Heute wollen wir uns vom Geist des Sillicon Valley inspirieren lassen. Also sind wir zuerst nach Cupertino gefahren, genauer zur N Tantau Avenue 10600. Dort gibt es ein schönes und neues Visitor Center. In einem zweigeteilten Glaspavillion gibt es im vorderen Teil ein minimalistisches Café und im hinteren Teil einen Apple Store. Das Café bietet Espresso, Cappuccino und ähnliches an. Zu essen gibt es edle Schokolade oder Tütchen mit Nüssen. Die Theke nimmt die Stirnseite es Raumes ein. Alles in hellem Eichenholz und dem Apple-Weiß gehalten. Die quadratischen Tische und Stühle sind ebenfalls aus Eichenholz, sehr zurückhaltend und superbequem. Nichts sonst gibt es in diesem Raum. Natürlich Internet und man kann sich IPads ausleihen. Die Idee einer technischen Kathedrale drängt sich einem auf. Hinter dem Treppenhaus, der das Gebäude zweiteilt, gibt es den Store. Auch hier ist alles eine Spur eleganter und ruhiger, als in den sonstigen Apple-Stores weltweit. Dahinter gibt es ein Modell vom Apple Campus, den man mithilfe einer auf ausgegebenen IPads installierten Software virtuell zum Leben erwachen lassen kann. Das Personal sowohl im Café und im Store war reichlich vorhanden und von freundlicher Distanz. Wir fanden die Selbstdarstellung des Unternehmens gelungen und angemessen.
Interessant war die unmittelbare Umgebung des Apple Campus. Hier gibt es viele einfache Einfamilienhäuser mit leicht spießigen Vorgärten, die, stünden sie nicht in unmittelbarer Nachbarschaft zu Apple, nicht viel Wert wären. Hier trifft in einer Straße Design und viel Geld auf Eigenheimglück und Gartenzwerg.
Jetzt hatten wir ein bisschen Hunger. Und auch hier standen sich Vergangenheit und Zukunft direkt gegenüber. Die Gäste in Marie Callender´s Restaurant aßen schon seit Jahrzehnten hier. Ein Familiy-Restaurant im besten Sinn. Gegenüber war eine große Repräsentanz von Tesla. Da heute ja unser Zukunftstag war, haben wir den auch besucht. Der Geschäftsführer, deutschstämmig, sein Vater war U-Bootfahrer und Kriegsgefangener bei den Amerikanern, zeigte uns ein Model X, das uns auch gut gefiel. Mehr als das aber fällt uns immer wieder auf, wie sehr hier Vergangenheit und Zukunft präsent sind. Es ist irgendwie schwer vorstellbar, dass ein Verkäufer bei Mercedes während des Verkaufsgesprächs auf einmal abschweift und von Kriegserlebnissen seines Opas erzählt.
Die Dreifaltigkeit amerikanischer IT-Größen galt es ja heute zu entdecken. Also stand als nächstes Google in Mountainview auf dem Programm. Das Amphitheater soll ja stilbildend sein. Dem gegenüber ist der Official Merchandise Store. Nicht zu vergleichen mit der Eleganz, die wir bei Apple vorgefunden haben. Eher die Abteilung Personalverkauf zu der auch Auswärtige Zutritt haben. Überhaupt war der von uns besuchte Bürokomplex von einer bemerkenswerten Durchschnittlichkeit. Da halfen auch die vielen bunten Fahrräder, Schirme und Plastiksessel nichts. Hinter dem Store gab es noch eine Ansammlung von großen bunten Figuren aus Plastik und das wars. Der Rest war Tristesse.
So und nun stand noch Facebook aus. Im Stadtteil Menlo Park residiert diese Firma im alten Sun Gebäude. Hier gibt es gar nichts für Besucher. Im dunklen und piefig kleinen Empfangsraum für Besucher berichtete einer der unangemessen coolen Empfangsboys davon, dass man nächstes Jahr etwas für interessierte Besucher plane, bis dahin man aber die Gelegenheit habe, viele viele Fotos vom Firmenschild am Eingang zu machen. Also wieder raus über den Parkplatz durch Schwaden von Kantinendunst zum Eingang. Und was sehen wir da? Dass man von Facebook sparen lernen kann. Das Firmenschild dieses milliardenschweren Unternehmens ist aufs eine LKW-Plane gedruckt, die über das alte, darunterlegende, steinerne SUN-Schild gezogen ist und auf der Rückseite mit Fahrrad-Expandern befestigt ist. Da bleibt nur eins, Daumen runter.
Inzwischen waren wir nun etwas enttäuscht vom Spirit im Silikon-Valley. Bis auf Apple wurde noch nicht mal Durchschnitt präsentiert.
Da war es dann doch eine Freude, auf dem Weg zum Campground von technische Größe vergangener Zeiten in Form der Golden Gate Bridge erfreut zu werden. Willkommen gestern.