Weltfrauentag!!! Beste Grüße an alle fleißigen, intelligenten, gelassenen, lustigen und netten Frauen, die uns auf dieser Reise im Blog begleiten.
Von Rock Springs ging es heute weiter nach Osten. Im Landesinneren, wir befinden uns ja nun in Wyoming gibt es nichts, was sofort ins Auge springt. Aber toll finden wir den weiten Himmel, die Prärie, das unglaublich helle Licht. Die I-80 verlief wie gestern entlang einer Bahnschiene. Kurz hinter Rock Springs gab es einen Tageabbau von irgendetwas, wahrscheinlich Erze, denn die braucht Herr Trump ja nun, um seinen eigenen Stahl zu kochen und seinen Wählern die versprochenen Arbeitsplätze in der Schwerindustrie zurückzubringen. Die Ausrüster haben sich schon mal darauf eingestellt und auf einem Werbeplakat von Caterpillar stand: „We proudly serve Miners“. Hinter dem Plakat allerdings war ein eher einfache und schäbige Mobilhome und RV-Siedlung der Miner zu sehen.
In all diesen Kleinstädten entlang der I-80 spielt die Eisenbahn, die Güter quer durch den Kontinent befördert, zum prägenden Stadtbild. Rawlings Hauptattraktion ist ein Gefängnis aus der Zeit des Wilden Westens, das man dann und wann auch von Innen besichtigen kann. Heute leider nicht. Da die meisten amerikanischen Städte und Gemeinden zersiedelt sind und dem Prinzip der Suburbs folgen, sind die Innenstädte auch kleinerer Städte meist verlassen. Das scheint sich aber zwischenzeitlich zu ändern. Wir haben viele Beispiele gesehen, wo man sich bemüht, ein Historic Center zu revitalisieren. Oft nur für touristische Belange mit entsprechendem Angebot, manchmal gelingt es aber auch, Alltagsleben zurück in das Zentrum zu holen. Auch in Rawlings ist man dabei, das ehemalige Zentrum wieder attraktiv zu machen. Geschäfte in alten Gebäuden werden renoviert, Bänke und Hinweisschilder aufgestellt. Unser Lunch bei Buck´s Sport Grill war lecker, die Bedienung von herzlicher Freundlichkeit. Buck´s selbst war bemerkenswert rustikal dekoriert mit vielen Bildern, einigen Bildschirmen und einem scheinbar durch die Wand laufenden Reh. Auch auf der Damentoilette lief ein Fernseher. Eine nette Unterhaltung gab es auch noch mit einem Paar, das für die Army eine zeitlang in Kaltenkirchen beschäftigt war. Wir aber ritten weiter bis nach Laramie.
Hinter Rawlings geht es noch einmal höher hinauf, bis auf 2.600 Meter. Auch hier bewegt man sich auf einer Hochebene, manchmal sieht man Rinder, manchmal Pferde. Es wurde ganz schön windig, Warnungen vor Gusts (Windböen) wurden mehrmals angezeigt. Viele Verbauungen zeugen davon, dass der Wind den Schnee verweht, was man durch Zäune zu verhindern versucht. Die Landschaft ist so offen und ohne Bäume, dass der Wind ungehindert über die Plains streicht. John Wayne hat an manchen Tagen gewaltig gefroren.
Laramie ist eine Universitätsstadt. Hier ist die University of Wyoming (UW) beheimatet. Es gibt hier ca 32.000 Einwohner, ein geschäftiges Historisches Zentrum und rund um die Uni viele Neubauten. Schöner als gedacht, aber auch nicht der Nabel der Welt.
Wir sind heute Nacht in Cheyenne, der Hauptstadt und der größten Stadt von Wyoming, 60.000 Einwohner. Wichtig ist hier im Juli das größte Rodeo Fest des Wilden Westens, „The Daddy of e`m all“. Vielleicht beim nächsten Mal.