aber es war ein toller Tag.

Gator-Alarm – Kissimmee & Titusville

Nachdem es gestern 30 Grad Celsius warm war, hatte es die Nacht über ziemlich stark geregnet und heute morgen waren es dann noch geschmeidige 12 Grad Celsius. Da musste mal wieder ein Pullover aus dem Schrank gezogen werden. Kissimmee, wo wir übernachtet haben, lebt von den vielen Erlebnisparks. Dass es davon auch kleine und ganz besondere gibt, davon haben wir schon gestern berichtet. Aber heute morgen kam uns noch „Machine Gun America“ unter. Und nein, wir waren nicht dort.

Wir waren in Gatorland, einem seit 1948 familiengeführten Freizeitpark. Vor der Tür steht ein mindgrün angestrichenes Gatormaul und lädt erst einmal auf eine Fotosession ein. Danach geht es zur Kasse und für 30 Dollar bekommt man Gator in allen Altersklassen und Größen zu sehen. Der Park mag nicht perfekt sein und nicht auf Hochglanz getrimmt wie seine großen Brüder von Disney und Co., aber er hat seinen Charme. Man geht auf Holzstegen über verschiedene Becken und überall sind Gator. Und überall sind größere und kleinere Vögel. Man möchte meinen, dass diese Beute für die Gator sind, aber irgendwie nicht. Vielleicht mögen Gator keine Federn zwischen den Zähnen. Da es heute kühl war, bewegten sich die wechselwarmen Tiere höchst langsam. Das merkte man auch bei der Gator Jumparoo Show. Der Chef von Gatorland und zwei Assistenten machten einen Wettbewerb daraus, welche von zwei Gruppen der Tiere zuerst zwei auf Wäscheleinen hängende Hühnerhälften aus dem Wasser springend verschlungen hatten. Da es aber, wie schon erwähnt, kühl war, hatten die beeindruckend großen Tiere ihre Mühe, genügend hoch aus dem Wasser zu springen, um an den Leckerbissen zu gelangen. Am Gator-Wrestling haben wir dann nicht mehr teilgenommen. Neben den Tieren gibt es natürlich noch Attraktionen wie Zippling über einen Gator-Teich, eine Spielplatz mit Gatorfiguren und einen sehenswerten Boardwalk durch eine Swamp-Landschaft. In materieller Hinsicht scheinen die Tiere billig zu sein, denn ein präparierter Gator-Kopf eines maximal zwei Jahre alten Tieres konnte man im Gift-Shop für 20 Dollar erwerben. Nein, auch das haben wir natürlich nicht gemacht.

Wir sind dann weiter nach Titusville. Irgendwann kam dann der kleine Hunger und wir sind zu Cracker Barrel. Ein Geschäft/Restaurant mit einem Konzept ähnlich wie Mutterland in Hamburg. Hier geht man durch einen Laden, der Kaffee, Süßigkeiten, Kinderspielzeug, Senf, Marmeladen, Säfte, etc, schön in einer Landhausoptik, ein bisschen retro präsentiert. Dann gelangt man in ein Restaurant, das eher Gasthaus, denn Systemgastronomie ist. Auch hier ist alles auf ländlichen Nachkriegschick dekoriert. Das Essen ist gut, nicht außergewöhnlich, aber eben anders als Burger und Fries.

Und dann dachten wir uns zum Übernachen mal etwas für Deutsche Außergewöhnliches: The Great Outdoors (www.tgoresort.com). Ein riesiges Gelände rund um einen Golfplatz angelegt. Hier gibt es Häusergruppen aber auch RV-Plätze, die alle jeweils privat verkauft sind. Die Plätze sind groß, darauf steht ein großer Carport für das RV und dahinter/daneben ein größeres Gartenhaus/Badehaus. Wie gesagt, alle einzeln in Privatbesitz. Und die werden, wenn der Eigentümer es zulässt auch an andere Camper vermietet. Leider nicht an uns, da man ein Class-A-RV ohne jede Beschriftung haben muss. Etwas anderes, so sind die Gemeinschaftsstatuten darf nicht auf die Plätze. So stehen wir mittendrin auf einem Parkplatz des Resorts vor dem Golfshop und dem Restaurant, haben Strom, Internet und haben auch noch Geld gespart. Denn ein Superplatz kostet 70 Dollar die Nacht. Wir zahlen nun 30 Dollar.
Das Restaurant hat auch eine schöne Bar und nun haben wir das gesparte Geld in zwei Bier an der Bar investiert und freuen uns auf morgen und das Kennedy-Space-Center.

DeLand

Heute morgen sind wir wieder früh aufgestanden, um noch einmal nach den Manatees zu sehen. Nachdem die Nacht ziemlich kühl war, hofften wir wieder auf ein paar Exemplare und wir wurden nicht enttäuscht. Wenn man so früh unterwegs ist, macht auch die Stille, mit der man diese entspannten Tiere beobachten kann, einen Teil des Reizes aus. Nachdem auch wieder der Ranger unterwegs war und wir schon auf dem Rückweg waren, haben wir unsere Campnachbarin Annika getroffen. Eine sehr nette, hübsche und smarte junge Frau, die ein bisschen Deutsch spricht (Austausch in Rheda-Wiedenbrück), aus Neuseeland stammt und seit einiger Zeit durch die USA reist. Zwischendurch arbeitet sie online und verbringt den Tag dort, wo es Internet gibt (Starbucks?). Dann gibt es wieder reine Reisephasen. Wir wünschen ihr viel Glück.

So und dann wollten wir ja heute nach DeLand, eine Kleinstadt nördlich von Orlando. Ein Tipp, den wir über Dieter bekommen haben. Und wirklich, diese Stadt ist so, wie man sich Florida Ende der Sechziger Jahre vorstellt. Eine hübsche Mainstreet mit einem Opernhaus von 1902, einem eindrucksvollen Gerichtsgebäude und vielen netten Geschäften, Cafés und Restaurants. Und einem Barber, dem besten in Florida. Kein alter Frisörladen, nein ein durchaus sorgfältig gestylter Ort, wo Mann fachgerecht den Bart gestutzt bekommt, wo mit dem Messer rasiert wird und noch die Haare geschnitten werden. Was den Damen die blonde und gelockte Friseurin, ist den Herren der vollbärtige und tätowierte Barber. Während Martin sich also diesem männlichen Vergnügen hingab, bin ich ein bisschen durch DeLand gebummelt.
Danach gab es ein köstliches Mittagessen bei De La Vega, einem mexikanischen Restaurant.

Ja, und eigentlich wollten wir noch in südlich von Kissimmee zu Gatorland, das haben wir aber leider nicht mehr geschafft und so stehen wir in Kissimmee auf einem Campground und werden vermutlich morgen die Alligatoren besuchen. Wir hatten kurz überlegt, ob wir zu Epcot oder Disney wollen, uns aber nur für Gatorland entschieden. Wenn man die I-4 entlangfährt, gibt es überall Hinweise auf Themenparks. Da gibt es zum Teil die abstrusesten Dinge. Besonders gut hat uns „Holyland Experience“ gefallen. Wir sind noch am Rätseln, ob man dort mit ganz oben in Kontakt kommen kann.

Manatees

Der Ranger beim Einlass in den Park hatte uns gestern erklärt, dass die Manatees im Blue Spring Park nur morgens bis 9.30 Uhr zu beobachten sind. Also sind wir um 7.30 Uhr los, um Manatees zu beobachten. Man möchte meinen, dass solche eine Sensation alle Campingplatz-Besucher frühmorgens aus dem Bett scheucht. Aber weit gefehlt. Wir waren fast die einzigen, die mit Fotoapparat bewaffnet im Park unterwegs waren. Und obwohl heute keine Sonne scheint, war die Stimmung schon ein wenig magisch. Gesäumt von schönen alten Bäumen, an denen auch hier das Spanische Moos herunterhängt, führt ein Boardwalk an einem glasklaren Gewässer entlang und ermöglicht sehr schöne Ausblicke auf die Blaue Quelle. Zunächst sahen wir wirklich große Fische. Man kann bis auf den Grund schauen, man sieht Wasservögel, allein das fanden wir schon gut. Und dann entdeckten wir eine Gruppe von Mantees am gegenüberliegenden Ufer. Sie lagen träge im Wasser und bewegten sich kaum. Manchmal tauchten sie ein wenig auf, um zu atmen und dann fielen sie schon wieder in Zeitlupe unter die Wasseroberfläche. Da das Wasser aber kristallklar ist, konnte man sie gut beobachten. Und dann tauchte ein Ranger auf, der von einem Angelboot aus jeden einzelnen Manatee filmt. Dazu hält er, wenn er einen entdeckt hat, eine Kamera unter Wasser und sucht so den ganzen Flusslauf ab. Er spricht leise mit den Manatees und die scheinen ihn zu kennen und so tauchten auf einmal vielleicht 12 Manatees nacheinander auf. Das war wirklich sehr schön zu beobachten. Für alle, die das auch mal sehen möchten: www.savethemantee.org/livecams. Live sind sie hier von November bis März zu sehen, weil sie dann den kälteren St. John’s Fluss verlassen, um sich hier im wärmeren Blue Springs aufzuhalten.

PS: Anmerkung des Fotographen: Tiere im Wasser sind eine echte Herausforderung

Nikolaus

Der Tag versprach brütend heiß zu werden. Das Ersatzteil war auf dem Weg zu Mercedes in Daytona und wir auch. Auf Wiedersehen Du schöner Campground in New Smyrna Beach und beste Grüße an die Hostlady, die vor mehr aus 30 Jahren aus Meisenheim eingewandert ist.
Und dann natürlich noch beste Grüße an Nia, die heute Geburtstag hat.

Also los ging es. Es waren 30 Kilometer zu fahren. Schon nach 10 km hatten wir die 100 Grad erreicht. Die Warnlampe auf gelb. Also an den Randstreifen der Autobahn und abwarten. Da es aber um 10.00 Uhr schon 26 Grad Celsius Außentemperatur hatte, kühlte so schnell am Motor nichts ab.
Bei 97 Grad Motortemperatur fuhren wir weiter. Nach weiteren 2 km wieder Stopp. Vorbei am Daytona Beach Race Center. Rückwärtig dazu gab es einen Möbelladen mit einem schattigen Parkplatz. Also wieder Pause. die Zeit haben wir genutzt, um uns wuchtige Sofas und gemütliche Betten anzuschauen. Ein kurzer Blick auf die Tribüne des Race Centers. Aber sehen konnte man nichts, dafür aber das gewaltige Brummen riesiger Motoren hören, hier wurden offenbar Trainingsrunden gefahren.
Auf der Terrasse eines nebenan liegenden Restaurants saßen die drei Damen, die sich prächtig unterhielten und sich auch gerne fotografieren ließen.
Bei 85 Grad Motortemperatur ging es weiter. Wieder fünf Kilometer geschafft und wieder zu heiß und wieder eine Pause. Das Navi zeigte an, noch zwei Kilometer bis zum Ziel. Und das haben wir dann auch ziemlich angespannt erreicht.
Das Ersatzteil, ein Thermostat war inzwischen angekommen, der Mechaniker stand bereit und los ging es. Etliche Schrauben des Verbindungsbalgs lösen (kennen wir ja inzwischen vom Glühbirnen-Wechseln), Fahrerhaus kippen, Kühlwasser ablassen und auffangen, reparieren. Dann alles zurück, zwei Probefahrten und alles war wieder gut. Das Ersatzteil kostete 20 Euro, die Schnellfracht mit UPS und die Reparatur einiges mehr. Aber gut.
Unser Ziel heute ist der Blue Spring State Parks, wo man Manatees beobachten kann. Wir kamen um 17.00 Uhr an, machten noch einen kleinen Spaziergang zum Wasser, aber die Manatees waren schon weg. Also morgen früh.

Wiener Schnitzel

Was ist heute passiert? Eigentlich nichts. Da wir bis morgen auf unser Ersatzteil warten müssen, haben wir den Vormittag, bevor wir an den Strand gefahren sind, plaudernd mit diversen Nachbarn verbracht.
Nachbarpaar 1 kommt aus Ohio, steht seit 14 Jahren jedes Jahr für ein paar Monate auf diesem Platz in New Smyrna Beach. Über Weihnachten fahren sie mit dem Auto nach Hause, um mit ihren Kindern und Enkelkindern zu feiern, spätestens am 2. Weihnachtstag sind sie wieder hier. Sie ist 66, er ist wahrscheinlich ähnlich alt. Immer wieder fällt uns auf, wie früh hier viele in Rente gehen.
Paar 2 hat auf dem Finanzamt gearbeitet, sie ist 55, er 57 und nun auch in Rente. Bleiben ein paar Monate hier. Leben im Sommer etwas nördlich von Boston.

Allen Gesprächen gemein ist oft der Wunsch nach Geschichte, nach historischer Einordnung. Der persönlichen Geschichte spürt man gerne nach, aber auch der des Landes. Wir bekommen oft Tipps zu Historic Landmarks, die wir unbedingt besuchen sollten. Haben wir auch ein paar Mal gemacht. Die Präsentation von einer alten Mühle, einem alten Schulhaus, den Überresten einer Baumwollplantage und ähnlichem ist oft mit viel Herzblut präsentiert, aber meist ohne historischen Einordnung.

Wir aber schauen in die Zukunft. Und da ist morgen der Besuch in der Mercedes-Werkstatt wichtig. Und um uns ein bisschen abzulenken und zu trösten, gab es heute die besten Wiener Kalbsschnitzel westlich des Atlantiks. Und das ist kein Fake.

Der Strand ruft

Mon Delice Frenche Bakery war heute unser erstes Ziel. Die Croissants, die Baguettes, die Süßstückchen, einfach lecker. Mit Brot und einem Kartönchen Gebäck bewaffnet, fuhren wir zu unserem Strandplatz, um dort mit Blick aufs Meer Kaffee zu trinken und Croissants zu essen. Das Warten auf das Ersatzteil ist also nicht allzu hart. Am Montag hat es per UPS Heide verlassen und sollte also am Mittwoch in Daytona Beach sein. Bis dahin müssen wir uns hier ein bisschen bräunen, am Strand rumhängen, lesen und Kaffee trinken.

Auf dem Campground in der Old Mission Road 1300 wohnen vor allem Langzeit Überwinterer. Martin und ich sind hier mit die Jüngsten. Normalerweise bekommt man bei der Ankunft auf einem Campground einen Plan ausgehändigt, auf dem vermerkt ist, auf welchem Platz man nun steht, wo die Waschmaschinen stehen, wo die Toiletten/Duschen sind, wohin der Müll gehört, wie schnell man fahren darf, was die Attraktionen in der näheren Umgebung sind. Der Prospekt hier hat noch eine Besonderheit. Hier werden die Local Churches gelistet, 6 an der Zahl: Glenocoe Baptist, First United Methodist, Sacred Heart Catholic, Church of Nazarener, Trinity EV Lutheran und First Presbyterian. Ich bin mir nicht sicher, gibt es bei uns auch solch eine Auswahl?
Schon hoch im Norden in Neufundland haben wir uns oft gewundert, dass die Parkplätze der kleinsten Kirchen in den kleinsten Orten am Sonntag voll waren. Das hat sich ein bisschen relativiert bis auf die Höhe von Washington, aber hier im Süden sind die Kirchen am Sonntag wieder voll. Bei unserem Besuch in Georgia haben wir erfahren, dass wenn man Mitglied in einer Gemeinde ist, mit Eintritt in die Gemeinde einen Packen Umschläge bedruckt mit der eigenen Mitgliedsnummer erhält. Danach wird erwartet, dass jeden Sonntag ein gefüllter Umschlag im Gottesdienst abgegeben wird. So wird gesehen, ob man in der Kirche war und der Pastor, der ja in gewisser Weise sein eigener Unternehmer ist, stellt so sicher, dass Geld in die Kasse kommt. Andererseits wird die sonntägliche Dienstleistung des Pastors mit Herzblut abgeliefert. Zusätzlich unterhalten die Kirchen viele Kommittes, z.B. Blumenschmuck, Feste, Betreuung von Älteren, etc., und da gehört es zum guten Ton, sich hier zu engagieren. Gerade in ländlichen Gegenden bieten die Kirchen gesellschaftliches Leben. Trotzdem ist die soziale Kontrolle ganz schön stark. Das wird dann noch besonders offensichtlich, wenn die Kirche auch noch eine private Schule unterhält. Neben dem Schulgeld, das dann zu entrichten ist, werden die Eltern dann auch noch genötigt, in die entsprechende Kirche einzutreten. Kirche ist hier also mehr Business als bei uns.

Strandtag 2

So heute am 1. Advent haben wir kein Lichtlein entzündet, aber zwei unserer Fensterscheiben mit Weihnachtsornaments geschmückt.
Danach sind wir wieder zum Strand gefahren. Ein kleiner Spaziergang und schon mussten wir uns erschöpft in unsere Strandstühle fallen lassen. So wie die beiden, die wir auch fotografiert haben. Nach zwei Stunden Baden und Krimi lesen hatten wir aber genug und machten uns auf den Weg in die City. Dort in der Flagler Avenue reihen sich Kneipen, Cafés, Souvenirgeschäfte, T-Shirt-Läden und Schmuckgeschäfte aneinander. Am Sonntag Nachmittag waren besonders die zur Straße hin offenen Kneipen und Restaurants gut besucht, da Football übertragen wurde. In einem Hinterhof fanden wir ein nettes Café, die ganz ordentlichen Cappuccino serviert haben. Danach machten wir uns auf den Weg, um einen Deko-Flamingo zu erstehen. Auf dem Campground und vor einigen Ferienhäusern hatten wir schon ganz respektable Ausgaben gesehen. Jetzt haben wir auch einen ca. 30 cm hohen Flamingo aus Blech, der aus unserer Holzwand im Garten von St. Peter Ording etwas ganz besonderes machen wird.
Ziel für unser Abendessen war die Treehouse Bar der Norwood´s Eatery and Wine Shop. Um eine alte Eiche ist ein Restaurant/Kneipe gebaut. Und besonders im 1. Stock hat man den Eindruck, in einem Baumhaus zu sitzen. Bei angenehmen 20 Grad Celsius konnten wir dort das Fehlen des Adventskranzes gut verschmerzen.