Unser Platz ohne jeden Comfort gegenüber dem Eingang des Mesa Verde Nationalparks bot heute Nacht einen unbeschreiblichen Sternenhimmel. Die Nacht war frostig, aber sternenklar. Da es um uns herum keine Ortschaften gab, war es auch entsprechend dunkel. Also konnten wir durch unser Dachfenster über unserem Bett die Sterne beobachten. Das hat doch was, oder?
Vom Parkeingang bis zum Chapin Mesa Archeological Museum braucht man ungefähr eine Stunde. Die Straße führt bis auf einen 2.600 Meter hohen Pass. Die Ausblicke, die man auf die umgebende Landschaft genießen kann, sind zum Teil atemberaubend. Die Luft war klar, die Sonne schien und überall sah man noch Reste von Schnee. Bei einem der ersten Lookouts haben wir zwei nette Paare aus Amerika und Kanada getroffen und kleinen Schnack gehalten. Da man ein paar Mal rechts rausfährt, um die Aussicht zu genießen, braucht man auch fast eine Stunde bis zum Museum. Von dort führt auch ein Weg zum „Spruce Tree House“, der best erhaltenen Klippenbehausung. Unter kleinen und größeren Felsüberhängen sind Wohnungen über mehrere Stockwerke in den Fels getrieben. Hier lebten zwischen 1200 und 1280 präkolumbianische Puebloindianer. Die Anlage darf man im Winter nur von einer Plattform betrachten. Im Sommer gibt es auch von Rangern geführte Touren, bei denen man sich dann selbst ein Puebloindianer fühlen darf, wenn man über stabile Leitern in einzelne Wohnungen und Gemeinschaftsräume krabbeln darf. Ich möchte nicht weiter darüber nachdenken, welch unförmige Besucher vor einem auf der Leiter stehen und war froh, dass Winter war. Nach einer kleinen Stärkung ging es mit dem Wohnmobil weiter auf den Mesa Top Loop. Eine 10 km lange Strecke, die Ausblicke auf weitere Felsenwohnungen erlauben. Zum Teil sind diese so atemberaubend angelegt, dass man schon ins Grübeln kommt, wie die Menschen dorthin und wieder weg kamen. Diese Aussichtspunkte haben so schöne Namen wie Square Tower House, Sun Point und Sun Temple. Von letzterem hat man eine Aussicht auf die größte Anlage, nämlich Balcony House. Hier trafen wir eine Familie aus der Schweiz, die ein Expeditionsmobil zur Zeit in Kambodscha stehen haben und hoffen, diese Reise in 2019 weiterführen zu können. Nun waren sie mal für drei Wochen in den USA. Auch hier gefiel ihnen die Weite des Landes.
Die haben wir dann auch wieder zu spüren bekommen. Eigentlich sah der Weg von Mesa Verde Nationalpark zum Monument Valley wie ein Rutscherle aus. Aber die Straßen sind eher Landstraßen, die sich kurvig, bergauf und bergab durch Steine und Felsen unterschiedlichster Farben winden. In Mexican Hat, einem Ort, in dem eine Gesteinsformation steht, die wie ein Mexikanerhut geformt ist, war dann Monument Valley schon zu erahnen. Im letzten Licht des Tages waren die Silhouetten des Monument Valley wie Scherenschnitte am Himmel zu beobachten. Schöner, als das ein Fotoapparat einfangen kann. Wir übernachten außerhalb des Parks und werden morgen auf den Spuren von John Wayne und Lucky Luke wandeln.