Clearwater Lake, BC

Heute Morgen wachten wir mit Blick auf den McLeese See auf. Eines gefällt mir an unserer Reise besonders gut. Jeden Morgen haben wir einen anderen Blick aus unserem „Küchenfenster“ und jeden Tag ist er auf besondere Weise anders.

Es waren dann noch ungefähr 40 km nach Williams Lake. Das dortige Visitor Center ist in einem riesigen Blockhaus untergebracht und man kann sich wie meistens gut mit Informationsmaterial eindecken. Und fast immer bekommt man von den dort arbeitenden Damen und Herren immer noch einen besonderen Tipp, den man in keinem Reiseführer lesen kann. Heute war es der Hinweis auf einen Laden für Cowboy Boots. So und nun habe ich auch welche, braun und sehr schick. Ein Foto wird sicherlich noch folgen.

Wir waren noch unentschlossen, ob wir nun nach Bella Coola abbiegen sollten. Da kam der junge Constable Sam der Royal Canadian Mounted Police vorbei, der sich für unser Wohnmobil interessierte und uns dringend dazu riet, Bella Coola zu besuchen. Es sei einfach ganz besonders. Danke Sam, dass Sie unsere Entscheidung am Ende doch so einfach gemacht haben. Also machten wir uns auf den 450 km langen Weg. Hinter Williams Lake geht es erst einmal steil den Berg hinauf und dann fährt man mehr oder weniger auf einem Plateau weiter. Es ist zunächst ein Weg ins Land der Cowgirls und Cowboys. Auf riesigen Weiden sieht man viele Rinder, die manchmal auch ausbüxen und den niedergetrampelten Zaun für einen Ausflug auf den Highway nutzen. Ansonsten ist mal ein mehr oder weniger schönes Farmhaus zu sehen und sonst wieder nur Weiden. Und Waldstücke, aus denen schwer beladene Holztransporter fahren.

Und dann bogen wir ab zur Clearwater Lodge und Resort. Unten am See liegt idyllisch die Lodge im Blockhütten-Stil. Dazu gehören einige Cabins, ein Chalet und einige RV-Stellplätze. Diesen wunderbaren Ort haben Bernward und Gisela Kalbhenn geschaffen. Als wir die Lodge betraten, nahmen wir schon den Duft aus Giselas Küche wahr. Das war der Ort, wo wir heute bleiben wollen. Nachdem wir das Wohnmobil abgestellt hatten, gingen wir zum essen. Nach Suppe und Melone mit Schinken – zu beidem wurde selbstgebackenes Brot gereicht – gab es in Butter geschwenkte Nudeln zu einer Art Gulasch aus Lamm und Bison. Sehr lecker, sehr würzig, ganz besonders. Dazu eine nette Unterhaltung mit den Gastgebern, die auch von ihren Erlebnissen auf der Lodge erzählten. Also, wer noch unentschlossen für den nächsten Urlaub ist: www.clearwaterlakelodge.com.

 

 

Der Bär ist los!

Unseren überaus schönen Campground verließen wir, nachdem wir uns noch ein bisschen mit Rick über Kanada, Land und Leute unterhalten hatten. Unser Ziel sollte heute Barkerville sein. Barkerville war während des Caribou Goldrush für kurze Zeit eine der größten Städte im Westen Kanadas. Heute ist es eine Historic Western Town, die von der Provinz British Columbia unterhalten wird. Über 100 Gebäude wurden restauriert und werden von zeitgenössisch „verkleidetem“ Personal bespielt. Hier kann man beispielsweise im Postoffice hinter einem Gitter seien Postkarten aufgeben und abstempeln lassen. Im Saloon an der Theke kann man seinen Kaffee bestellen (es gibt keinen Alkohol, also kann man auch seinen Whisky nicht über die Theke schurren –leider). Man könnte sich Kostüme ausleihen. Im Gemischtwarenladen gibt es Kleidung, Bonbons und Haushaltswaren zu kaufen. Und man kann in einer Schule eine halbe Stunde lang lesen und rechnen wie anno dazumal lernen. Damals zu Goldrushzeiten gab es einen großen Anteil von Chinesen an der Bevölkerung. Auch dieser Tatsache wird man in Bakerville gerecht, indem die Stadt natürlich auch ein Chinesenviertel mit Restaurant, Wohnhäusern, Wäscherei und Spielhölle vorweisen kann. Die Boardwalks helfen sich vorzustellen, wie matschig die Straße bei Regen gewesen sein mag. Und letztendlich bekommt man einen Eindruck, wie die Goldgräber in ihren Hütten gewohnt, bzw. gehaust haben. Es ist sicherlich historisch nicht alles ganz korrekt, aber es ist nicht übertrieben wie bei Disney und es gibt eine interessante Idee, wie das Leben vor 100 Jahren hier war, nämlich hart und für viele bestimmt finanziell nicht erfolgreich. Gold haben wir natürlich auch noch gewaschen und ein paar Goldflöckchen waren auch am Ende auf dem Boden der Goldpfanne sichtbar. Es war ein Spaß, dessen Erfolg wir in einer kleinen Kunststoffphiole mit nach Hause nehmen durften.

Auf dem Rückweg nach Quesnel, einer Stadt, die in der Hauptsache von der Holzverarbeitung lebt, haben wir am Straßenrand eine Bärin mit ihrem Jungen beobachten können. Und in Quesnel selbst kletterten hinter der Tankstelle drei Cups in einem Baum herum und ihre Bärenmutter strolchte darunter, immer mit Blick auf ihre Kinderschar umher. Das ganze vielleicht 15 Meter von der Tanksäule entfernt. Man macht sich gegenseitig freundlich auf diese nette Sache aufmerksam, tankte und fuhr weiter. Wir auch, denn wir sind heute am McLeese Lake kurz vor der Stadt Williams Lake.

 

PS: Alles Gute zum Geburtstag lieber Alexander

 

 

Prince George

Heute nichts Neues! Ja, so kann man es sagen. Wir verließen Smithers gegen 11.00 Uhr, nicht ohne noch beim holländisch stämmigen Metzger eingekauft zu haben. Der kleine Laden roch auch nach Metzgerei und die ham sausage (Bierschinken) schmeckte außerordentlich gut. Das ist überhaupt eine Besonderheit in den kleinen Orten. Man merkt ihnen manchmal an, aus welchen Teilen der Welt die Bewohner ursprünglich kamen und wenn man Glück hat, findet sich dann noch das eine oder andere kulinarische Kleinod, dass einen an zu Hause erinnert.

Weiter ging es auf dem Yellowhead Higway an Houston, Burns Lake und Fraser Lake vorbei. Wir widerstanden der Versuchung anzuhalten, um beispielsweise die weltgrößte Fliegenfischangel, Lavafelder oder besondere Trails anzuschauen. Einzig und allein in Vanderhoof hielten wir bei? Ja, richtig: Tim Hortons. Wie immer gab es Capuchino und Honey Cruller. Für eine Spende an das örtliche Krankenhaus gab es dann noch einen Cookie extra. Haben wir doch gerne gemacht, denn dieser Blog wäre oft nicht veröffentlicht worden, gäbe es Tim Hortons nicht.

Diese sind übrigens vor kurzem an Burger King verkauft worden. Aber ich glaube, das hatten wir schon. Auf unserem Weg nach Osten gab es erst Berge, dann Seen und zum Schluss Weideland. Hier waren die Weiden denn auch mit weißen Bretterzäunen á la Dallas eingefasst. Nun sind wir im Süden von Prince George. Und der Reiseführer hatte Recht, es gibt keinen besonderen Grund hier zu halten, es sei denn, man braucht noch ein paar Lebensmittel oder Liquor.

Der Stone Creek R.V. Park ist aber in der Tat schön am Fraser River gelegen und die aufmerksamen Hosts, Rick & June, haben ihre wenigen Kunden wie persönliche Freunde mit einem kleinen Plausch und Feuerholz begrüßt. Home sweet home gibt es eben überall.

Aus der Mitte entspringt ein Fluss

Smithers liegt am Bulkley River und unser Campingplatz auch. Heute Morgen konnten wir vom Fenster aus Fliegenfischer beobachten. Mehrere Bänke luden zum gemütlichen Zuschauen bei einer Tasse Kaffee ein. Die Männer und eine jüngere Frau standen hüfthoch im Wasser und ließen ihre Fliegen mit elegantem Schwung über die Wasseroberfläche tanzen. Wir haben gelernt, dass allein das Gewicht der Schnur bewirkt, dass die leichte „Fliege“ über das Wasser gleitet und Forellen und Lachsen vorgaukelt, dass es sich um etwas Fressbares handelt. Für den Zuschauer haben diese fließenden Bewegungen etwas Meditatives, ich hätte stundenlang auf meiner Bank im warmen Sonnenschein verharren und zusehen können. Aber vielleicht wurde es den Fischern zu kalt. Als sie aus dem Wasser stiegen, machten wir uns mit dem Fahrrad auf den Weg, um Smithers zu erkunden.

Smithers wirkt in der Mainstreet ein bisschen alpenländisch und mittendrin steht eine Holzfigur, die ein Alphorn bläst. Outdoor Aktivitäten werden hier groß geschrieben, es gibt mehrere gut sortierte Fahrradgeschäfte fürs Mountainbiken, Skifahren kann man hier, Hiken und natürlich Fliegenfischen. Im bemerkenswerten Anglergeschäft war alles auf diese Art des Fischens ausgerichtet und man konnte die raffiniertesten Fliegen erstehen. Das Binden ist eine Kunst. Bis in den Oktober kommen jetzt Fischer aus der ganzen Welt, um die Steelhead-Forelle zu fangen. Diese muss man aber wieder in das Wasser zurückwerfen. Hier geht es eben um den „Sport“.

Und irgendwie ließ uns das Thema Fischen/Angeln heute nicht los. Am Nachmittag schnackten wir noch mit zwei Männern aus Süddeutschland, die drei Wochen unterwegs waren, um an den unterschiedlichsten Orten in Kanada Lachse zu angeln. Leider kann ich nicht wiedergeben, wie viele unterschiedliche Arten von Lachsen es gibt, aber mehr als ich bis heute Morgen kannte. Aber ich weiß, dass sie morgen mit 20 kg tiefgekühlten Lachs zurück nach Deutschland fliegen. Petri heil – Petri dank.

 

 

Smithers, BC

Heute sind wir in Smithers gelandet, einer Kleinstadt mit 6000 Einwohnern und einem Tim Hortons. Das sind uns die liebsten Kleinstädte.

In Steward sind wir heute Morgen bei bestem Sonnenschein erst mal wieder zu einem Handyman gefahren der schweißen konnte. Denn gestern ist erneut die schon einmal geschweißte Aufhängung des vorderen Korflügels gebrochen. So jemanden zu finden, ist in Kanada im kleinsten Nest möglich. Man weiß sich einfach zu helfen. Danke dafür.

Nun konnte es losgehen. An der Brücke unweit des toll gelegenen Provincial Park Campgrounds Meziadin Lake standen einige Fotografen, die (Geheimtipp) wussten, dass dort Bären nach Lachsen angeln. Ja, es gab Lachse lebendige und stinkende tote und es gab keine Bären zu sehen. Da wir nicht warten wollten, denn hinter unserem Rücken donnerten schwer beladene Holzlaster vorbei, fuhren wir hurtig nach Hazelton. Der Kenner weiß natürlich zwischen New Hazelton, South Hazelton und Old Hazelton zu unterscheiden. Nur zu letztem führt eine sehenswerte Hängebrücke über den Hawwilget Canyon des Bulkley River. In Old Hazelton waren heute am Nachmittag die Bürgersteige hochgeklappt, denn alle Einwohner, die laufen konnten, kamen uns schon auf dem Weg in die City auf einem Charity-Walk entgegen. Einzig und allein die Verkäuferin der ortsansässigen Boutique (Damen, Herren und Kinder – Countrystyle) machte Inventur.

Aber zu unserer Unterhaltung hielt erneut der betagte Buick mit dem netten älteren Ehepaar, das seinen holländischen Besuch durch B.C kutschierte und das wir schon ein paar Mal getroffen haben.

Beim Moricetown Canyon, eine Verengung des Bulkley Rivers wurden wir Zeuge einer „jahrhundertealten“ Fangmethode der Moricetown Indiander. Dieser dürfen an dieser engen Stelle mit hakenbewehrten Stangen Lachse stechen. Unser Indianer schien eher auf Anweisung des Touristoffice zu handeln, denn er fing mit einem an einer langen Stange befestigten Cacher recht geschickt Lachse, die er aber sogleich, obwohl sie groß waren, wieder in den Fluß zurückwarf. So hatte der eine seinen Job getan, der Lachs freute sich auch und der Tourist hatte zumindest eine Ahnung, wie man Fische in Canyons fängt. Alles war gut.

In Smithers waren es 20 Grad Celsius und bei einem Lagerfeuer lassen wir den Tag heute ausklingen.

Hayder, AK – mit Special: gute Fotos!

„What woud Jonny Cash do“. Das ist heute leicht zu beantworten.

Heute, am Sonntag herrschte Kaiserwetter und da sind wir nach Steward/Hyder gefahren. Steward liegt noch in Britisch Columbia, also Kanada, während Hyder den südlichsten Zipfel von Alaska bildet, also zu den USA gehört. In Steward angekommen, mussten wir uns erst einmal stärken, also lümmelten wir eine Zeit bei bestem Food auf roten Outdoorsesseln und ließen uns die Sonne ins Gesicht scheinen. Angenehme 20 Grad Celsius. Ein nettes Schwätzchen gab es auch noch mit einem angehenden Doktoranden und seiner Freundin, die aus Deutschland stammten und nun für vier Jahre in St. John (Neufundland) an der Uni arbeiten.

Danach ging es zum Bear River Interpretative Center. Ein Boardwalk entlang des Fishcreek lässt einen schaudern. Im flachen Gewässer liegen Hunderte verendete Lachse, die hier laichen, dann sterben und gewaltig stinken. Dazwischen sieht man ein paar noch lebende Lachse, die noch ablaichen müssen und Trouts, eine andere Fischart (stirbt hier nicht). Die Attraktion sollte jedoch sein, dass man hier Bären beobachten kann, die sich hier den Bauch vollschlagen. Aber es war keiner in Sicht. Dafür aber der Ranger Jeff Bridges (sein Bruder…), der kundig und launig aus dem Leben der Lachse, Bären und der hier lebenden Menschen erzählen konnte. Er legte uns nah, auf alle Fälle weiter in den Tongass Nationalforest zu fahren und der Gravelroad und ihren Schlaglöchern immer höher bis über die Baumgrenze zu folgen.

Nach gut 20 km erreicht man den Summit Viewpoint und es stockt einem der Atem. Der Blick über den Salmon Glacier ist atemberaubend. Der Gletscher fließt dem Betrachter wie Wasser entgegen und windet sich direkt unter dem Aussichtspunkt ins Tal. Das Ganze vor blauem Himmel im Sonnenschein. Wow. Wir sind dann noch ein bisschen weiter gefahren bis zur Granduc Coppermine, haben aber unseren Plan, dort zu nächtigen fallengelassen, weil es sehr viele nervige Blackflies gab. Dafür haben wir uns dort sehr nett mit Katherina und Jochen unterhalten, die mit ihrem kleinen Sohn Moritz ähnlich wie wir bis zum nächsten Frühjahr in einem eigenen Adventure Wohnmobil unterwegs sind. Fast eine Stunde dauert der Rückweg bis zum Fishcreek und auch beim zweiten Besuch war dort kein Bär zu sehen. Der war nämlich für die Touristenshow ein bisschen verspätet, aber wir haben ihn weiter unterhalb der Straße gesichtet, wie er lustlos an den verendeten Lachsen schnupperte und sich dann Richtung seines Auftritts bei der Rangerstation trollte.

Cassiar Hwy (#37), BC

Als Nachtrag zu gestern möchte ich noch von einer Frau vom Tourist Office aus Watson Lake berichten. Wilderness Erfahrungen machen hier natürlich auch Frauen. Sie berichtete davon, dass sie mit ihrer Freundin zum Jagen gehe. Selbstverständlich auf Elche, welche dann in ihrer Küche zu Köstlichkeiten wie Elchrouladen verarbeitet werden.

Heute stand der Steward Cassiar Highway auf dem Programm. Dieser Highway wurde erst 1972 für den allgemeinen Verkehr freigegeben. Er ist von Watson Lake aus zunächst schmal, voller Schlaglöcher und führt durch eine eher eintönige Waldlandschaft. Links und rechts sieht man dann und wann versteckte Jagdhütten, man passiert winzige Ortschaften wie Iskut, Dease Lake oder Good Hope, die über eine Gasstation, Andenkenladen und ein Café mit Grocerie Store verfügen. Alles in allem nicht sehr einladend. Also schnell weiter.

Ein bisschen netter wurde es nach Iskut, denn nun kommen noch ein paar Berge (Coast Mountains und Skeena Mountains) ins Spiel. Der Kinaskan Lake glitzerte verführerisch blau, war aber ganz schön kalt. Die Sonne schien so schön und wir machen Pause auf dem dortigen Bootsanleger. Der dazugehörige Campingplatz war wunderschön angelegt, aber wir wollten noch ein paar Kilometer bis zur Bell II Lodge schaffen, ein nettes Dorf im Alpenstil mit Hotel, kleinen Chalets und ein paar RV Stellplätzen. Die Attraktion dort ist im Winter das Heli-Skiing. Dies sei nach Auskunft an der Rezeption das weltgrößte Gebiet für Heliskiing. Also gute Skifahrer, die noch den Kick suchen, hier wäre er vielleicht zu finden. Besonders meinem Schwager Ludwig möchte ich dieses Ziel ans Herz legen.

Insgesamt sind wir heute ca. 500 km gefahren. Morgen ist es dann nur noch ein Rutsch nach Steward und Hyder, aber davon morgen mehr. Zu sehen gab es außerdem einen Bären und die Entstehung einer großen Überlandleitung quer durch die Wälder. Die Trassenführung würde die Aktivisten von BUND und Greenpace in Deutschland sofort auf den Plan rufen.

 

 

Closed for the season

Heute Morgen bin ich todmüde aufgewacht, denn ich habe einen Teil der Nacht in der Kälte vor dem Wohnmobil zugebracht, um Nordlichter zu beobachten. Und – es hat sich gelohnt. Sternenklare Nacht, abnehmender Mond und Nordlichter überwiegend in grün. Jede dieser Lichterscheinungen, die wie an den dunklen Himmel gemalt wirken, dauerten zwischen 30 Sekunden und einer guten Minute. Das Licht bewegt sich mal am nördlichen Horizont, mal über den Kopf hinweg. Es war wirklich super.

Ansonsten war heute „End of Season“ Stimmung. Der Tag war grau und später am Nachmittag nieselte es. Wir hatten heute ca. 450 km von Whitehorse nach Watson Lake zu fahren. Das Yukon Hotel und Restaurant in Teslin auf halbem Weg erscheint, obwohl es optisch gar nicht so aussieht, wie eine Oase. Einige der Campgrounds, Parks und Museen am Wegesrand hatten ihr „Closed for the Season“ Schild schon an den Eingang genagelt. Also auf Wiedersehen Alaska, auf Wiedersehen Yukon. Beides hat uns sehr gut gefallen. Wir waren fast drei Wochen hier und haben großartige Landschaften gesehen. Die Weite und die Idee, dass nicht jede Ecke besiedelt ist, war eine Erfahrung. Wir hätten nicht gedacht, dass Alaska und Yukon so vielfältig und so ein tolles Reiseziel sind. Wir kennen nun auch das schmalblättrige Weidenröschen (Fireweed), das als Staatspflanze des Yukon auch in der Flagge erscheint und besonders gut dort wächst, wo es Waldbrände gegeben hat. Wir haben nette und kauzige, weltoffene und eher ruhige Menschen kennengelernt. Auf alle Fälle Typen. Das galt besonders für die Männer. Hier kann ein Mann noch Mann sein. Mit einem dicken Pickup, einem ATV, einem Snowmobil, einem großen Hund, mit Jagen und Fischen, Jeans, Boots und karierten Flanellhemden und weit und breit ist kein Friseur in Sicht. Die Dichte der bärtigen und eher langhaarigen und zum Teil bezopften Männer ist aus meiner Sicht eine Erwähnung wert.