John Pennekamp State Park

Heute versprach ein warmer Tag zu werden und was macht man da? Boot fahren. Also haben wir uns bei den Rangern ein Zwei-Mann-See-Kajak gemietet und sind durch die Mangroven-Wälder in See gestochen. Wir haben gelernt, dass in den Mangroven viele Insekten, auch die gemeinen No-Sees leben. Also haben wir neben Sonnencreme auch eine Portion Nobite auf uns gesprüht. Das Seeabenteuer hat wirklich Spaß gemacht, leider ist das Fahren mit dem See-Kajak eine nasse Unternehmung. Wir haben deshalb auf die Mitnahme von Fotoapparaten verzichtet. Das war auch gut so, denn als ich mit dem Paddel eine Krabbe ins Boot beförderte und mich furchtbar erschreckt habe und das Boot schier zum Kentern gebracht habe, war noch mehr Wasser im Boot und die Stimmung zwischen Bootsmann Martin und Bootsfrau Katrin kurzzeitig etwas angespannt. Als wir zu unserem Wohnmobil zurück gelaufen sind, haben wir einen fast 1 Meter langen Leguan an uns vorbeilaufen sehen. Und schwupp, schon war er hinter unserem Platz auf einem Baum. Und schlau ist er auch noch, immer wenn wir uns von einer Seite näherten, drehte er sich auf die andere weg, sodaß wieder nur die Krallen zu sehen waren. Es hat ganz schön gedauert, ihn so, wie er auf den Fotos zu sehen ist, zu fotografieren. Übrigens heißt das Tier Iguana, ein Einwanderer und nicht original in Florida beheimatet. Er fühlt sich aber in der Sonne Floridas wohl, ebenso wie Phytons in den Everglades, die aus Privatbesitz ausgesetzt wurden und es hier auch ganz nett finden.
Den Nachmittag habe ich dann am Strand verbracht und dabei Milieustudien bei amerikanischen, kanadischen, lateinamerikanischen und arabischen Familien und ihren Umgang mit Kindern betrieben. War sehr unterhaltsam.
Den frühen Abend haben wir dann entspannt mit unserem Nachbarn Mike und seiner Frau bei Bier und angeregter Unterhaltung ausklingen lassen. Eines haben wir von Michel gelernt. No-Sees, diese winzigen Insekten, die so gemein beißen können, vertreibt man am besten mit einem Ventilator. Nachdem er seinen an unseren Tisch gestellt hat, war das Problem mit den Blutsaugern gelöst. Also morgen haben wir wieder eine Mission: Home-Depot verkauft morgen einen Ventilator an uns.

Die Keys

Die Nacht war wirklich sehr warm. Hier ist für Hamburger echter Sommer. Nächste Nacht werden wir wohl mal wieder an den Landstrom anschließen, um die Klimaanlage länger laufen lassen zu können.
Wir haben heute die Keys erkundet, nicht ganz bis Key West. Unser Ziel war der Bahia Honda State Park, der Park, der schon drei Mal als Floridas schönster Statepark ausgezeichnet wurde und darüber hinaus als einer der schönsten in den USA gilt. Und das stimmt.
Wir sind von Longkey aus über Marathon, die Seven Miles Bridge bis nach Bahia Honda gefahren. Nach den Zerstörungen von Irma ist vieles schon wieder aufgebaut und in Betrieb. Aber viele Häuser hat dieser Wirbelsturm vollständig zerstört und die Einzelteile liegen ebenso wie Bäume und Äste am Straßenrand und warten darauf, abtransportiert zu werden. Man sieht auch noch Ruinen von Häusern und daneben Neubauten und Häuser und Hotels, bei denen der Sturm scheinbar nichts anrichten konnte. Aber da viele Büsche und Bäume nicht mehr da sind, wirken die Keys ein wenig gerupft. Aber Schilder „We are back“, oder „New Rooms“ und „Yes, we are open“ zeugen davon, dass diese Wintersaison kommerziell wahrscheinlich nicht die beste, aber auch nicht die letzte sein wird.
Bei 28 Grad Celsius sind wir dann in den Bahia Honda State Park eingefahren. Hier ist im Augenblick nur ein Strand an der Lagune geöffnet und man kann auch nicht über Nacht campen. Aber uns hat es super gefallen. Das Wasser ist türkisblau. Klar, dass ich ins Wasser springen musste. Was ich aber total unterschätzt habe, ist die Strömung, die zum offenen Meer hin immer stärker wurde. Ich war froh, dass der Schwimmbereich weit draußen noch mit einem Seil zwischen ein paar Bojen abgesperrt war. Ansonsten hätte ich heute Abend nicht schreiben können und wäre in Cuba wieder aus dem Wasser gestiegen. Nein, natürlich nicht, denn Martin saß am Strand und hat sicherlich stirnrunzelnd und nach einem Boot Ausschau haltend, das ganze verfolgt.
Auf dem Rückweg nach Key Largo habe ich nicht mehr viel erzählt. So und nun sind wir im John Pennekamp Coral Reef State Park. Also das ist mit das Beste, was es an Stateparks gibt. Man kann hier Boote mieten, Schnorcheln, Kayak fahren, im Korallenriff schnorcheln und tauchen, schwimmen, am Strand rumhängen und auf trails durch tropische Wälder spazieren gehen. Es gibt einen Bereich für Tagesgäste und einen für Camper. Supercool. Normalerweise muss man Monate im Voraus buchen, aber da es nach Irma wohl auch Absagen gab, haben wir eine Lücke von zwei Tagen ergattern können.
Und als wir dann haben wir hier Michel wiedergetroffen. Er stammt ursprünglich aus Hawaii, ist pensioniert und reist im Winter mit seiner Frau durch die warmen Gegenden der USA. Bei einem Bier gab es noch einen kleinen Schnack und was uns immer wieder gefällt, ist das Thema „volunteer work“. Michel zum Beispiel hat eine zeitlang als Host in Stateparks gearbeitet. Dafür darf man dann unentgeltlich für zwei Monate auf dem Campground wohnen. Heute hat er uns erzählt, dass er hier auf Longboardkey zur nächsten Kirche gegangen ist und gefragt hat, ob er helfen kann, vielleicht Rasen mähen. Das fand die Kirchengemeinde natürlich toll und so hat er heute statt nur im Liegestuhl zu sitzen, noch etwas für die Allgemeinheit getan und Rasen gemäht. Bürgerengagement eben. Sozusagen „Ehrenamt Go Go“, geht offenbar auch, wenn man nicht zu Hause ist.

Key Largo

Auf dem Platz, auf dem wir übernachtet haben, dem Miami Everglades Campground, wurden wir heute morgen noch mit Reisetipps versorgt. Neben den Informationen von einem pensionierten Biologen über den Everglades Nationalpark, bekamen wir von einem anderen Nachbarn den Tipp „Robert ist here“ zu besuchen.

Dabei handelt es sich um einen Gemüsestand an einer Landstraße. Und die Geschichte hierzu geht so. Der Vater von Robert versuchte sein Obst und Gemüse in der Stadt zu verkaufen. Da er fand, nicht richtig für seine Waren bezahlt zu werden, beschloss er, unweit seiner Landwirtschaft am Straßenrand sein Gemüse von der Ladefläche seines Pickups zu verkaufen. Da er nicht den ganzen Tag an der Straße stehen konnte, setzte er seinen Sohn Robert, 6 Jahre alt, an den Verkaufsstand. Aber der Sohn war zu klein und unauffällig. Also malte der Vater ein großes Schild mit dem Text „Robert is here“ und stellte es zu seinem Pickup. Das half offensichtlich, denn seit 1959 gibt es mittlerweile diesen Verkaufsstand. Wobei Verkaufsstand inzwischen nicht ganz die richtige Bezeichnung ist. Im vorderen Teil des nach allen Seiten offenen Ladens kann man sich wunderbare Smothies, Eisshakes und Milchshakes mit den Früchten von Robert machen lassen. Schmecken wirklich besonderes. Dann gibt es alle Arten von Obst und Gemüse und auch viele für uns exotische Früchte. Was ich schon immer probieren wollte, sind „fresh cooked peanuts“. Erdnüsse in der Schale werden in einem gut gewürzten oder nur salzigen Sud gekocht und warm gegessen. Der Verkäufer, wir glauben, es war der Sohn von Robert, meinte, man kann auch die Schale mitessen. Habe ich probiert, nein. Aber der Rest war wirklich lecker. Die Erdnüsse sind dann weich und haben einen guten Geschmack.
Hinter dem Verkaufsstand von Robert gibt es einen kleinen Streichelzoo mit Hühnern, Enten, Truthähnen, Ziegen, Emus, Gänse und Schildkröten. Eine wilde Mischung. Gegen Mittag war der Stand gut besucht.

Wir sind dann weiter in Richtung der Keys gefahren. Man kommt an Gemüsefeldern und Baumschulen vorbei, bis man in Homestead ist. Danach wird die Straße sehr eintönig, links und rechts eingezäunt fährt man durch einen weniger attraktiven Teil der Everglades bis man in Key Largo ist. Hier wurde in den letzen Wochen nach Irma viel aufgeräumt. Aber immer noch sieht man Berge von zusammengetragene Bäumen und Ästen. Einzelne zerstörte Häuser und Boote. Wir sind auf dem Calusa Campground. Auch hier sind die einzelnen Parzellen in Privatbesitz. Manchmal sind es nur Plätze, manchmal fest installierte Wohnmobile, manchmal Häuser. Wir haben eine lebhafte lateinamerikanische Nachbarschaft, die sich vor allem dadurch auszeichnet, dass unterschiedliche Latino-Rhythmen einzelner Parzellen sich zu einem bemerkenswerten Klangteppich verweben. Wir sitzen nun unter unserer Pergola, trinken eine Screwdriver und wünschen einen schönen dritten Advent.

Miami Everglades

Nachdem wir nun vier Tage im Jonathan Dickinson State Park übernachtet haben und wir ab Sonntag einen Platz auf einem Statepark in Key Largo haben, entschieden wir uns, ein paar Kilometer zu machen. Der Florida Turnpike, eine gebührenpflichtige Entlastungsautobahn, führte uns an das untere Ende von Miami, landeinwärts.
Zwischendurch gab es ein Mittagessen in der Systemgastronomie. Nein, nicht McDonalds, das war gestern. Inzwischen gibt es viele, auch lokale Ketten, die schnelles Essen für kleines Geld anbieten. Und das nicht schlecht. Da es hier in Miami viele Einwanderer aus Lateinamerika gibt, findet man auch lokale Ketten, die sich diese Kundschaft erschließen. Wir haben uns heute für Pollo Tropical entschieden. Hat definitiv nichts mit dem fetttriefenden Kentucky Fried Chicken zu tun. Hier wird gegrilltes Huhn oder Schwein lecker mit Salat, Reis und Bohnen nach Wahl serviert. Wer möchte, bekommt natürlich auch Pommes.
Der Campground heute heißt Miami Everglades und wirkt ein bisschen tropisch. Die Stechmücken auch. Hier steht man für viel Geld eng beieinander, dafür gibt es einen Swimmingpool und Shuffle Board Plätze, man kann Horse Shoe und Pickle Ball spielen. Haben wir alles nicht gemacht, dafür aber die wunderbare Laundry genutzt und große Wäsche gemacht. Schließlich kommen nächste Woche unsere Kinder und da wollen wir natürlich, wie überall auf der Welt, es Weihnachten ganz komodig haben.

Und noch etwas, der Fotograf hatte heute frei.

Palm Beach und West Palm Beach

Eine Frau on a Mission, so könnte man den heutigen Tag überschreiben. Ich musste dringend zum Friseur und da bin ich bei Liza Basil von „The Sanctuary“ in West Palm Beach gelandet. Sie ist die Eigentümerin des kleinen, aber feinen Friseurladens, seit über 20 Jahren im Geschäft und ja, ich sehe großartig aus. Es hat sich gelohnt, vielen Dank Liza.
Wir haben uns angeregt über dies und das unterhalten und auf Nachfrage musste ich zugeben, dass wir noch nicht in Palm Beach waren, der Enklave der wirklich Wohlhabenden. Also sind wir nach meinem Friseurbesuch „rüber, über die Brück“ und ja, hier wohnen keine Armen. Die palmengesäumten Straßen sind super gepflegt und der kleine Strand makellos. Bewacht von Bademeistern und unwirklich blau. Es gibt nette Einkaufsstraßen, voll der üblichen Luxusstores, die man überall auf der Welt trifft. Hier sehr geballt und für eine Spaziergang gut geeignet. Die Dichte der Luxusautos ist hoch, ähnlich wie am Samstag auf dem Neuen Wall in Hamburg. Die Attraktion schlechthin ist das Hotel „The Breakers“, ein Luxushotel aus den 20er Jahren, das von Henry Flagler für seine wohlhabende Kundschaft errichtet wurde und noch heute eindrucksvolle Architektur ist. Am anderen Ende des Ocean Drive befindet sich das Mar-a-Lago. Man kann es von außen sehen, der Hausherr war aber nicht da.

Jonathan Dickinson State Park

Heute ist Ruhetag. Wir haben nach dem Frühstück unsere Fahrräder ausgepackt und haben das Gelände erkundet. Zuerst kommt man an einem ziemlich großen Park für Mountainbiker vorbei. Da wir aber nur Stadtradl dabei haben, war das keine Option. Weiter ging es durch einen Wald aus Kiefern und niedrig wachsenden Palmettos. Ab und zu überquert man einen Wasserlauf, hier mahnen dann Schilder vor Alligatoren. Haben aber keine gesehen. Vorbei geht es weiter an einem Pferdestall. Wer möchte, kann den Park auch auf dem Rücken eines Pferdes erkunden. Wir aber sind weiter zum Fluss gefahren. Der fließt träge und dunkel an Mangroven vorbei. Auch heute haben wir uns gegen eine Fahrt mit dem Kanu entschieden. Bemerkenswert ist die absolute Ruhe in diesem Park. Wir haben das sehr genossen.
Den Nachmittag haben wir bequem, lesend und kaffeetrinkend im Campingstuhl verbracht. Gegen Abend sind wir dann noch einmal mit dem Fahrrad unterwegs gewesen, um von einem auf einer Düne stehenden Aussichtsturm den Sonnenuntergang zu bewundern. Die Stimmung hat den Fotografen heute in einer Reihe inspirierter Fotos umgesetzt. Ich finde, wirklich gut. Bemerkenswert ist, dass mit dem Sonnenuntergang ganz plötzlich die Kälte kommt. Und so angenehm tagsüber die Sonne ist, am Abend sieht man niemanden mehr draußen sitzen. Too cold.

West Palm Beach

Obwohl es tagsüber so über 20 Grad Celsius hatte, sind die Nächte doch ganz schön kalt und heute morgen hatten wir sogar leichten Bodenfrost. Wir sind ja im Augenblick im Jonathan Dickinson State Park. Das Gelände ist sehr groß und umfasst einen großen öffentlichen Bereich am Fluss, wo man angelnd und Boot fahren kann. Außerdem gibt es zwei Campgrounds, einige Cabins (Ferienhütten), einen großen Bereich für Mountainbiker, einen Aussichtsturm und jede Menge Sumpf und Trockenbereiche, die überwuchert sind von Kiefern und Palmettos. Allein von unserem Campground zum Fluss sind es fast 8 km. Haben wir heute morgen per Auto in Augenschein genommen und uns dann doch entschlossen, das nahegelegenen West Palm Beach zu besuchen.
Getrennt vom Intercoastal Waterway liegt auf der Meer zugewandten Seite Palm Beach, das Mekka richtig wohlhabender Menschen. Aber schon West Palm Beach hat uns gut gefallen. In der Marina schaukeln auf den Wellen lauter nette Yachten. Es gibt einen großen Bereich an der Wasserlinie mit Restaurants und Cafés. Wir haben uns heute für das „Pistache“ entschieden, ein sehr französisches Restaurant (pistachewpb.com). Wer für den Silvesterabend noch einen Platz zum Essen sucht, kann man empfehlen. Danach sind wir zu den Anne Norton Scupture Gardens. Was wir über den Zaun gesehen haben, sah sehr viel versprechend aus. Leider haben sie nur von Mittwoch bis Sonntag geöffnet. Und heute ist Dienstag. Schade. Die Gegend, in der sich die Sculpture Gardens befinden heißt El Cid und besteht aus lauter sehr hübschen, nicht protzigen Einfamilienhäusern. So gab es doch noch etwas zu sehen.
Wir sind zurück zum Statepark gefahren, haben noch ein paar Reiseberichte hochgeladen, uns mit der Rangerin über Schlangen unterhalten und auf unserem Platz noch mit einem Paar aus Deutschland, das für 5 Monate unterwegs ist. Sie sind der Meinung, dass sie unabhängig von der politischen Führung hier netten und hilfsbereiten Menschen begegnet sind, und dass das ihre Reise auf alle Fälle unvergesslich gemacht hat. Und Reisende, die in New York in der Bronx auf der Straße am Bordstein geparkt und dort übernachtet haben, können das beurteilen.
Bei unserem Besuch des Kennedy Space Centers am Montag hatten wir uns darüber unterhalten, dass die vorgestellten Missionen alle schon ein paar Tage alt sind und es für die amerikanische Politik doch gut wäre, ein alle Amerikaner begeisterndes Zukunftsthema wie Raumfahrt auf den Weg zu bringen. Und dann lesen wir heute von der Ankündigung des amerikanischen Präsidenten, mal wieder auf den Mond fliegen zu wollen. War er am Sonntag auch im Kennedy Space Center und hat uns zugehört?

Stateparks in Florida

Heute wollten wir den Jonathan Dickinson Statepark in Hobe Sound erreichen. Also sind wir kurz hinter Cape Canaveral auf die US1 nach Süden. Hier haben wir seit langem wieder eine kleine Kaffee-Bude entdeckt, wie es sie in Kanada zuhauf gibt. Dort hatten wir eine nette Unterhaltung mit einer jungen Frau und ihrem Adoptivvater. Sie war am überlegen, ob es sich lohnt, in Deutschland zu studieren und wir haben ihr natürlich dazu geraten, wenigsten mal ein Semester in Europa zu verbringen.
Danach sind wir über die noch kleinere A1A direkt am Strand weiter gefahren. Hier wechseln sich kleinere und größere Häuser, Strandhäuser, echte Anwesen, Gated Communities, kleine Geschäfte und wieder Häuser ab. Man kommt nur schlecht an den Strand. Alle paar Kilometer gibt es mal einen kleinen öffentlichen Parkplatz. Also eigentlich ist die Küste bis Melbourne Beach ziemlich zugepflastert. Wir haben Stopp im Sebastian Inlet State Park gemacht. Dieser Park liegt wie alle Stateparks an landschaftlich interessanten Punkten. Besonders interessant fand ich den Jetty-Strom, dessen hohe Wellen direkt auf einen Fisching-Pont zuliefen. Dieser Fisching Pont war überlaufen von Anglern. Aber die 15 Minuten, die ich zugeschaut habe, hat niemand etwas gefangen. Nun ja. Aber das Wasser ist karibisch blau. Leider hatte es heute nur 19 Grad Celsius und es war recht windig.
Nun mussten wir uns etwas beeilen, um unseren Jonathan Dickinson Statepark zu erreichen. Die Plätze sind sehr begehrt und wir hatten für zwei Nächte im Voraus gebucht. Wir wurden mit einem schönen Sonnenuntergang belohnt. Den Park schauen wir uns morgen an.

Kennedy Space Center in Titusville

Heute zum zweiten Advent hat es hier zwar nicht geschneit, aber es war ganz schön frisch heute morgen. 12 Grad Celsius, aber dazu ein stahlblauer Himmel und Sonnenschein.
Wir hatten heute ein Mission. Das Kennedy Space Center in Titusville. Dort waren wir schon einmal vor fast 30 Jahren. Damals regnete es in Strömen und die Bustour über das Gelände brachte keine Erhellung, da die Scheiben von innen angelaufen waren.
Heute also wettermäßig das ganze Gegenteil. Mehrere Gebäude und ein Rocketgarden verteilen sich hinter dem Eingang und beschäftigen sich inhaltlich mit unterschiedlichen Weltraummissionen seit den 50er Jahren. Wir sind zuerst bei „Heroes & Legend“ gewesen. Hier zeigt sich einmal mehr die Klasse, mit der in den USA Unterhaltung auf höchstem Niveau präsentiert wird. Gruppenweise wird man zunächst in einen Raum vorgelassen, in dem verschiedenste Astronauten unterschiedlicher Dekaden von ihrer Leidenschaft zur Raumfahrt erzählen. Danach wird man in einen zweiten Raum entlassen und hier wird ein 3D-Film gezeigt und man hat den Eindruck, man fliegt im Cockpit einer Raumkapsel mit durch den Orbit. Immer wieder unterbrochen von Kommentaren einzelner Astronauten. Nicht schlecht.
Vorbei am Rocket Garden, wo verschiedene Weltraumraketen zu bestaunen sind, ging es in das IMAX-Theater. Auch hier wurde ein 3-D Film präsentiert, der zeigte, wie das Leben auf der ISS ist, welchen Ausblick die Astronauten von hier auf die Welt haben, wie ein Austausch der Crews vonstatten geht, die hier im allgemeinen für 6 Monate leben, wie ein Aussentermin der ISS abläuft, wie der Nachschub organisiert ist. Man erfährt Details, wie Haare waschen in der Schwerelosigkeit, wie schwer man aus einem Weltraumanzug kommt, dass man Sport machen muss, um dem Muskelschwund vorzubeugen und wie Weltraum-Espresso funktioniert. Allein das fanden wir schon höchst unterhaltsam. Aber auch viele Bilder aus der ISS auf die Erde wurden gezeigt. Wie hell die Erde in entwickelten Gebieten nachts leuchtet, wie Stürme von oben aussehen, wie weit Rauchwolken von Waldbränden zu sehen sind. Überhaupt wie verletzlich die Erde ist. Eine tolle Präsentation.
Danach ging es zur Show über das Space Shuttle Atlantis. Man kommt in das entsprechend Gebäude, indem man durch einen Nachbau der Trägerrakete eintritt. Riesig groß. Danach gibt es erst einmal einen Film, danach eine Präsentation, wie es im Cockpit des Spaceshuttles aussah. Und dann geht eine Wand auf und das Original Space Shuttle Atlantis steht in einer riesigen Halle. Ich hatte nicht in Erinnerung, dass der mittlere Teil des Space Shuttle wie eine große Ladefläche konstruiert war, die man im Weltall öffnen konnte, um Dinge für die ISS zu entladen. Die Atlantis im Original zu sehen, hat uns beide sehr beeindruckt. Es gab außerdem detaillierte Modelle der Flugkanzel, des Schlafbereichs oder der Toilette. Auch so etwas will man doch wissen.
Nun hatten wir langsam genug gesehen. Die zweistündige Bustour zum Startgelände haben wir uns daher erspart. Aber es war ein toller Tag.

Gator-Alarm – Kissimmee & Titusville

Nachdem es gestern 30 Grad Celsius warm war, hatte es die Nacht über ziemlich stark geregnet und heute morgen waren es dann noch geschmeidige 12 Grad Celsius. Da musste mal wieder ein Pullover aus dem Schrank gezogen werden. Kissimmee, wo wir übernachtet haben, lebt von den vielen Erlebnisparks. Dass es davon auch kleine und ganz besondere gibt, davon haben wir schon gestern berichtet. Aber heute morgen kam uns noch „Machine Gun America“ unter. Und nein, wir waren nicht dort.

Wir waren in Gatorland, einem seit 1948 familiengeführten Freizeitpark. Vor der Tür steht ein mindgrün angestrichenes Gatormaul und lädt erst einmal auf eine Fotosession ein. Danach geht es zur Kasse und für 30 Dollar bekommt man Gator in allen Altersklassen und Größen zu sehen. Der Park mag nicht perfekt sein und nicht auf Hochglanz getrimmt wie seine großen Brüder von Disney und Co., aber er hat seinen Charme. Man geht auf Holzstegen über verschiedene Becken und überall sind Gator. Und überall sind größere und kleinere Vögel. Man möchte meinen, dass diese Beute für die Gator sind, aber irgendwie nicht. Vielleicht mögen Gator keine Federn zwischen den Zähnen. Da es heute kühl war, bewegten sich die wechselwarmen Tiere höchst langsam. Das merkte man auch bei der Gator Jumparoo Show. Der Chef von Gatorland und zwei Assistenten machten einen Wettbewerb daraus, welche von zwei Gruppen der Tiere zuerst zwei auf Wäscheleinen hängende Hühnerhälften aus dem Wasser springend verschlungen hatten. Da es aber, wie schon erwähnt, kühl war, hatten die beeindruckend großen Tiere ihre Mühe, genügend hoch aus dem Wasser zu springen, um an den Leckerbissen zu gelangen. Am Gator-Wrestling haben wir dann nicht mehr teilgenommen. Neben den Tieren gibt es natürlich noch Attraktionen wie Zippling über einen Gator-Teich, eine Spielplatz mit Gatorfiguren und einen sehenswerten Boardwalk durch eine Swamp-Landschaft. In materieller Hinsicht scheinen die Tiere billig zu sein, denn ein präparierter Gator-Kopf eines maximal zwei Jahre alten Tieres konnte man im Gift-Shop für 20 Dollar erwerben. Nein, auch das haben wir natürlich nicht gemacht.

Wir sind dann weiter nach Titusville. Irgendwann kam dann der kleine Hunger und wir sind zu Cracker Barrel. Ein Geschäft/Restaurant mit einem Konzept ähnlich wie Mutterland in Hamburg. Hier geht man durch einen Laden, der Kaffee, Süßigkeiten, Kinderspielzeug, Senf, Marmeladen, Säfte, etc, schön in einer Landhausoptik, ein bisschen retro präsentiert. Dann gelangt man in ein Restaurant, das eher Gasthaus, denn Systemgastronomie ist. Auch hier ist alles auf ländlichen Nachkriegschick dekoriert. Das Essen ist gut, nicht außergewöhnlich, aber eben anders als Burger und Fries.

Und dann dachten wir uns zum Übernachen mal etwas für Deutsche Außergewöhnliches: The Great Outdoors (www.tgoresort.com). Ein riesiges Gelände rund um einen Golfplatz angelegt. Hier gibt es Häusergruppen aber auch RV-Plätze, die alle jeweils privat verkauft sind. Die Plätze sind groß, darauf steht ein großer Carport für das RV und dahinter/daneben ein größeres Gartenhaus/Badehaus. Wie gesagt, alle einzeln in Privatbesitz. Und die werden, wenn der Eigentümer es zulässt auch an andere Camper vermietet. Leider nicht an uns, da man ein Class-A-RV ohne jede Beschriftung haben muss. Etwas anderes, so sind die Gemeinschaftsstatuten darf nicht auf die Plätze. So stehen wir mittendrin auf einem Parkplatz des Resorts vor dem Golfshop und dem Restaurant, haben Strom, Internet und haben auch noch Geld gespart. Denn ein Superplatz kostet 70 Dollar die Nacht. Wir zahlen nun 30 Dollar.
Das Restaurant hat auch eine schöne Bar und nun haben wir das gesparte Geld in zwei Bier an der Bar investiert und freuen uns auf morgen und das Kennedy-Space-Center.