Nachdem wir heute an einem Turnout 30 Kilometer vom nächsten Ort übernachtet haben, starteten wir bei Neuschnee, 0 Grad Celsius und Sonnenschein zum Sehnsuchtsort von Martin: Cartwright. Bis zum Abzweig dorthin waren zunächst 90 km Gravelroad zu fahren. Unterbrochen von Baustellen, denn die Vorbereitung, die Straße von Lodge Bay aus weiter in den Norden zu asphaltieren, läuft auf vollen Touren. Dabei kann man das schwere Baugerät von Caterpillar bewundern.
Was uns immer wieder wundert, ist, wie verschwenderisch man hier mit Land umgeht. Für eine später mal zweispurige Straße wurde eine bis zu 50 Meter breite Schneise in die Landschaft geschlagen.
Ab dem Abzweig nach Cartwright waren es dann noch einmal fast 90 km Gravelroad. Wir hielten auch mal an, um zu fotografieren. Das war Grund genug für einen vorbeikommenden LKW-Fahrer, nachzufragen, ob wir „in trouble“ sind. Aufmerksam und hilfsbereit ist man hier wohl immer. In Cartwright selbst gibt es außer zwei Tanken mit angeschlossenem Tante-Emma-Laden, einer Schule, einer Bibliothek und einem Hafen. Von hier werden die nördlichen Weiler, die nur noch mit dem Schiff erreicht werden kann, wöchentlich versorgt. Das öffentliche Internet der Bibliothek litt an Schwindsucht und die nette Lehrerin, die wir danach fragten, konnte uns auch nicht weiterhelfen. Cartwight hatte also wenig mit Bonanza zu tun und Little Hoss begegnete uns auch nicht. Also fuhren wir mal eben wieder 90 km Gravelroad zurück. Ist nicht so schlimm, wie es sich anhört, da wir immer durch eine schöne Natur fahren. Irgendwie ist es immer, als ob man durch einen Bildband fährt. Nun sind wir auf der 510 nach Happy Valley-Goose Bay, wieder mitten in der Walachei. Es ist stockdunkel und still. Ich meine richtig still.
Unsere abendliche Rommé-Runde wurde unterbrochen von einem Klopfen. Ein freundlicher Herr erklärte uns, dass er beim nächsten Turnout, 40 Kilometer weiter, eine Wölfin mit zwei jungen gesichtet hat. Die sollten wir morgen auf alle Fälle fotografieren. Machen wir und hoffen, dass sie heute Nacht keine Lust haben, 40 Kilometer zu uns zu laufen. Jede wilde Romantik hat ihre Grenzen.
Kanada 2017
im Wald
Wir starteten heute morgen in L´Anse-au-Clair mit einem netten Gespräch mit Gill, dem Hubschrauber-Piloten aus Montreal, der zu einem Arbeitseinsatz hier in Labrador ist. Bis seine Mitarbeiter alle vor Ort waren, erklärte er den Hubschrauber und versprach, nach dem Start ein paar Fotos von unsrem White Elefant mit der Küste Labradors im Hintergrund zu machen. Mal sehen, ob wir etwas bekommen.
Unser Weg führte über L´Anse Amour zum Point Amour, dem mit 33 Meter ziemlich hohen Leuchtturm. Der Leuchtturmwärter, der gerade dabei war, die Anlage um den Leuchtturm winterfest zu machen, stammte aus Point Amour, einem Ort mit nunmehr 7 Einwohnern. Er erzählte uns, dass seine Geschwister und seine Kinder nicht mehr im vor Ort wohnen, was irgendwie auch nicht verwundert. Ein schöner, wildromantischer Ort ist Point Amour mit einem weiten Blick über das Meer hin zu Neufundland. Leider schwammen auch hier keine Wale und Eisberge vorbei.
Dafür gab es aber lecker Kaffee und Kuchen in L´Anse-au-Loup und anschließend einen Besuch beim örtlichen Händler für ATV´s und Ski-Doos. Was man hier halt so braucht, um sommers wie winters in die Wälder gehen zu können und dann zu jagen oder Holz zu machen. Beim Händler warteten zu Beginn der Wintersaison viele neue Ski-Doos auf den Mann oder die Frau. Vom schnittigem Modell bis hin zum gemütlichen Zweisitzer, mit Handwärmer für die Beifahrerin. Dafür könnte ich mich auch erwärmen.
Den Ort Red Bay hatten wir schnell erledigt. Obwohl UNESCO Weltkulturerbe war alles zugesperrt. So bleibt nur aus dem Reiseführer zu berichten, dass im 16. Jahrhundert hier viele hundert baskische Walfänger Glatt- und Grönlandwale jagten, um aus ihnen Lampenöl (Tran) zu machen, das für Licht in Europa sorgte. Der Welthandel ist also keine Erfindung der Neuzeit.
Unsere Information war, dass hinter Red Bay die Gravel Roads beginnen. Aber zu unserer Freude, war die Straße bis Lodge Bay frisch geteert. Zu sehen gibt es großartige Landschaft und ein paar Straßenbauarbeiter. Und inmitten dem nichts kamen wir in Port Hope Simpson vorbei. Der Ort ist wirklich nicht der Rede wert, aber es schneite den ganzen Tag und so kehrten wir in Campbells Place ein. Ein Ort, den man sich merken muss, wenn man frisch und lecker zubereitete Sandwiches mag.
Nun stehen wir am Waldrand zwischen Port Hope Simpson und Charlottetown. Es schneit und wir hoffen, dass heute noch ein Karibou an uns vorbeiläuft.
Ankunft in Labrador
Dank an Dr. Grenfell. Vor dem Sitz der Grenfell Mission, die sich um die medizinische Versorgung abgelegener Orte in Neufundland und Labrador kümmert, haben wir nett und ruhig geschlafen. Einen zweiten Kaffee gab es natürlich bei Tim´s. Der nette Herr an der Theke erkannte uns gleich wieder und bot nach einem freundlichen „Good Morning“ sofort zwei Cappuccinos an. Das nenne ich mal Kundenfreundlichkeit.
Es regnete heute nicht mehr, der Himmel war bewölkt und so fuhren wir gemütlich nach St. Barbe. Von dort sollte um 15.30 Uhr die Fähre nach Blanc Sablon gehen. Heute hatten wir auch Zeit, noch ein paar „Road-Side-Garden“ zu fotografieren. Bei 3 Grad und erstem Bodenfrost (die Pfützen waren gefroren) kann man jetzt natürlich nicht mehr viel ernten. Abert Kohl geht immer.
Einen kleinen Stop machten wir noch in Flower´s Cove. Der Ort mit den Thromboliten. Diesem vorgelagert liegt eine Landzunge, an deren Ende ein funktionaler Leuchtturm steht. Nicht so romantisch in der Bauweise, aber immerhin rot-weiß gestrichen. Dem vorgelagert, aber leider ohne Boot nicht erreichbar liegt eine Mini-Insel, auf der eine halb verfallenes Haus und eine hübsche, frisch gestrichene Kirche (?) stehen. Und dahinter kann man am anderen Ufer des St. Lorenz-Stromes Labrador sehen. Und hier entstand auch das schönste schwarz-weiß Foto des Tages.
Auch zwei Friedhöfe, die in Richtung Labrador ausgerichtet sind und einen schönen Ausblick auf die Küste haben, sind auf der ruhigen Landzunge zu finden.
Hier, wie in vielen kleinen Dörfern, die wir gesehen haben, liegt man konfessionell getrennt bis in alle Ewigkeit. Auf all die großen Fragen, die wir uns bezüglich religiös motivierter Auseinandersetzungen in der Welt stellen, gibt es hier im Kleinen die Antwort: man lebt friedlich zusammen, aber man glaubt getrennt.
Langsam wurde es Zeit, nach St. Barbe, ein schmuckloser Ort, zu fahren. Die Fähre ist nicht neu, aber offenbar bewährt. Und ausgebucht war sie auch. Nach 1,5 Stunden Fahrt bei Kaffee und begleitet von ein paar Delphinen, haben wir um 17.00 Uhr Labrador betreten. Morgen mehr.
Newfoundland
Das ist die Tour durch Neufundland – ca. 3000 Kilometer
St Anthony
Nach einer windigen Nacht am Strand von Flower´s Cove wachten wir bei strömenden Regen auf. Es war auch ganz schön kalt, 2 Grad Celsius. Trotzdem war unser erstes Ziel die Thromboliten. Sie sehen aus wie flache, kreisförmige Felsen, an den Kanten wie Kissen abgerundet. Und sie bestehen aus Algen- und Bakterienablagerungen, die viele hundert Millionen Jahre alt sind. Somit also Zeugen der ältesten Lebensformen dieser Erde. Thromboliten gibt es sonst nur noch in Australien. Für so etwas Besonderes sind wir durch Sturm und Regen gewandert.
Weiter ging es zum Einkaufen nach St. Anthony. Und hier zeigt sich mal wieder, wie nett und angenehm es sich in Hamburg lebt. Zu Edeka brauche ich keine fünf Minuten. Hier fuhren wir über 100 km, um zu Foodland zu kommen. Die Landstraße führte zunächst an der stürmischen Küste und kleinen Weilern vorbei und dann durch Waldland. Da gab es nichts. Nein, das ist falsch. Alle paar Kilometer war Holz aufgeschichtet, manchmal auch schon auf Schlitten geschlichtet. Dann sieht man sogenannte „Roadside Gardens“. Das sind kleine mit Pfosten abgesteckte Areale, wo direkt neben der Straße Kartoffeln, Möhrchen, Kraut und Rüben angebaut werden. Es gibt angeblich keinen Eigentum an den Grundstückchen, aber auch keinen Diebstahl. Ähnlich wie bei den Holzstößen ist klar, was wem gehört.
An Felsen sieht man dann und wann, dass Ron und Rosalie ein Paar sind, ebenso wie Jack und Kathie.
Einen Elch haben wir wieder nicht gesehen und auch kein Karibou. Dafür aber einige Jäger. Im eintönigen Gestrüpp links und rechts der Straße sieht man immer wieder neonfarbene Bänder hängen. Vermutlich Hinweise für die Jäger.
Nach unserem Einkauf im unspektakulären St. Anthony ging es weiter nach St. Lunaire-Griquet. Bei der Dark Tickle Co. wollten wir Marmelade aus den hier zu findenden Beeren, Bakeapple, Squash-, Partridge-, Crow- und Blueberries kaufen. Wir werden darüber berichten, wie gut sie schmecken.
Und dann der Höhepunkt: L´Anse aux Meadows National Historic Site. Oder, wie die Wikinger nach Neufundland kamen. Die Stätte gehört zum UNESCO-Weltkulturerbe und beweist, dass schon um 1000 Wikinger aus Island mit ihren Familien nach Neufundland segelten. Heute bei dem schlechten Wetter, der Kälte und dem Wind frage ich mich natürlich, was an diesem Platz besser ist, als in Island und ob Florida nicht das bessere Ziel gewesen wäre. Ist natürlich Quatsch. Neben den Original-Grabungen hat man ein kleines Dorf nachempfunden, deren Häuser und Schuppen aus Torf-, bzw. Grassoden gebaut sind. Man kann sie betreten und sie sind erstaunlich geräumig und warm, auch wenn kein Feuer auf der Kochstelle brennt.
Wir stehen heute Nacht vor dem Haus von Dr. Grenfell, der sich um 1900 um die Gesundheitsversorgung Neufundlands und Labradors verdient gemacht hat.
Flowers Cove
Der Sonntag startete bei Sonnenschein in Rocky Harbour. Wir fuhren die 430 gemächlich gen Norden. Das schöne in den Nationalparks ist, dass es immerzu Hinweise auf Lookouts gibt und so stoppten wir schon nach ein paar Kilometern bei einer Stelle, wo die Reste eines gesunkenen und gestrandeten Schiffs zu bewundern waren. So ein Motiv freut den Fotografen immer. Bei Cow Head gab es einen Stopp an der Tanke und einen Kaffee. Dort hingen wirklich schöne Bilder indianischer Künstler. An den ungewöhnlichsten Orten findet man manchmal das Ungewöhnliche. Vielleicht sollten Esso, BP und Co auch mal über schöne Bilder lokaler Künstler in der Tankstelle nachdenken.
Unser nächster Stopp war der Arches Provincial Park. Dort haben die Bewegungen des Meeres Bögen aus dem Sandstein gewaschen. Sehr hübsch und bei Sonnenschein allemal. Der Kies dort war sehr grob, aber die Steine aufs Feinste geschliffen.
Weiter ging es auf der 430 bergauf und bergab, der Küstenlinie folgend. Mal gab es ein bisschen Wald, mal Heidelandschaft, mal ein paar Seen, mal ein paar Dörfer. Trocknende Fische an der Wäscheleine werden da zur Sensation. Mit der Zeit ermüdend und wir haben schon so viele schöne Ausblicke genießen dürfen, da wird man ein bisschen wählerisch. Zu Mittag gespeist haben wir in Hawkes Bay im dortigen Chicken-Hotspot „Haste nicht gesehen“. Besser als erwartet.
Vor St. Barbe hing an einem Gestell eine viergeteilte Moose-Kuh. Als wir uns ihr mit dem Fotoapparat näherten, kamen just in diesem Moment die Jäger. Sehr nette ältere Herren, die die Erlaubnis hatten, ein weibliches und ein männliches Tier zu erlegen. 50 Prozent hatten sie also schon erledigt. George, einer der Herren, 70 Jahre alt, erzählte, dass er in seinem Leben 24 Moose und 7 Karibous erlegt hat. Für jedes Tier ein Strich auf seiner Baseballmütze. Respekt.
In St. Barbe erkundigten wir uns nach der Fähre nach Labrador. Und wir übernachten direkt am Meer in Flower´s Cove. Der Ort, an dem die ältesten Lebewesen der Welt anzutreffen sind. Davon morgen mehr.
in Gros Morne
Nachdem wir in St. John’s sehr gut gegessen hatten, wurden wir heute in Deer Lake auf den Boden der kulinarischen Tatsachen zurückgeholt. In einem Family Restaurant, das zu einem Hotel gehörte, gab es Huhn. Eine Portion vergleichsweise gut. Die andere innen gefroren, außen heiß. Nach Reklamation innen kühl und außen heiß. Da mussten wir leider auf das Dessert, deep fried Mars verzichten. Dieses Experiment leisten wir ein anderes Mal.
Heute Abend sind wir in Rocky Harbour, an der Küste des Gros Morne Nationalparks angelangt. Die Fahrt vom Eingang des Nationalparks ist unter normalen Umständen sicherlich großartig. Es gab viele Lookouts und die Straße schlängelt sich durch Berge und bunte Wälder. Dann wieder gibt es Aussichten auf Seen und aufs Meer. Bestimmt großartig. Aber wir hatten Nebel und Regen. Wie Sie sehen, sehen Sie nichts. In Rocky Harbour gab es einen Spaziergang entlang der Mole. Hohe Wellen und Wind. Also das Wetter ist hier schon besonders und besonders wild.
Allen unseren Lesern wünschen wir einen schönen Sonntag.
nach Gros Morne
Heute hat Uli Geburtstag. Wir haben zwar schon telefoniert, aber hier noch einmal die besten Geburtstagsgrüße aus Quidi Vidi Village. Im Hafen von Quidi Vidi Village haben wir nach dem leckeren Essen gestern im Mallard Cottage, dem angeblich ältestem Gebäude Nordamerikas, super geschlafen. Noch einmal beste Grüße an die jungen Köche.
Unser nächstes großes Ziel ist der Gros Morne Nationalpark. Dafür müssen wir den T.C.H #1 wieder Richtung Westen fahren.
Vor dem Terra Nova Nationalpark haben wir im Tee Café des dortigen Golfclubs nett zu Mittag gegessen. Es gab Gerichte mit Turkey. In der Woche nach Thanksgiving gibt es überall auffallend viele Gerichte mit Turkey. Warum nur?
Bei Joey´s Lookout hat man einen schönen Ausblick auf den Fluß Gambo. Dort trafen wir einen Deutschen auf seinem Fahrrad auf dem Weg von Norden Labradors nach St. John’s. Bei Wind und 10 Grad Celsius. Respekt.
Wenn man so über Land fährt, fallen einige Ortsbeschreibungen doch ins Auge. Besonders gut haben uns gefallen: Herring Neck, Come by Chance und der Bach Mint Brook.
Heute Nacht sind wir wieder in Gander (der Ort der Fliegerei) und müssen ein bisschen Wäsche machen. Gehört auch dazu.
Quidi Vidi Village
St. John’s wartet heute auf uns. Wir parkten selbstverständlich an der Water Street. Einer jener drei Straßen downtown, wo sich Pubs, kleine Geschäfte, Kaffeeläden und Restaurants aneinanderreihen. „Die“ Amüsiermeile von ganz Newfoundland. Alle wirken mehr oder wenig alt und gemütlich, auf alle Fälle sind sie bunt bemalt. In loser Nachbarschaft stehen rote, gelbe, blaue, graue und grüne Häuser. Offensichtlich ein Markenzeichen von St. John’s, denn es gibt in en Souvenirshops viele Dinge, die die Idee der farbigen Häuser aufgreifen. In einem Outdoor-Laden wurden wir dann auch für Martin fündig: Eine wollene, rotschwarz karierte Outdoorjacke.
Weiter ging es dann zum Signal Hill, von wo aus man eine wunderbare Aussicht auf die Stadt und den Hafen hat. Der Hafeneingang wird von zwei Bergen begrenzt und hat nur eine Zufahrt, sodass man sich gut vorstellen kann, dass Engländer diesen Platz als leicht zu verteidigenden Hafen gewählt haben. Auf der Spitze des Signal Hill steht der Cabot Tower, von dem aus Guglielmo Marconi die erste drahtlose übermittelte Nachricht aus England empfing. Hier fing sie also an, die Zeit der Telekommunikation.
Da noch früher Nachmittag war, entschieden wir uns, zum Cape Spear National Park zu fahren, der 17 Kilometer südlich von St. John’s liegt. Der dortige Leuchtturm markiert den östlichsten Punkt des kontinentalen Nordamerikas. Wir waren dort. Heute war ein schöner sonniger Tag, mit Wind und ein paar Schauern. Und selbst heute konnte man sich einen Eindruck verschaffen, wie stark die Wellen an die steilen Klippen rollen. Die Gischt spritzt hoch auf und im Nebel von kleinen Wassertropen bricht sich das Sonnenlicht zu kleinen Regenbogen. An vielen Tagen ist Cape Spear nebelumhüllt. Wir glauben es gerne.
Was soll es zum Abendessen geben? Wir beschlossen, dass die Küche heute kalt bleiben sollte. Also sind wir nach Quidi Vidi Village gefahren. Dort stehen wir in einem kleinen Hafen, der einem Kinderbuch entsprungen sein könnte. Und wir waren essen, nein genießen im Maillard Cottage, 9 Barrows Road. Als Vorspeise gab es frittierte Blätter vom Rosenkohl mit Parmesankäse und Roast Carrots mit Thymian, Honig und gehobelten Mandeln. Als Hauptgericht einmal Schweinebraten, der schon zerfiel und auf einem Gemüsebett und kleinen Kartoffeln serviert wurde und Bonesless Pork Loin, auch auf einem Gemüsebett mit Kartofffelbrei. OBERLECKER. Dazu das gute Quidi Vidi Bier aus der benachbarten Brauerei. Und natürlich noch eine kleine Dessertauswahl. Der Service war aufmerksam und freundlich, die jungen Männer in der Küche überzeugten sowieso.
Pouch Cove
Übernachtet haben wir in Gander. Wer kennt es nicht aus den frühen Zeiten der Transatlanik-Flüge? Als man noch mit Propellermaschinen,umsorgt von netten Stewardessen und gut angezogen von Frankfurt nach New York flog. Da war Gander der erste Punkt auf dem amerikanischen Kontinent, wo die Maschinen aufgetankt wurden. Zuvor war Gander ein Militärflughafen, von wo im zweiten Weltkrieg amerikanische und kanadische Bomber über den Atlantik setzen. Auch heute ist Gander wieder ein von der kanadischen Luftwaffe genutzter Flughafen. Und so wirkt es auch ein bisschen, wie eine Garnisonsstadt.
Aber wir hielten uns hier nicht länger auf, den unser Ziel war heute St. John’s. Also ging es den T.C.H #1 weiter nach Osten. Wir durchquerten den Terra Nova Nationalpark, wo wir kurz Rast machten und ein Wal-Skelett bestaunten. In St. John’s war unser Ziel eigentlich der Pippy Park, ein großes Erholungsgelände, der auch einen Campground umfasst. Aber leider, leider, war er trotz eines Superwetters schon geschlossen. Der erste Montag nach Thanksgiving ist Feierabend. Da kann das Wetter und die Nachfrage sein wie sie will. Der stadteigene Platz kann da nicht umdisponieren. Nun ja.
Also sind wir weiter nach Pouch Cove. Auch das muss man gesehen haben. Ein Riesenplatz in die Wildnis, respektive den Wald geschoben. Bewohnt von Wochenend-Dauercampern, die sich Schuppen, Terrassen und Zäune um ihre Trailer gebaut haben. Und niemand da. Keine Infrastruktur, keine Waschhäuser, keine Möglichkeit, Wäsche zu waschen. Nix. Dafür aber teuer. Die Rezeptionistin mit einer Vorliebe für bunte Haare und frechem Haarschnitt war ausgesprochen unfreundlich, was wir hier in Neufundland sonst noch nirgendwo erlebt haben. Bisher sind wir immer sehr entspannten und netten Menschen begegnet. Selbst der Hausbesitzer in dessen Einfahrt wir fälschlicherweise gefahren sind, kam sofort aus seinem Haus geeilt und fragte, ob er uns helfen könne. Daraus entspann sich dann ein netter Plausch.
Also, wer nach Pouch Cove kommen sollte, der dortige Campground ist absolut keine Empfehlung.